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09Aug14

Schlagwörter: Sexismus – Drohnen – Gebärdensprache – Fußball – Orange is the new black – Armut – Kritik – fat shaming – Sterbehilfe – Behinderung – Ableismus – Twilight – abuse – Polizei

Zeit für eine neue Linksammlung, denn es sind einige Artikel zusammengekommen. Heute gibt es ein ungewöhnlich breites Themenspektrum.

Über die Lebensrealität von LSBTTIQ in Baden-Württemberg
[Deutsch] von @Nele_Tabler via @iwedan

Berliner Polizei nutzt Drohnen im Einsatz
[Deutsch] via @BagaGam

Klarstellung: Fußballergebärden mussten auch zu dieser WM nicht neu erfunden werden
[Deutsch] von @EinAugenschmaus

Es finden sich nicht so viele Männer in Orange is the new Black – und das ist gut so
[Englisch] von @mister_goldfish via @goldfish

Angewohnheiten, die man entwickelt, wenn man arm aufwächst
[Englisch] via @kopfrechner_in

Captain Awkward zum Thema: Wie akzeptiere ich Kritik besser?
[Englisch]

“Geschichte von Fitness und Fatness in den USA”
[Deutsch] via @moder_dragon

Gegenargumente zur Sterbehilfe aus der Sicht von Menschen mit Behinderung
[Englisch] via @goldfish

1A-Erklärung: Worin liegt die Anziehungskraft von Twilight für Frauen*?
[Englisch] von @anamardoll
(CN r*pe wird erwähnt, allg. Thema abuse)

Warum es eine deutschstämmige Professorin wieder in die USA zurückzieht
[Deutsch] via @_tillwe_


Schlagworte: Gewalt in Beziehungen – sexualisierte Gewalt

Im ersten Teil meiner Abrechnung sprach ich über den Schreibstil, Sexismus, die Hauptfiguren und den Plot von 50 Shades of Grey (50SoG). All dies sind ausgezeichnete Gründe das Buch zu hassen. Im zweiten Teil möchte ich allerdings auf einen Punkt eingehen, der nicht auf harmlose Art schlecht ist, sondern schlicht besorgniserregend: die Beschreibung einer emotional, sexualisiert und physisch gewalttätigen Beziehung (im Text kurz: abusive) als sexy romance!story unserer Zeit.

Jenny Trout, deren Zusammenfassungen des Buches ich gelesen hatte, hat Folgendes dazu zu sagen (Übersetzung wie immer gern auf Anfrage):

I’m not exaggerating when I say that I fear for women. I fear for the women who embrace this book. I fear for the women who will raise their Greybies to be “gentlemen” like Christian and “strong women” like Ana. I fear for the lives of domestic violence victims to be, the woman who seek out their own Christian Grey and find him. I fear for the women who see their abuse experience reflected in this book, and who find no solace from people they used to trust, because they know that they’ll never be understood so long as 50 Shades is the greatest romance of our time. I fear for the children who will be born to dangerously flawed fathers because their mothers believe, from the example set in these books, that abusive men can change through the shared miracle of unwanted pregnancy.

Und dem kann ich nicht wirklich widersprechen. Es ist nämlich so: Es gibt Bücher, Serien und Filme, an denen ich Dinge auszusetzen habe. Oft sind es Sachen, die mit “-ismus” enden, teils auch manipulatives Verhalten der Charaktere untereinander, das in dem Medium nicht wirklich kritisch angesprochen wird. Aber selten habe ich eine derart detaillierte und konsistente (schlüssige, anhaltende) Beschreibung von abusive Verhalten gelesen. Dieses Buch kann in zwei Richtungen gelesen werden: Eine umfassende Sammlung von red flags¹, das heißt Anzeichen für eine abusive Beziehung. Oder als Anleitung für Gewalt in Beziehungen. Was es angeblich sein soll: Die romantische (und sexy) Idealbeziehung unserer Zeit. Ich kann nicht ausdrücken, wie gefährlich das ist.
Und nein, ich rede hier nicht von dem BDSM-Teil, der so unglaublich naughty sein soll (obwohl da auch sexualisierte, emotionale und physische Gewalt vorkommt, weil Consent fehlt – nicht gespielt, sondern in echt). Ich rede von fast jeder einzelnen Interaktion zwischen den Hauptcharakteren.

Im folgenden werde ich einige red flags für Beziehungen aufzählen, die wiederholt im Buch abgehakt werden. Wenn ich mich noch erinnern kann, füge ich Beispiele hinzu.

■ Dein*e Partner*in versucht dich von Freund*innen und Familie zu isolieren

Einmal möchte Ana mit ihren Freundinnen ausgehen, während Christian nicht in der Stadt ist. Er kommt zurückgeflogen (!) und bestraft sie dann dafür, dass sie ausgegangen ist (nicht Teil der BDSM-Beziehung).

■ Eifersucht und Besitzdenken

Ana kann einen Typen nicht einmal mit dem Zehennagel ansehen, ohne dass Christian herbeigewetzt kommt und eifersüchtig wird. Von ihrem besten Freund hält er sie fern oder ist eifersüchtig, wenn die beiden miteinander reden, ihren Chef feuert er (in beiden Fällen ist auch ~Zeug~ passiert, aber ändert nichts an seiner ekligen Art) und als Ana sich einmal oben ohne auf ihrer eigenen Yacht sonnt, lässt er jede Zurückhaltung fallen, weil die (männlichen) Bodyguards!!!

■ Wenn du in der Gegenwart von Partner*in bist, weißt du nicht, wo dir der Kopf steht. Du bist dauernd emotional aufgewühlt, aufgebracht, unsicher

Selbsterklärend. Ana hat unendlich viele Monologe, in denen sie darüber nachsinnt, wie schlecht und kopflos sie sich fühlt.

■ Die Beziehungsstadien werden unglaublich schnell durchlaufen

Christian sieht sie, lädt sie zum Essen ein, fängt an krass besitzergreifend zu werden, macht sexuelle Anspielungen. Nach wenigen (3-5) Wochen ziehen sie zusammen, verloben sich, sie arbeitet (ohne es zu wissen) indirekt für ihn, Schwangerschaft usw.

■ Dein*e Partner*in kontrolliert dein Leben

Well. Christian nervt einfach so lange rum, bis er seinen Willen hat. Das erstreckt sich auch darauf, ob Ana ihr altes Auto behalten darf (nein), ihr neues von ihm gegen ihren Willen gekauftes Auto fahren darf (nein), kurze Sachen tragen darf, wenn sie rausgeht (nein) und entscheiden darf, dass sie gerade keinen Hunger hat (nein). Das, wohlgemerkt, wird alles im Buch nicht als Teil der BDSM-Beziehung dargestellt, so dass man mit “power exchange” oder ähnlichem argumentieren könnte.
Nachtrag [04.08.14]: Da hab ich doch glatt eine riesige Sache vergessen; Christian kauft Anas Job. Sie betont, dass sie es alleine schaffen will, aber kurz nachdem sie eine Anstellung findet, stellt sich heraus, dass Christian die gesamte Firma gekauft hat. Weswegen er später in der Lage ist ihren Chef zu feuern.

■ Stalking

Schon ganz zu Beginn findet Christian erstaunlich viel Zeug über sie heraus, inklusive ihrer GPS-Daten als sie tanzen geht, um dort dann aufzutauchen.

■ Dein*e Partner*in tut sexuelle Dinge, die du nicht möchtest

Es passiert, mindestens zwei Mal, teils mit “dubious consent”, wo man im Nachhinein davon ausgehen soll, dass Ana es mochte. Sehr abgefuckt.

■ Manipulation

Ana erhält dauernd Geschenke mit Hintergedanken von Christian, die sie nicht ablehnen kann (weil er sie nicht lässt). Sie kriegt ein Notebook, damit sie erreichbar ist. Sie kriegt ein neues Auto, weil ihr altes zu unsicher sei – dass sie dann nicht fahren darf, weil das auch zu unsicher ist.

■ Emotionale Manipulation

Christian schmollt unzählige Male, bis er seinen Willen bekommt. Wiederholt weigert er sich auch mit ihr zu schlafen als Strafe (kein Teil der BDSM-Beziehung und es ist klar, dass das der einzige Grund ist – nicht dass er keine Lust hat).

■ Partner*in übernimmt keine Verantwortung für eigene Taten
■ Am Ende scheinst du immer das zu machen, was Partner*in will/zuzustimmen, weil es einfacher ist als dauernd zu streiten

Das sind die gesamten Bücher 2 und 3. Ana will irgendetwas, Christian will das nicht. Sie streiten ewig, bis Christian seinen Willen bekommt (wenn er die Situation nicht schon so manipuliert hat, dass es ohnehin geschieht). Im 3. Buch scheint Anas Wille einfach nur noch gebrochen und sie wendet teils nichts mehr ein, weil es ohnehin nichts bringt.

Eine weitere Liste mit konkreten red flags und Bezügen zum (1. Teil des 1.) Buch, könnt ihr hier auf Englisch nachlesen.

Ich kann nicht wirklich in Worte fassen, wie schlimm, gefährlich und verachtenswert ich diese Buchreihe finde. Ich kann nur sagen, dass es ab der Hälfte aufhörte Spaß zu machen zu lesen (obwohl ich eine lustige Review mit vielen Witzen gelesen habe!) und ich ohne Pausen nicht mehr weiterkam.

1 Wörtlich: rote Fahnen/Flaggen
2: BDSM: Ein Sammelbegriff für sexuelle Vorlieben, laut Wikipedia zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“.


Schlagwörter: Haushalt – Lebenstips – Organisation – Routine

In meinem ersten Artikel zum Thema sprach ich davon, wie man einiges erreichen kann, wenn man für nur kurze Zeit ab und zu etwas saubermacht. Ziel ist es u.a. trotz des Gedankens “Aber es ist so viel zu tun.” anzufangen, indem man sich nicht dazu verpflichtet Alles(tm) aufzuräumen, sondern nur eine abgesteckte, begrenzte Zeit zu arbeiten.

Natürlich reichen diese Strategien noch nicht aus für eine verlässlich saubere Wohnung. Manchmal türmen sich die Rechnungsberge, bis in die kleinste Ecke geschrubbt wurde seit Einzug nicht mehr (rede ich hier über mich? Wer weiß) und vor allem gibt es diese verflixten Bereiche, die einfach nicht sauber bleiben möchte, die da wären: Kleidung, Abwasch, Boden, Oberflächen, Abfall. Die Fenster und anderes kann man sicher auch noch hinzufügen, aber ich verrate euch jetzt, wie oft ich in 2 1/2 Jahren meine Fenster geputzt hab: 1 mal, so…

Manche Aufgaben erhalten also schon dadurch Priorität, dass es zu einem heillosen Durcheinander führt, wenn sie nicht regelmäßig ausgeführt werden.

Meine Strategie

1. Mache einen Plan
1.1 Was ist das Ziel
1.2 Wie komme ich da mit möglichst wenig (!) Handschlägen hin
1.3 Wann möchte ich das machen
2. Führe den Plan aus, so lange bis er automatisch ist und fließend in den Alltag übergeht
2.1 Prüfe auf Verbesserungsmöglichkeiten/Gründe, warum der Plan immer fehlschlägt
3. Führe den verbesserten Plan bis in alle Ewigkeit aus und sei glücklich wie gut er funktioniert
4. Wende dich einem anderen Problemgebiet zu und beginne mit 1.

Die Ausführung

Es folgt ein Beispiel, damit die Schritte nachvollziehbarer werden. Ich wähle das Beispiel Abwasch, weil ich keine Wahl habe als ihn von Hand zu erledigen und er für viele Leute ein regelmäßiges Problem darstellt.

1. The ~Abwaaaaasch~
1.1 Ziel: Ich möchte in regelmäßigen Abständen mein Geschirr säubern, so dass ich keine stressigen all the Abwasch-Situationen alle 3 bis 5 Tage habe, die ich aufschiebe, weil sie unglaublich anstrengend sind. (Sekundärziele: Ich will tatsächlich Platz in der Küche zum Arbeiten haben und keine Lebewesen an, in oder auf meinem unsauberen Geschirr.)
1.2 Ablauf: Ausgehend davon, dass das Geschirr bereit steht. Wasser einlassen, alles abwaschen, zum Trocknen in Abtropfdingsie stellen. Wenn das Geschirr trocken ist (also später, vllt. erst am nächsten Tag) im Vorbeigehen immer ein bisschen ausräumen, wenn ich gerade in der Küche zu tun habe.
1.3 Wann: Suche einen Rhythmus, der funktioniert (einmal pro Tag). Suche eine Zeit, die funktioniert (abends, weil ich da fast immer zur gleichen Zeit da bin). Bei einem Rhythmus von 2 Tagen hätte ich schon zu viel zu tun, als dass ich’s machen würde. Für andere könnte “nach jedem Essen” besser funktionieren, weil das das wenigste Geschirr bedeutet = Überwindung am geringsten.
2. The ~Doiiiing~
2.1
Auftretende Probleme:

  • Ich bin abends in der Küche, aber das Geschirr nicht?!
  • Mehrmals schiebe ich das Abwaschen auf, weil ich keine Lust habe die ganzen Krümel von den Tellern zu entfernen, damit sie nicht in meinem Abwaschwasser rumschwimmen.
  • Immer wenn ich abgewaschen habe, ist die Küche schön leer, aber die Oberflächen dreckig. This is giving me the sads.

Lösungen:

  • Ich erinnere mich an Teil 1 der Artikelserie und mache mir “1 Ding mitnehmen, wenn ich den Raum verlasse” zu Nutze: Wenn ich in die Küche gehe und leeres Geschirr auf dem Schreibtisch stehen habe, nehme ich es mit.
  • Ich entwickele die Angewohnheit nur “abwaschsauberes” Geschirr in die Küche zu stellen. Kurz die Krümel von einem Teller zu entfernen bevor ich ihn abstelle, stört mich nicht.
  • Ich hänge ans Abwaschen eine kleine Routine an: Ich wische einmal kurz über die Oberflächen, weil’s eh grad so schön leer ist (kein Sternchen für Gründlichkeit. Was man regelmäßig macht, führt mit der Zeit von selbst zu recht guter Sauberkeit).

3. Ich führe den neuen Plan aus und bin überglücklich. Ab und zu fällt mir eine Kleinigkeit ein, die den Ablauf erleichtern würde und ich baue sie ein. Oder ich passe den Plan eines Tages an, weil sich meine Lebensumstände verändert haben.
4. Erst wenn diese Strategie mir 2-4 Wochen locker von der Hand geht und sich gut in meinen Tagesablauf einfügt (d.h. vllt. auch viel später), wende ich mich der Entwicklung einer neuen Routine zu.

Das ist erstmal sehr viel aufzunehmen. Wie schon in Teil 1 angeklungen ist: Nimm dir Zeit für die Entwicklung von Routinen. Nichts lässt uns leichter scheitern als sich zu viel auf einmal vorzunehmen. Auch empfehle ich gelegentliches Fehlschlagen einzuplanen. Der Plan ist entwickelt und 2 von 10 Malen geht’s doch irgendwie schief? (Erst verspätet abgewaschen, zur geplanten Zeit nicht zu Hause gewesen und beim Heimkommen zu kaputt, um sich noch drum zu kümmern, doch mal eine ganze Woche in alte Muster zurückgefallen) DAS PASSIERT. Shhhh, it’s okay. Routine heißt nur, dass du es wieder versuchst.
Wenn es regelmäßig fehlschlägt, heißt das nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt, sondern dass der Plan nicht einfach genug ist. Es kann auch Sinn machen, selbst die Teile des Plans als einzelne zu erlernende Routinen zu verstehen. D.h. 3 Wochen erst einmal lernen das Geschirr regelmäßig in die Küche zu bringen, sonst nichts an der gewohnten Art abzuwaschen verändern. Dann der nächste Schritt usw.

Den Chaosaffen besiegen

(Den Begriff habe ich aus einem engl. Artikel geklaut, der ihn völlig anders meint, als ich ihn jetzt benutzen werde – und aus dem ich das Prinzip habe Fehlschläge einzuplanen. Update: Oh shucks, das war noch ein dritter Artikel. Ich verlinke ihn, falls ich ihn finde.)

Routinen sind auch eine sehr wertvolle Hilfe für diese Sachen, die immer fehlen, verschwinden, woanders rumliegen als geplant oder sich in Sekunden auftürmen (d.h. Rechnungen oder Müll), die mit anderen Worten, vom Chaosaffen regiert zu sein scheinen.
Das Schöne ist, dass man sich hier mit einer unmerklich geringen Menge an Handgriffen stundenlanges aufräumen/sortieren und Anträge unter Tränen ausfüllen sparen kann – anders als beim Abwasch, den muss man halt irgendwann machen.

Tipps:

  • Finde einen Platz für deinen Schlüssel (dein Handy, deine Lieblingsschuhe) und gib dir Zeit zu lernen sie immer an diese Stelle zu legen, wenn du heimkommst/rausgehst. IMMMMMMER! Ich habe seit 3 Jahren meinen Schlüssel kein einziges Mal panisch gesucht, wenn ich das Haus verlassen wollte. Nur einmal ist er runtergefallen, aber da war der 1. Ort, an dem ich suchte, der richtige.
  • Entwickele die Angewohnheit, alles, was auf den Boden fällt sofort aufzuheben/was nichts auf dem Boden verloren hat hochzulegen. Am besten in dein Blickfeld, damit du es bald wegräumst.
  • Müll kommt weg, sobald er nicht mehr benutzt wird, an den richtigen Ort. Wenn du Müll trennst, achte darauf immer befüllbare Behälter in mind. einem Zimmer bereitstehen zu haben. Wenn sehr viel von einer Art Müll in einem Zimmer anfällt, wo es keinen Behälter dafür gibt, überlege dir einen zu besorgen.
  • Schaffe einen Platz, an dem wichtige (unbearbeitete) Briefe gelagert werden. Lege nichts anderes an diesen Platz und verstelle den Blick auf den Platz nicht (damit du ihre Existenz nicht vergisst).
  • Arbeite mit einem Ordner für wichtige Dokumente. Am besten ist, ihn thematisch zu ordnen, aber wenn das zu viel Aufwand ist, beginne erst einmal damit sie wenigstens alle an einem Platz zu sammeln. Wichtige/offizielle bearbeitete Briefe landen in diesem Ordner(n).
  • Hefte Kontoauszüge immer gleich ab.
  • Falls möglich, scanne/fotographiere und speichere wichtige Anträge, wenn du sie vollständig ausgefüllt hast, an einem zentralen Ort. Wenn du den Antrag in einem Jahr wieder ausfüllen musst, wirst du dir sehr dankbar sein (und sollte es jemals zu Auseinandersetzungen über den Antrag kommen, kannst du sehen, was du eingetragen hast).
  • Wenn es dir schwerfällt, fürs Einkaufen nichts zu vergessen, schaffe einen Ort, an dem immer ein Stift und Papier liegen (genau da! nur eine Liste!). Suche am besten einen Ort, wo dir die meisten Sachen einfallen, z.B. die Küche. Genauso gut geht natürlich eine Tafel oder dein Handy. Hauptsache du hast die Angewohnheit, es sofort aufzuschreiben und schaust auch drauf, bevor du losgehst. Auch wenn du keinen Einkauf am gleichen Tag planst, kannst du es sofort notieren, wenn dir auffällt, dass bald keine Mülltüten mehr da sind.
  • Dinge brauchen einen Platz. Wenn etwas ähnliches immer im Weg herumliegt, schaffe einen Platz dafür. Es ist in Ordnung die dreckige Wäsche in einem Haufen auf dem Boden zu sammeln, aber dann lass es nur diesen einen Haufen sein und bring ihn regelmäßig zur nächsten Waschmaschine.

Das wäre es erst einmal an konkreten Tips und Strategien von mir. Jetzt noch einige Disclaimer und generelle Anmerkungen:
Meine Tips sind nicht die ultimative Lösung für alle Probleme. Für manches habt ihr vielleicht schon sehr gute Lösungen gefunden, die meiner vorgeschlagenen Strategie in keiner Weise ähneln. Wenn sie für euch reibungslos funktionieren: weitermachen!
In diesem Artikel steht viel, dass man neu machen könnte, aber ich wiederhole: Macht es nicht alles auf einmal. Das ist ein Rezept für Überforderung und daraus folgendes Fehlschlagen des Plans.

Ich bin ein großer Fan davon sich ein einziges Mal mehr Arbeit zu machen (einen Plan zu entwickeln, einen Ordner anzulegen) und danach mit wenigen Routine-Handgriffen ein angenehmes Maß an Ordnung aufrechtzuerhalten. Das bedeutet u.a., dass ich mir viel Mühe machen kann, wenn ich gerade die Energie habe und an jedem anderen Tag mein Arbeitsaufwand relativ gering bleibt und meine Wohnung trotzdem sauber/organisiert.

Es folgt noch ein dritter Teil, indem ich mindestens all die Webseiten sammele, wo diese klugen Tips herkommen (für einen Vorgeschmack könnt ihr auch schon einmal in die Kommentare von Teil 1 schauen).


Schlagwörter: Haushalt – sauber machen – Lebenstips – schlechte Laune

Die meisten haben einen und machen sogar ab und an den Finger krumm (Redewendung = RW), um ihn sauber zu halten: der Haushalt. Leider scheint der Haushalt noch viel mehr zu machen, um wieder dreckig zu werden. Ich möchte dabei nicht auf die Arbeitsverteilung eingehen – ein Thema, bei dem ich mich schnell in Rage schreibe – sondern stattdessen ein bisschen Hoffnung versprühen.

Letztens wurde bei CaptainAwkward.com ein Artikel veröffentlicht, der einen Ansatz beschrieb, um Phasen der schlechten Laune zu unterbrechen. Der Artikel wird sicher nicht allen helfen, hat mir aber sehr gut gefallen. Einige Kommentator*innen meldeten sich zu Wort, dass sie die Lektüre des Artikels gleich mal unterbrochen haben, um ein paar Sachen wegzuräumen. Denn es gibt eine Verschränkung von schlechter Laune, Nichtstun(-Können) und Haushalt, die dort auch angesprochen wurde. Jedenfalls war dieser Artikel Inspiration und Ausgangspunkt für meinen Post hier.

The Haushalt

Eines der Themen, mit denen ich mich in den letzten Wochen beschäftigt habe, lautete, wie man mit möglichst wenig Aufwand die eigene Wohnung sauber hält. Denn so richtig habe ich dafür nie einen Plan beigebracht bekommen. Staubwischen war in meinem Elternhaus eine außergewöhnliche Tätigkeit und jetzt sammelt er sich eben gnadenlos in meiner eigenen Wohnung. Nicht dass es furchtbar dreckig bei mir wäre; Ich bin inzwischen recht gut darin Dinge an ihren vorgesehenen Platz zurückzuräumen und dafür zu sorgen, dass es meistens saubere Teller gibt. Mein Boden ist sogar frei. Aber ich bin eben noch nicht an dem Punkt angekommen, wo ich den Großteil der Woche zufrieden mit meinem Level an Sauberkeit bin.

Einige Strategien habe ich aber bereits aufgeschnappt und die würde ich gerne an diejenigen von euch weitergeben, die damit etwas anfangen können. Dabei versuche ich mich auf Tips zu beschränken, die ich selber umgesetzt habe. Denn so clever ein Putzplan klingt: Ich werde nie die Zeit oder Energie finden mich hinzusetzen und einen aufzustellen, from scratch¹.
Das bedeutet, dass dieser Artikel auch für die Leute am meisten Sinn machen wird, die ein ähnliches (nicht vorhandenes) Energielevel/meist abwesende Putzlust haben wie ich. Ich werde von Verhaltensweisen abraten, die für mich eine schlechte Idee sind. Einige von euch werden völlig gegenteilige Erfahrungen gemacht haben. Ich sage nicht, ihr macht es falsch. Ich sage: so funktioniert es für mich. Und welcher*m es ähnlich geht, hier habe ich ein paar Tips für euch!

Genug der Vorrede, angefangen.

Weniger ist mehr

Als allererstes möchte ich für meine energielosen Freund*innen die Vorstellung auslöschen, dass 3-stündiges Hauruckputzen irgendeinen Sinn machen würde. Also doch ja, es macht den Sinn, um kritisch hochgezogenen Elternaugenbrauen zu entgehen (aber sind die je zufrieden?). Es bedeutet aber auch, dass man sehr viel Energie in ein Unterfangen steckt, das nach wenigen Tagen nie stattgefunden zu haben scheint, denn von neuem kriecht der Staub und fleuchen die partnerlosen Socken. Und wenn die nächste Putzaktion ansteht, muss man wieder sehr viel Überwindung aufbringen, um sich das Ganze noch einmal anzutun.
Stattdessen möchte ich vorschlagen, sich mit der Idee anzufreunden, regelmäßig wenig zu machen.

Strategien:

  • 10-Minuten-Sprints

Das Zimmer sieht wie Müllkippe aus, da müsste unbedingt was getan werden, aber du wirst auf keinen Fall die Klamotten wegräumen und das Geschirr in die Küche und den Müll vom Boden sammeln? Die Antwort ist ein “Sprint”. Dabei geht es nicht darum schnell zu sein, sondern viel mehr darum, sich nur ein bisschen Zeit zu nehmen (die schnell verfliegt). Natürlich kann der Sprint auch 5 oder 25 Minuten dauern, Hauptsache die Zeitspanne erscheint machbar. Falls sich das als praktisch herausstellt, kann man auch einen Sprint pro Tag einplanen. Denn wie wir in diesem Artikel noch sehen werden, kommt man weit, wenn man oft wenig macht.
Am Ende eines solchen Sprints steht dann die Belohnung, dass man sich aufgerafft hat, vllt. auch mal wieder eine Ecke des Tisches freigelegt und manchmal wird Energie freigesetzt, mit der man dann gleich noch ein bisschen weiterarbeitet. Macht euch letzteres aber bloß nicht zum Ziel, denn das Gehirn reagiert widerspenstig darauf, heimlich in mehr Arbeit hineinmanövriert zu werden, als am Anfang zur Debatte stand. Zu Recht.

  • Wer den Raum verlässt, nimmt eine Sache mit

Zugegeben, für so einen Sprint muss man wenigstens ein bisschen Schwung aufbringen, machen wir es noch einfacher: Jedes Mal, wenn du auf dem Weg zu einem anderen Zimmer bist, denk kurz nach, ob du was mitnehmen könntest. Willst du ins Bad: Alte Wäsche, neue Mülltüte, Haarbürste verschleppt? Willst du in die Küche: Eine Tasse, etwas Müll?
Bitte nur nicht anfangen zu optimieren. Es geht nicht darum bei jedem einzelnen Weg etwas mitzunehmen. Auch ist es nicht schlimm, wenn man einen Plastikschnipsel mal übersehen hat, den man auch noch hätte einstecken können. Diese Strategie sollte fix von der Hand gehen – sie kann unterstützt werden, indem man Sachen schon in die Nähe der Tür/ins Sichtfeld stellt, wenn sie einer*m ins Auge fallen. Ziel ist es, nicht nach 3 Tagen vier halb verschimmelte Teller, sechs Tassen und drei prekär balancierte Gläser in die Küche tragen zu müssen, sondern dass ein ständiges “Kommen und Gehen” herrscht.

  • Tu es halt

Manchmal habe ich diese eine Stelle, diese eine kleine Sache, die ich noch saubermachen/wegräumen/auswaschen wollte. Aber irgendwie vergesse ich immer wieder ihre Existenz und dann, wenn ich mit was anderem beschäftigt bin, fällt sie mir wieder ins Auge – und stört mich. Das kann teils wochenlang so gehen. In diesem Falle kann es das Beste sein, es jetzt einfach mal zu erledigen. Selbst wenn du gerade nicht in der Stimmung bist, selbst wenn du dafür etwas anders unterbrichst: Wenn es weniger als ~1 Minute dauert (Zeitmaß kann nach Bedarf angepasst werden) mach es halt. Das ist keine Verpflichtung mit irgendwas anderem weiter zu machen, kein bindender Vertrag. Aber diese eine kleine Sache ist dann erledigt und wenn du das nächste Mal vorbeiläufst, kannst du dich ein bisschen freuen.

  • Leerlauf

Dies ist eigentlich nichts anderes als ein kurzer Sprint, funktioniert aber möglicherweise für Leute besser, die einen Anstoß/eine Routine brauchen.
Im Tagesablauf können ein paar Lücken entstehen, in denen man nichts Bestimmtes zu tun hat, die aber immer wieder auftreten. Das kann z.B. Wasser kochen sein oder die Werbeunterbrechung der Lieblingsserie. Das nächste Mal kannst du versuchen herauszufinden, wie viele kleine Dinge du in dieser Pause erledigen kannst. Ein paar Sachen in den Müll tun, etwas auf dem Tisch ordnen, mal kurz über eine Oberfläche wischen? Und wenn der Moment vorbei ist, ist wieder gut und zurück zum Kaffee machen/Serie schauen.
Auch hier möchte ich vor Optimierung warnen: Wenn man gut aufpasst, wird man sicher einige Lücken im Tagesablauf finden. Aber es geht nicht darum um biegen und brechen (RW) jede Lücke zu nutzen. Es geht auch nicht darum, wirklich jedes Mal beim Wasserkochen Dinge zu erledigen. Wenn es sich als Routine entwickelt, schön. Aber wenn du morgens erstmal mit der schweren Aufgabe klarkommen möchtest senkrecht zu stehen, dann konzentrier dich besser darauf. Sinn und Zweck der kleinen Schritte ist, dass man sich nicht übernimmt.

Das war’s erst mal dazu. Im Sinne der kleinen Schritte mache ich hier eine Pause. In einem kommenden Artikel zum Thema möchte ich über Routine sprechen.

1 Vollständig, von Grund auf


Links 43

18Jun14

Schlagwörter: Cissexismus – Dan Savage – Arbeitslosigkeit – Lundy Bancroft – abusive Beziehungen – Drohnen – sexuelle Belästigung – Menstruation

Die Links einmal komplett auf Englisch.

Der Autor von “Why Does He Do That – Inside the Minds of Angry and Controlling Men” hat einen eigenen Blog. Wegen des Themas sei vor Geschichten häuslicher Gewalt u.ä. gewarnt.

Besorgniserregende Entwicklungen in England: Langzeitarbeitslose müssen sich entscheiden entweder täglich beim Arbeitsamt zu erscheinen oder unentgeldlich zu arbeiten

Die Sicherheit von Menstruations-Produkten sollte tatsächlich einmal untersucht werden via @hanhaiwen

Sexuelle Belästigung jetzt per Drohne verfügbar via @nkjemisin

Dan Savage beschimpft junge trans Person und erwartet dann eine Entschuldigung von ihr via @Shanna_Katz


Schlagwörter: Hannibal – My Name is Earl – Adventure Time – Six Feet Under

Heute soll es den dritten Teil meiner Serienempfehlungen geben. Im ersten und zweiten Artikel stellte ich bereits insgesamt 6 Serien vor, es folgen weitere vier.
Hinter dem Seriennamen steht wieder, wo ich mich gerade befinde.

My Name is Earl (fertig) – Da ich über die Serie schon einmal geschrieben habe, zitiere ich mich selbst:

Earl ist ein Kleinkrimineller, klaut viel und bringt Leute anderweitig um ihr Geld, bis er im Lotto gewinnt. Er wird allerdings prompt von einem Auto angefahren und verliert das Los, was ihn glauben lässt, das Karma wolle von ihm, dass er all seine schlechten Taten wieder richte. Als er seine erste Tat wieder gutmacht, fliegt ihm sein Los zu. Dies überzeugt ihn gänzlich. Mit Hilfe des Geldes macht er sich im weiteren Verlauf der Serie an die Wiedergutmachung der gesamten Liste von schlechten Taten.

Was ich auszusetzen habe, steht recht ausführlich in dem verlinkten Artikel. Was ich mochte ist die Herzigkeit fast aller Charaktere und die teils absurden Storys. Es ist spannend in jeder Folge eine neue Geschichte zu hören, wie Earl jemanden übers Ohr gehauen hat und zu verfolgen, wie er es wieder gut macht. Aber Kritikpunkte gibt es auch eine Menge, deswegen stelle ich die Serie erst an dieser Stelle vor. Dazu wie gesagt mehr hinterm angegebenen Link. Eine Sache, die dort nicht steht: My Name is Earl wurde plötzlich abgesetzt und man bleibt mit einem Cliffhanger zurück. Nicht nett. Es lohnt sich aber trotzdem reinzuschauen.

Adventure Time (Anfang Staffel 5) – Adventure Time ist eine Zeichentrickserie über den letzten Menschen Finn und seinen dehnbaren sprechenden Hundefreund Jake, die wissenschaftlich gebildete Prinzessin Bubblegum uvm.
Wie der Name schon sagt, erleben Finn und Jake viele Abenteuer und lernen sowohl immer mehr Bewohner ihrer Welt kennen, als auch mehr über die Vergangenheit. Das sind teils Stellen, an denen es nachdenklich bis traurig wird und man sich die Frage stellt, ob man hier eine Kinderserie schaut (meine Einschätzung: Irgendwie nicht). Auch hat Adventure Time ein Händchen (Redewendung) für absurde bis gruselige/eklige Situationen.
Ich weiß, dass einige Leser*innen ganz und gar nicht mit dem “Ranking” einverstanden sein werden, aber irgendwas hat mir gefehlt. Ich mag die Serie, aber die Frauenrollen waren mir dann doch zu zweitrangig. Wer es lustig, absurd und nachdenklich mit ein paar Lebensweisheiten mag, ist bei Adventure Time aber richtig.

Hannibal (Anfang Staffel 3) – Ach Hannibal. Kommen wir von den lustigen Serien zum Gemetzel. Bei Hannibal bin ich ausnahmsweise völlig up-to-date, was wahrscheinlich meine Bewertung verschlechtert. Denn die Devise lautet: all your faves are gonna die (alle deine Lieblinge werden sterben). Während man sich natürlich nicht beliebig vom Originalmaterial entfernen kann, ist es doch schwer anzusehen, wie all die sympathischen Charaktere sich Stück für Stück verabschieden. Und übrig bleiben mehrheitlich weiße Typen. Erstaunlich, wie das immer klappt.
Toll finde ich: das guuute Eeesssen, die Ästhetik der Serie (dunkle Farben, schön arrangierte Szenen, selbst wenn ein toter Mensch mittendrin liegt), die Kreativität der Mordfälle, die teils sehr feine Performance, Will Graham in Unterwäsche (ich vermisse dich, Staffel 1). Nicht (mehr) so toll finde ich das gestelzte, manchmal echt schwer zu verfolgende metaphorische Gerede der Protagonist*innen, das gen Ende gefühlt gar nichts mehr bedeutet.
Ich empfehle die Serie mit ein paar guten Freund*innen zu konsumieren, die einen starken Magen und ausgewählten Humor besitzen (denn Staffel 1 zieht runter, yo).

Six Feet Under (Anfang Staffel 5) – Ach ja, Six Feet Under. Meine Nemesis. In dem Drama Six Feet Under geht es um die Familie Fisher. Fisher Senior betreibt das Familien-Bestattungsinstitut bis zu seinem Tod, der den Beginn der Serie einleitet. Man verfolgt seine drei Kinder, seine Frau und seinen Angestellten Federico wie sie mit seinem Tod, ihren neuen Aufgaben (oder Freiheiten) und diversen Beziehungen fertig werden.
Das Hauptproblem dieser Serie ist Nate, Fisher Seniors erster Sohn. Nur ungern lässt er sich einspannen, um in seine Heimatstadt zurückzuziehen und im Familienunternehmen zu helfen (so weit so verständlich). Leider ist er der ich-bezogenste, weinerlichste Sack, der mir in all meinen Serien untergekommen ist. Er ist so schlimm, ich hasse ihn mehr als Xander (Buffy). In der letzten Staffel bin ich dazu übergegangen, jede Szene mit ihm zu überspringen, weil es mir andernfalls schwer fällt meine Wut zu kontrollieren.
Natürlich gibt es noch andere Figuren und die werden tatsächlich nicht von einem Stück Brot gespielt. Die Mutter Ruth, die sich langsam zu einem selbstbestimmteren Leben arbeitet, Sohn David, der seine und anderer Leute Probleme mit seiner Homosexualität konfrontiert, Angestellter Federico, der seine Ehe verkackt und Tochter Claire, die in ihrer Kunstschule auch eine Menge Drogen konsumiert, all sie haben ihre eigenen vielschichtigen Handlungsstränge. Ebenso Nates Freundin/Exfreundin/Freundin Brenda mit ihrer furchtbar aufdringlichen Psychologinnen-Mutter Margaret.
Was ist gut an dieser Serie? Bis auf Nate können die Leute wirklich schauspielern, die Leichen sind gut gemacht, es gibt im Vergleich mit andern Serien echt viele Frauenrollen, Themen wie Drogen-Abhängigkeit, gewalttätige Übergriffe, Traumata und psychische Krankheit werden angegangen. Mit Brenda und ihren Eltern sieht man auch ein unglaublich akkurates Bild einer dysfunktionalen Familie.
Leider liegen in der Behandlung dieser Themen auch die Schwächen der Serie, denn es folgt recht unnötige und gleichzeitig brutale heterosexistische Gewalt, es gibt einigen (nicht-kritisierten) Ableismus und letztendlich muss man auf Dramen stehen, um all die Schicksalsschläge und schlechten Entscheidungen der Familie Fisher zu verkraften. Was man Six Feet Under allerdings nicht vorwerfen kann, ist Eindimensionalität sowohl der Handlungsstränge als auch der Figuren.

Derzeit schaue ich noch:

  • Merlin
  • Supernatural
  • Dead Like Me
  • Friends
  • Game of Thrones (halbherzig)

Auf meiner Liste stehen:

  • Broad City
  • Brooklyn 99
  • Die Serie mit den Sanitäter*innen da, deren Namen ich vergessen habe
  • Girlmore Girls – nochmal schauen

So viel zu meinen Serienempfehlungen für diese Runde. Ich freue mich sowohl über eure Einschätzungen der vorgestellten Serien als auch Empfehlungen neuer Serien.


Schlagwörter: Pushing Daysies – Elementary – Buffy

In meinem letzten Blogpost zum Thema hatte ich meine drei liebsten Serien vorgestellt, nun kommen wir zum nächsten Abschnitt der Liste.
Hinter den Titeln steht nach wie vor, wo ich mich gerade in der Serie befinde. Die Liste selbst ist nicht als absolut zu verstehen – welche Serien ich jetzt genau wie viel mehr mag als eine andere, kann ich nicht genau sagen. Ich stelle lediglich vor, was mir gefallen hat und das bedeutet, dass ich jede der genannten Sendungen aus irgendeinem Grund mochte, unabhängig von ihrem Platz in der Aufzählung.
Spoiler: Ich habe keine Namen nachgeschlagen, deswegen garantiere ich für nichts, was die Rechtschreibung angeht.

Elementary (Anfang Staffel 2) – Elementary ist die bzw. eine US-amerikanische Adaption von Sherlock Holmes. Lucy Liu spielt dabei Watson, was viele furchtbar und ich super toll fand(en). An Holmes selbst musste ich mich wegen des hohen Rosses, auf dem er sitzt (Redewendung), erst einmal gewöhnen, aber als er anfing seine eigenen Fehler einzugestehen, wurde es besser. Die Serie selbst betont weniger die Morde/Kriminalfälle, die in jeder Folge vorkommen, als das Verhältnis zwischen Holmes und Watson bzw. auch den anderen Charakteren.
Mir gefällt besonders die Ästhetik der Serie, die “komm mal runter”-Einstellung von Watson gegenüber Sherlock und generell die liebenswerten Charaktere. Und wenn ich ehrlich bin, dass im Intro ein Cello zu hören ist, spielt auch eine Rolle.
Viel mehr kann ich zu Elementary nicht sagen, weil der zeitliche Abstand zur letzten Folge zu groß ist. Ich will aber unbedingt weiterschauen.

Buffy (fertig) – Buffy, die Kult-Vampirserie aus den 90ern, aus der wahrscheinlich alle anderen Vampir-Serien hervorgingen und die uns über drei Ecken 50 Shades of Grey eingebrockt hat. Aber lassen wir das kurz beiseite, denn das ist eine Anklage, die man schwer wieder gutmachen kann.
Ich stimme zwar nicht mit der weit verbreiteten Meinung überein, dass Buffy dieses feministische Glanzstück ist (einige Aspekte ja, andere hell no), aber mit fortschreitenden Episoden war ich dann doch von der Story gefesselt (außer Staffel 6, bitte erinnert mich nicht an Staffel 6). Die Teenagerin und Ex-Cheerleaderin Buffy kommt jedenfalls an eine Highschool in Sunnydale, weil sie aus ihrer alten ‘rausgeworfen wurde. Grund: Sie hat “die Sporthalle angezündet”. Das ist zwar korrekt, aber ganz war das nicht ihre Schuld, denn die Sporthalle war voller Vampire. Da das wenig überzeugend klingt, ist sie trotzdem geflogen. Auf der neuen Schule muss sie sich dann erst mal wieder ins soziale Gefüge einfinden, aber wird vor allem gleich mit ihrer Bestimmung konfrontiert: die einzige Vampirjägerin auf der Erde zu sein und nun eine Schule zu besuchen, die direkt über dem “Höllenschlund” liegt. Vermehrte Monster-Action ist angesagt (und ein paar Weltuntergänge). Mit ihren neu gefunden Freund/innen, ihrem “Watcher” Giles und einer Erzfeindin macht sie sich dann (widerstrebend) daran, die ersten Vampire und anderen Monster zu töten.
Was ich an der Serie mochte, sind die unironischen 90ies-Klamotten (hehe), Figuren wie die Lehrerin (und mehr als das) Ms Calendar, die fiese (aber tolle <3) Cordelia und im Wesentlichen alle anderen Figuren, außer den Hauptfiguren. Die Monster sind abwechslungsreich, die Bösewichte häufig cool und an unterhaltsamen Wortgefechten und peinlichen bis guten Wortspielen wird nicht gespart. Weniger lustig war das Schmerzensmann-Edward-Vorbild Angel, Nice Guy Xander, der ganze schmerzhafte Rassismus, sexistische Storylines und der meiner Meinung nach recht deprimierende philosophische Unterton der Serie. Auch sollte man sich damit abfinden, dass die Regeln des Buffy-Universums sich im Verlauf der Episoden ab und zu ändern. Ich habe jedoch bis zum Ende durchgehalten und das soll wohl etwas heißen.
Weiteres Buffy-Lesefutter von mir + Die detaillierten und unterhaltsamen Buffy-Reviews von Jenny Trout – Jupp, das ist die Autorin von den 50 Shades of Grey-Reviews.

This is why I love Cordelia. It’s not that she’s oblivious to what’s going on with other people, it’s that she just doesn’t give a shit.

Ich auch, Jenny Trout, ich auch.

Pushing Daysies (fertig) – Pushing Daysies ist eine unglaublich farbenfrohe Serie mit Lee Pace als eine der Hauptfiguren, was ich erwähne, weil ich ihn super knuddelig finde (er hat auch Thranduil im Hobbit gespielt, da ist er weniger knuddelig). Die Serie ist erdacht von Brian Fuller, der auch Dead Like Me und Hannibal zu verantworten hat und gerade fällt mir auf, dass Brian Fuller darauf steht Serien mit Toten zu machen. In Pushing Daysies jedenfalls kann Lee Pace, der “Piemaker” Nat, Ned, Nate? Gott, ich hab zu viel Six Feet Under geschaut… Es war wohl Ned. Jedenfalls Ned will zwar Kuchen in seinem Café “Pie Hole” backen, aber kann auch tote Tiere, Früchte, Menschen wieder zum Leben erwecken. Das kleine Problem ist nur, wenn er sie nicht innerhalb der nächsten 60 Sekunden wieder berührt und zur ewigen Ruhe schickt, wird ein anderes Lebewesen etwa der gleichen Größenkategorie sterben, das sich im näheren Umkreis befindet (Insekt für Insekt, kleines Tier für kleines Tier, Mensch für Mensch). Wenn er das Lebewesen länger am Leben lässt, kann er es nie wieder berühren, sonst stirbt es und bleibt für immer tot.
Aus dieser Fähigkeit ergeben sich dann auch zwei Storylines: Der Privat-Ermittler Emerson Cod entdeckt zufällig Neds Fähigkeit und möchte mit ihm zusammenarbeiten, da es viel leichter ist Mörder zu schnappen, wenn man mit den Leichen reden kann. Eines der ersten Opfer, dessen Tod sie aufklären wollen, ist jedoch Neds Kinder- und Jugendliebe, die er ein wenig zu lange am Leben lässt. Tada, Konflikt.
Pushing Daysies ist jedenfalls eine erstaunlich fröhliche Serie dafür, dass es regelmäßig um Leichen geht. Man könnte sie auch morbid nennen. Ich finde die (wenn auch leicht überdrehte) Art der Charaktere sehr nett sowie die hellen Farben und den Humor (ihr müsst gut zuhören, sonst verpasst ihr die Hälfte). Die Geschichten der Todesfälle sind vor allem extrem kreativ, der Erzählstil ist näher an Märchen als an dem ernsthaften Ton der meisten Serien.
Leider wurde Pushing Daysies nach nicht allzu langer Zeit, zwei Staffeln müssten es sein, abgesetzt. Man erhält ein hastiges Ende, aber es lässt einen doch mit der Hoffnung auf mehr zurück. Auch wird ein bisschen zu sehr auf “Probleme kreieren, indem Leute nicht miteinander sprechen” gesetzt, aber seien wir ehrlich, an Pushing Daysies stört mich nicht viel, außer dass die Besetzung mehrheitlich weiß ist.

Lee Pace wie er niedlich in der Ecke steht – und oh ja, all die anderen tollen Figuren (mehrere Gifs hinterm Link).


In den letzten wahrscheinlich zwei Monaten habe ich die Zusammenfassung des “Buches” 50 Shades of Grey (50SoG) durch Jenny Trout gelesen. Um genau zu sein, handelt es sich um eine “Trilogie”. Um noch genauer zu sein, handelt es sich um eine Twilight-Fanfiction, die wahllos in drei Teile zerschnitten wurde, damit die Autorin E.L. James mehr Geld scheffeln kann.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Fanfiction. Jedoch ist das erste kleine Problem von 50SoG, dass es schlicht und ergreifend das Plagiat eines anderen Buches darstellt, denn E.L. James hat jede einzelne Wendung und jeden einzelnen Charakter von Twilight verwurstet. Dass Edward in der Druckversion “Christian”, Bella “Ana” und Jakob “José” (subtiiil) heißen, macht da auch keinen großen Unterschied mehr.

Aber das ist erst der Anfang. Wenn ich aufgefordert würde zu beschreiben, was ich an diesem Buch hasse, würde ich der Einfachheit halber damit beginnen, was ich nicht hasse. Moment, ich muss überlegen. Oh ja, es gab da zwei Nebencharaktere: Der Bodyguard Taylor und die Haushälterin Ms. Jones, die Christians gebrauchte Kondome vom Boden aufheben und seine benutzten Buttplugs reinigen muss. Die beiden jedenfalls kommen zusammen. Die armen.¹

Also kommen wir dazu, was ich an 50SoG hasse, denn dafür sind wir ja hier. Wie gesagt, ich habe von den Büchern nichts gelesen, bis auf die Ausschnitte, die Jenny Trout regelmäßig in die Zusammenfassungen eingefügt hat. Ich fühle mich trotzdem ausgezeichnet in der Lage meine Einschätzung zu liefern. Vielen Dank.

Der Schreibstil

Den Schreibstil als “schlecht” zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung des Wortes “schlecht”. Und meine Ansprüche sind da eigentlich nicht so hoch – ich erwarte keine kunstvoll geschwungenen Phrasen, es würde mir schon reichen, nicht 10 Mal davon zu lesen, wie Ana (die das Buch in der 1. Person Präsens erzählt) rot wird. Bzw. lasse ich das kurz Cliff von Pervocracy zusammenfassen:

Okay, I searched the book, and there are:

  • 30 “holy crap”s
  • 39 “holy shit”s
  • 16 “holy cow”s
  • 7 “holy Moses”s

Also:

  • 100 “flush”es
  • 7 “double crap”s
  • 6 times C[hristian]G[rey] is “tousled”, 6 times he is “sculptured,” and 11 times his eyes “blaze”

WRITING!

Hier ist also aufgezählt, wie oft die Ausdrücke im Buch wiederholt werden – Cliff redet, wohlgemerkt, vom ersten Buch, nicht der gesamten Trilogie. Was diese Aufzählung auch sehr gut illustriert, ist die unterirdische Ausdrucksweise von Ana. Welche 22-jährige (?) benutzt Flüche wie “holy cow” oder noch schlimmer “double crap”? Vor allem denkt sie diese “Flüche” in den unangemessensten Situationen. Sieht Ana Christians gigantisches Gemächt oder bekommt von seiner traumatischen Kindheit erzählt, denkt sie “Jeez”. Was zum…

Der Sexismus

Ana hasst alle Frauen. Alle. Frauen. Außer alte Frauen (>30), denn die sind zu vertrocknet, um ihr ihren Super-Ehemann wegzunehmen. Und die eine Schwarze Rezeptionistin. Ihr wisst schon, weil es “ich bin nicht rassistisch” schreit, wenn man eine einzige Schwarze Frau einführt und die Protagonistin sich dann denkt, dass sie mit der sicher befreundet sein könne – ohne mit ihr mal geredet zu haben.
Ana hasst auch bzw. besonders Europäerinnen.² Und Blondinen. Also Naturblondinen, gefärbte Blondinen scheinen auf der Hassliste weiter unten zu stehen. Und dann hasst sie all die Frauen, die sich an ihren heißen Kontrollfreak ranmachen. Also alle Frauen unter 30, denen sie begegnen (die Frauen über 30 stehn auch auf ihn, sind aber nicht erwähnenswert, sh. “vertrocknet”). Und natürlich hasst sie auch Kate, ihre beste Freundin und den Alice(?)-Abklatsch, Christians Schwester – mit der Bella in Twilight sich eigentlich super gut versteht. Also ich hoffe, ihr habt verstanden, dass Ana alle Frauen hasst.

Die Hauptfiguren

Ich H.A.S.S.E Ana und Christian. Ich verabscheue sie, ich wünschte nur für sie würde eine Möglichkeit erfunden fiktionale Figuren zu würgen. Ich hasse Christian mehr. Aber ich hasse auch Ana. Ich hasse wie sie jedes Mal von der “Kate [Nachname] inquisition” spricht, wenn ihre beste Freundin (!) ihr eine Frage nach ihrem Leben stellt. Ich hasse wie die beiden sich nach ihrer Heirat mit “Mr.” und “Mrs. Grey” ansprechen (nicht gelogen und es ist so. furchtbar). Und ich hasse alles an Christian. Alles. Aaaaalles. All-es. (Übrigens der Mann eurer Träume, falls ihr den Hype noch nicht mitgekriegt habt.) Zu den Gründen komme ich beim nächsten Mal.

Den Plot

Man sollte meinen, wenn man ein Buch plagiiert, das es immerhin schafft eine Geschichte zu erzählen, dass es eine Handlung geben sollte. Uhm. Nope. Also klar “kriegen sie sich oder nicht, Heiiiirat, Baaaabies”, aber das ist keine Handlung. Was stattdessen passiert, ist, dass E.L. James über die langweiligsten Sachen stundenlang fabuliert und dann bei den Szenen, wo normale Menschen einen Spannungsbogen aufbauen, einfach drüber hinwegfliegt oder – noch besser – gar nicht beschreibt, was dort geschieht. Dieses Buch ist spannungsmäßig wie eine niemals endende Fahrt mit einer Person, die nicht mit Gaspedal, Kupplung und Bremse umgehen kann, nur dass das Geschehen im Auto nicht erlebt, sondern erzählt wird. “Wir stoppten, nein wir rollten einige Zentimeter, es wurde auf das Gaspedal gedrückt, aber die Kupplung kam nicht, also ruckelte es. Mit einem stärkeren drücken des Gaspedals schossen wir nach vorne, aber dann wurde die Bremse gedrückt, wir wurden stark langsamer, aber hielten nicht an.” IMMER WEITER BIS DU TOT BIST ES WIRD NIE AUFHÖREN.
Habt ihr American Psycho gelesen? Es gibt dort ganze Seiten, einmal waren es etwa 5, kleine Schrift, auf Englisch, in denen die unwichtigste Scheiße beschrieben wird. Das eine Mal ging es darum, wie toll irgendeine Typenband ist. 5 Seiten. 5 Seiten ohne Handlung, nur das einfältige Gelaber des selbstverliebten Protagonisten. Ich bin immer noch der Meinung, dass American Psycho schlecht geschrieben war. ABER DIESES KAPITEL WAR SPANNENDER als Anas Beschreibung, wie sie sich im Spiegel ansieht, Anas Beschreibung, wie man ein Auto fährt, Anas 50 mal wiederholte Beschreibung wie heiß Christian ist. Spannender als … alles.

Und Christians verdammter Hubschrauber? Heißt “Charlie Tango”. *weint in sir Kissen*

***********
Dies war der erste Teil. Im zweiten Teil schreibe ich über das Schlimmste an dieser Trilogie: Die Beziehung.

1 Es ist schön, dass sie zusammen kommen, aber ununterbrochen in der Gegenwart von Ana und Christian zu sein, kann ich ohne Zögern als Folter bezeichnen.
2 Wie in Jenny Trouts Zusammenfassung angemerkt, liegt das wohl daran, dass E.L. James Britin ist und manche Briten einen ausgeprägten Hass auf Europäer*innen (also Festländer*innen) pflegen. Dass dies für ihre US-amerikanische Protagonistin keinen Sinn macht, geschenkt.


Links 42

24Apr14

Schlagworte: sex positivity – Adultismus – Rassismus – Antisemitismus – Ableismus – Geflüchtete – antimuslimischer Rassismus – creepers – trans – Solidarität

Der jüngste Link ist 27 Tage alt, deswegen poste ich mir die jetzt von der Brust. Inhaltswarnungen kann ich heute keine einfügen, weil ich durch das Alter der Texte nicht mehr viel vom Inhalt weiß. Ihr seid gewarnt.

“On feeling, acting or being a creep”
[Englisch] von @goldfish

“Are you being too sex positive?”
[Englisch]

10 einfache Dinge, die cis Leute tun können
[Englisch] via @cnlester

“Warum ich die Frage nicht beantworte” – Wenn Menschen ihre Behinderung erklären sollen
[Englisch] von @goldfish

“Das diskriminierte Kind” – Zum Thema Adultismus
[Deutsch] von @co_g via @ponypost

Studierende sind auch islamfeindlich und antisemitisch – Schockierende Neuigkeiten (ja, ich bin sarkastisch)
[Deutsch] via @grautoene

Die Anzahl der Angriffe auf Asylsuchenden-Unterkünfte nimmt drastisch zu
[Deutsch] via @diana_of_t


Was geht

20Apr14

…bei mir.

Da ich schon seit Monaten eine Art Schreibverstopfung hab (sorry für das Bild), fasse ich heute einfach mal zusammen, womit ich mich in letzter Zeit beschäftigt habe und gerade beschäftige.

Zunächst einmal habe ich eine neue Kolumne für di:en Queerulant_in fertiggestellt. Wie letztens schon gesagt, gab es diesmal keine Frage. Ich habe hingegen meine Weisheit ganz unaufgefordert über den Leser*innen ausgeschüttet (bzw. werde das tun, sobald die neue Ausgabe erscheint).
Damit verbunden sage ich gerne nochmal: Wenn ihr trans und oder queer seid und eine Frage an mich habt, die ihr gerne in dem_der Queerulant_in beantwortet sehen möchtet, mein Mailfach steht euch offen: hoc [at] riseup [dot] net.
Für weitere Details auf den vorhergehenden Link klicken.

Was deprimierendere News angeht, lese ich schon seit einer gaaanzen Weile an diesen Kommentaren zu 50 Shades of Grey (uuuh, iiiiih, ja ich weiß and you have no idea). Jenny Trout geht dabei mit sehr viel Witz – das Einzige, was mir durch diese schwere Zeit hilft – auf die einzelnen Kapitel ein. Deprimierend ist das Ganze v.a., weil die beschriebene Beziehung zwischen Christian Grey und Anastasia Rose Steel (dafuq) schlicht und ergreifend voller emotionaler, physischer und sexualisierter Gewalt ist. Nein, es ist leider nicht einfach schlechte Twilight-Fanfic. Es ist wirklich besorgniserregend, was für eine Art Buch da schneller zum Bestseller geworden ist als Harry Potter.
Wenn ich durch die letzten Kapitel bin, werde ich möglicherweise einen Post über diesen Müll veröffentlichen. Keine Versprechungen.

Schöne Lektüre hingegen ist der neueste Kommentar-Thread auf Captain Awkward. The Captain hatte die Leser*innen dazu aufgefordert davon zu erzählen, welche bildlichen Drachen sie in letzter Zeit besiegt haben. Es werden auch ziemlich schwierige Probleme beschrieben, aber all die Erfolge zu lesen, gibt mir einen Teil des Glaubens an die Menschheit zurück, den ich durch 50 Shades verloren habe.

Meine Serien habe ich natürlich auch fleißig weiter geschaut, aber sehe mich gerade nicht in der Lage fröhliche Zusammenfassungen zu schreiben. Ich werde euch die restlichen 7 Serienempfehlungen jedoch nicht ewig vorenthalten, versprochen.

Zu guter Letzt wollte ich auf ein Thema eingehen, das mich immer wieder beschäftigt und bezüglich dessen ich an eurem Input interessiert bin: Freizeitgestaltung. Ich versuche daran zu arbeiten mit mehr Leuten in Kontakt zu kommen und meine Freizeit nicht nur aus *diesen Dingen, die ich alle alleine in meinem Zimmer machen kann/mit meinen Freundinnen* bestehen zu lassen.
Meine Frage an euch: Wie und welche Hobby(-gruppen) sucht ihr oder habt ihr euch gesucht? Was waren eure Erfahrungen? Seid ihr vllt. irgendwo wieder ausgestiegen, weil es nicht gepasst hat? Gibt es Hobbys, die ihr noch verfolgen möchtet, aber bis jetzt habt ihr keinen rechten Anfang gefunden?

Es würde mich freuen von euren Erfahrungen zu lesen. Ansonsten bis zum nächsten Mal, wenn dieser Blog aus seinem mehrmonatigen Schlaf erwacht.

PS: Wenn ihr schon Artikel zu eurem Hobby online gestellt habt, die ihr relevant für die Fragen findet, gerne verlinken.




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