Der Haushalt: Zum Weiterlesen

Vor nunmehr einem halben Jahr, sprach ich über

1) Den Bosskampf mit dem Haushalt und
2) Die Rolle von Routine dabei.

Ich bin jedoch noch nicht dazu gekommen, die Webseiten zu notieren, von denen diese wertvollen Tips stammen.

Quellen

Den bei Weitem größten Anklang erhält Unfuck Your Habitat, wovon es auch einen Tumblr gibt. Dort finden sich kleine Tips und große Strategien und vor allem eine sehr nette Community.

Auch empfohlen wurde FlyLady, die einigen sehr gut gefällt, deren Art andere allerdings nicht mögen. Am besten selber mal reinschauen.

Adulting ist ein Tumblr, bei dem es nicht nur ums Saubermachen geht, sondern allgemeine Tips für neue Erwachsene und die, die sich so fühlen, gegeben werden.

Als letztes wurde noch die kostenlose App HabitRPG vielerorts besungen, mit der man sich ganz individuelle Todo-Listen- und Routine-Ziele setzen kann. Die Motivation speist sich hier aus Belohnungen und, wie der Name schon sagt, dem spielartigen Aufbau des Ganzen.

Wenn ihr auf eine dieser Seiten schwört oder andere Quellen kennt, die ihr toll findet – die Kommentare stehen euch wie immer offen.

Der Haushalt und die Rolle von Routinen (Teil 2)

Schlagwörter: Haushalt – Lebenstips – Organisation – Routine

In meinem ersten Artikel zum Thema sprach ich davon, wie man einiges erreichen kann, wenn man für nur kurze Zeit ab und zu etwas saubermacht. Ziel ist es u.a. trotz des Gedankens „Aber es ist so viel zu tun.“ anzufangen, indem man sich nicht dazu verpflichtet Alles(tm) aufzuräumen, sondern nur eine abgesteckte, begrenzte Zeit zu arbeiten.

Natürlich reichen diese Strategien noch nicht aus für eine verlässlich saubere Wohnung. Manchmal türmen sich die Rechnungsberge, bis in die kleinste Ecke geschrubbt wurde seit Einzug nicht mehr (rede ich hier über mich? Wer weiß) und vor allem gibt es diese verflixten Bereiche, die einfach nicht sauber bleiben möchte, die da wären: Kleidung, Abwasch, Boden, Oberflächen, Abfall. Die Fenster und anderes kann man sicher auch noch hinzufügen, aber ich verrate euch jetzt, wie oft ich in 2 1/2 Jahren meine Fenster geputzt hab: 1 mal, so…

Manche Aufgaben erhalten also schon dadurch Priorität, dass es zu einem heillosen Durcheinander führt, wenn sie nicht regelmäßig ausgeführt werden.

Meine Strategie

1. Mache einen Plan
1.1 Was ist das Ziel
1.2 Wie komme ich da mit möglichst wenig (!) Handschlägen hin
1.3 Wann möchte ich das machen
2. Führe den Plan aus, so lange bis er automatisch ist und fließend in den Alltag übergeht
2.1 Prüfe auf Verbesserungsmöglichkeiten/Gründe, warum der Plan immer fehlschlägt
3. Führe den verbesserten Plan bis in alle Ewigkeit aus und sei glücklich wie gut er funktioniert
4. Wende dich einem anderen Problemgebiet zu und beginne mit 1.

Die Ausführung

Es folgt ein Beispiel, damit die Schritte nachvollziehbarer werden. Ich wähle das Beispiel Abwasch, weil ich keine Wahl habe als ihn von Hand zu erledigen und er für viele Leute ein regelmäßiges Problem darstellt.

1. The ~Abwaaaaasch~
1.1 Ziel: Ich möchte in regelmäßigen Abständen mein Geschirr säubern, so dass ich keine stressigen all the Abwasch-Situationen alle 3 bis 5 Tage habe, die ich aufschiebe, weil sie unglaublich anstrengend sind. (Sekundärziele: Ich will tatsächlich Platz in der Küche zum Arbeiten haben und keine Lebewesen an, in oder auf meinem unsauberen Geschirr.)
1.2 Ablauf: Ausgehend davon, dass das Geschirr bereit steht. Wasser einlassen, alles abwaschen, zum Trocknen in Abtropfdingsie stellen. Wenn das Geschirr trocken ist (also später, vllt. erst am nächsten Tag) im Vorbeigehen immer ein bisschen ausräumen, wenn ich gerade in der Küche zu tun habe.
1.3 Wann: Suche einen Rhythmus, der funktioniert (einmal pro Tag). Suche eine Zeit, die funktioniert (abends, weil ich da fast immer zur gleichen Zeit da bin). Bei einem Rhythmus von 2 Tagen hätte ich schon zu viel zu tun, als dass ich’s machen würde. Für andere könnte „nach jedem Essen“ besser funktionieren, weil das das wenigste Geschirr bedeutet = Überwindung am geringsten.
2. The ~Doiiiing~
2.1
Auftretende Probleme:

  • Ich bin abends in der Küche, aber das Geschirr nicht?!
  • Mehrmals schiebe ich das Abwaschen auf, weil ich keine Lust habe die ganzen Krümel von den Tellern zu entfernen, damit sie nicht in meinem Abwaschwasser rumschwimmen.
  • Immer wenn ich abgewaschen habe, ist die Küche schön leer, aber die Oberflächen dreckig. This is giving me the sads.

Lösungen:

  • Ich erinnere mich an Teil 1 der Artikelserie und mache mir „1 Ding mitnehmen, wenn ich den Raum verlasse“ zu Nutze: Wenn ich in die Küche gehe und leeres Geschirr auf dem Schreibtisch stehen habe, nehme ich es mit.
  • Ich entwickele die Angewohnheit nur „abwaschsauberes“ Geschirr in die Küche zu stellen. Kurz die Krümel von einem Teller zu entfernen bevor ich ihn abstelle, stört mich nicht.
  • Ich hänge ans Abwaschen eine kleine Routine an: Ich wische einmal kurz über die Oberflächen, weil’s eh grad so schön leer ist (kein Sternchen für Gründlichkeit. Was man regelmäßig macht, führt mit der Zeit von selbst zu recht guter Sauberkeit).

3. Ich führe den neuen Plan aus und bin überglücklich. Ab und zu fällt mir eine Kleinigkeit ein, die den Ablauf erleichtern würde und ich baue sie ein. Oder ich passe den Plan eines Tages an, weil sich meine Lebensumstände verändert haben.
4. Erst wenn diese Strategie mir 2-4 Wochen locker von der Hand geht und sich gut in meinen Tagesablauf einfügt (d.h. vllt. auch viel später), wende ich mich der Entwicklung einer neuen Routine zu.

Das ist erstmal sehr viel aufzunehmen. Wie schon in Teil 1 angeklungen ist: Nimm dir Zeit für die Entwicklung von Routinen. Nichts lässt uns leichter scheitern als sich zu viel auf einmal vorzunehmen. Auch empfehle ich gelegentliches Fehlschlagen einzuplanen. Der Plan ist entwickelt und 2 von 10 Malen geht’s doch irgendwie schief? (Erst verspätet abgewaschen, zur geplanten Zeit nicht zu Hause gewesen und beim Heimkommen zu kaputt, um sich noch drum zu kümmern, doch mal eine ganze Woche in alte Muster zurückgefallen) DAS PASSIERT. Shhhh, it’s okay. Routine heißt nur, dass du es wieder versuchst.
Wenn es regelmäßig fehlschlägt, heißt das nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt, sondern dass der Plan nicht einfach genug ist. Es kann auch Sinn machen, selbst die Teile des Plans als einzelne zu erlernende Routinen zu verstehen. D.h. 3 Wochen erst einmal lernen das Geschirr regelmäßig in die Küche zu bringen, sonst nichts an der gewohnten Art abzuwaschen verändern. Dann der nächste Schritt usw.

Den Chaosaffen besiegen

(Den Begriff habe ich aus einem engl. Artikel geklaut, der ihn völlig anders meint, als ich ihn jetzt benutzen werde – und aus dem ich das Prinzip habe Fehlschläge einzuplanen. Update: Oh shucks, das war noch ein dritter Artikel. Ich verlinke ihn, falls ich ihn finde.)

Routinen sind auch eine sehr wertvolle Hilfe für diese Sachen, die immer fehlen, verschwinden, woanders rumliegen als geplant oder sich in Sekunden auftürmen (d.h. Rechnungen oder Müll), die mit anderen Worten, vom Chaosaffen regiert zu sein scheinen.
Das Schöne ist, dass man sich hier mit einer unmerklich geringen Menge an Handgriffen stundenlanges aufräumen/sortieren und Anträge unter Tränen ausfüllen sparen kann – anders als beim Abwasch, den muss man halt irgendwann machen.

Tipps:

  • Finde einen Platz für deinen Schlüssel (dein Handy, deine Lieblingsschuhe) und gib dir Zeit zu lernen sie immer an diese Stelle zu legen, wenn du heimkommst/rausgehst. IMMMMMMER! Ich habe seit 3 Jahren meinen Schlüssel kein einziges Mal panisch gesucht, wenn ich das Haus verlassen wollte. Nur einmal ist er runtergefallen, aber da war der 1. Ort, an dem ich suchte, der richtige.
  • Entwickele die Angewohnheit, alles, was auf den Boden fällt sofort aufzuheben/was nichts auf dem Boden verloren hat hochzulegen. Am besten in dein Blickfeld, damit du es bald wegräumst.
  • Müll kommt weg, sobald er nicht mehr benutzt wird, an den richtigen Ort. Wenn du Müll trennst, achte darauf immer befüllbare Behälter in mind. einem Zimmer bereitstehen zu haben. Wenn sehr viel von einer Art Müll in einem Zimmer anfällt, wo es keinen Behälter dafür gibt, überlege dir einen zu besorgen.
  • Schaffe einen Platz, an dem wichtige (unbearbeitete) Briefe gelagert werden. Lege nichts anderes an diesen Platz und verstelle den Blick auf den Platz nicht (damit du ihre Existenz nicht vergisst).
  • Arbeite mit einem Ordner für wichtige Dokumente. Am besten ist, ihn thematisch zu ordnen, aber wenn das zu viel Aufwand ist, beginne erst einmal damit sie wenigstens alle an einem Platz zu sammeln. Wichtige/offizielle bearbeitete Briefe landen in diesem Ordner(n).
  • Hefte Kontoauszüge immer gleich ab.
  • Falls möglich, scanne/fotographiere und speichere wichtige Anträge, wenn du sie vollständig ausgefüllt hast, an einem zentralen Ort. Wenn du den Antrag in einem Jahr wieder ausfüllen musst, wirst du dir sehr dankbar sein (und sollte es jemals zu Auseinandersetzungen über den Antrag kommen, kannst du sehen, was du eingetragen hast).
  • Wenn es dir schwerfällt, fürs Einkaufen nichts zu vergessen, schaffe einen Ort, an dem immer ein Stift und Papier liegen (genau da! nur eine Liste!). Suche am besten einen Ort, wo dir die meisten Sachen einfallen, z.B. die Küche. Genauso gut geht natürlich eine Tafel oder dein Handy. Hauptsache du hast die Angewohnheit, es sofort aufzuschreiben und schaust auch drauf, bevor du losgehst. Auch wenn du keinen Einkauf am gleichen Tag planst, kannst du es sofort notieren, wenn dir auffällt, dass bald keine Mülltüten mehr da sind.
  • Dinge brauchen einen Platz. Wenn etwas ähnliches immer im Weg herumliegt, schaffe einen Platz dafür. Es ist in Ordnung die dreckige Wäsche in einem Haufen auf dem Boden zu sammeln, aber dann lass es nur diesen einen Haufen sein und bring ihn regelmäßig zur nächsten Waschmaschine.

Das wäre es erst einmal an konkreten Tips und Strategien von mir. Jetzt noch einige Disclaimer und generelle Anmerkungen:
Meine Tips sind nicht die ultimative Lösung für alle Probleme. Für manches habt ihr vielleicht schon sehr gute Lösungen gefunden, die meiner vorgeschlagenen Strategie in keiner Weise ähneln. Wenn sie für euch reibungslos funktionieren: weitermachen!
In diesem Artikel steht viel, dass man neu machen könnte, aber ich wiederhole: Macht es nicht alles auf einmal. Das ist ein Rezept für Überforderung und daraus folgendes Fehlschlagen des Plans.

Ich bin ein großer Fan davon sich ein einziges Mal mehr Arbeit zu machen (einen Plan zu entwickeln, einen Ordner anzulegen) und danach mit wenigen Routine-Handgriffen ein angenehmes Maß an Ordnung aufrechtzuerhalten. Das bedeutet u.a., dass ich mir viel Mühe machen kann, wenn ich gerade die Energie habe und an jedem anderen Tag mein Arbeitsaufwand relativ gering bleibt und meine Wohnung trotzdem sauber/organisiert.

Es folgt noch ein dritter Teil, indem ich mindestens all die Webseiten sammele, wo diese klugen Tips herkommen (für einen Vorgeschmack könnt ihr auch schon einmal in die Kommentare von Teil 1 schauen).

Bosskampf Haushalt

Schlagwörter: Haushalt – sauber machen – Lebenstips – schlechte Laune

Die meisten haben einen und machen sogar ab und an den Finger krumm (Redewendung = RW), um ihn sauber zu halten: der Haushalt. Leider scheint der Haushalt noch viel mehr zu machen, um wieder dreckig zu werden. Ich möchte dabei nicht auf die Arbeitsverteilung eingehen – ein Thema, bei dem ich mich schnell in Rage schreibe – sondern stattdessen ein bisschen Hoffnung versprühen.

Letztens wurde bei CaptainAwkward.com ein Artikel veröffentlicht, der einen Ansatz beschrieb, um Phasen der schlechten Laune zu unterbrechen. Der Artikel wird sicher nicht allen helfen, hat mir aber sehr gut gefallen. Einige Kommentator*innen meldeten sich zu Wort, dass sie die Lektüre des Artikels gleich mal unterbrochen haben, um ein paar Sachen wegzuräumen. Denn es gibt eine Verschränkung von schlechter Laune, Nichtstun(-Können) und Haushalt, die dort auch angesprochen wurde. Jedenfalls war dieser Artikel Inspiration und Ausgangspunkt für meinen Post hier.

The Haushalt

Eines der Themen, mit denen ich mich in den letzten Wochen beschäftigt habe, lautete, wie man mit möglichst wenig Aufwand die eigene Wohnung sauber hält. Denn so richtig habe ich dafür nie einen Plan beigebracht bekommen. Staubwischen war in meinem Elternhaus eine außergewöhnliche Tätigkeit und jetzt sammelt er sich eben gnadenlos in meiner eigenen Wohnung. Nicht dass es furchtbar dreckig bei mir wäre; Ich bin inzwischen recht gut darin Dinge an ihren vorgesehenen Platz zurückzuräumen und dafür zu sorgen, dass es meistens saubere Teller gibt. Mein Boden ist sogar frei. Aber ich bin eben noch nicht an dem Punkt angekommen, wo ich den Großteil der Woche zufrieden mit meinem Level an Sauberkeit bin.

Einige Strategien habe ich aber bereits aufgeschnappt und die würde ich gerne an diejenigen von euch weitergeben, die damit etwas anfangen können. Dabei versuche ich mich auf Tips zu beschränken, die ich selber umgesetzt habe. Denn so clever ein Putzplan klingt: Ich werde nie die Zeit oder Energie finden mich hinzusetzen und einen aufzustellen, from scratch¹.
Das bedeutet, dass dieser Artikel auch für die Leute am meisten Sinn machen wird, die ein ähnliches (nicht vorhandenes) Energielevel/meist abwesende Putzlust haben wie ich. Ich werde von Verhaltensweisen abraten, die für mich eine schlechte Idee sind. Einige von euch werden völlig gegenteilige Erfahrungen gemacht haben. Ich sage nicht, ihr macht es falsch. Ich sage: so funktioniert es für mich. Und welcher*m es ähnlich geht, hier habe ich ein paar Tips für euch!

Genug der Vorrede, angefangen.

Weniger ist mehr

Als allererstes möchte ich für meine energielosen Freund*innen die Vorstellung auslöschen, dass 3-stündiges Hauruckputzen irgendeinen Sinn machen würde. Also doch ja, es macht den Sinn, um kritisch hochgezogenen Elternaugenbrauen zu entgehen (aber sind die je zufrieden?). Es bedeutet aber auch, dass man sehr viel Energie in ein Unterfangen steckt, das nach wenigen Tagen nie stattgefunden zu haben scheint, denn von neuem kriecht der Staub und fleuchen die partnerlosen Socken. Und wenn die nächste Putzaktion ansteht, muss man wieder sehr viel Überwindung aufbringen, um sich das Ganze noch einmal anzutun.
Stattdessen möchte ich vorschlagen, sich mit der Idee anzufreunden, regelmäßig wenig zu machen.

Strategien:

  • 10-Minuten-Sprints

Das Zimmer sieht wie Müllkippe aus, da müsste unbedingt was getan werden, aber du wirst auf keinen Fall die Klamotten wegräumen und das Geschirr in die Küche und den Müll vom Boden sammeln? Die Antwort ist ein „Sprint“. Dabei geht es nicht darum schnell zu sein, sondern viel mehr darum, sich nur ein bisschen Zeit zu nehmen (die schnell verfliegt). Natürlich kann der Sprint auch 5 oder 25 Minuten dauern, Hauptsache die Zeitspanne erscheint machbar. Falls sich das als praktisch herausstellt, kann man auch einen Sprint pro Tag einplanen. Denn wie wir in diesem Artikel noch sehen werden, kommt man weit, wenn man oft wenig macht.
Am Ende eines solchen Sprints steht dann die Belohnung, dass man sich aufgerafft hat, vllt. auch mal wieder eine Ecke des Tisches freigelegt und manchmal wird Energie freigesetzt, mit der man dann gleich noch ein bisschen weiterarbeitet. Macht euch letzteres aber bloß nicht zum Ziel, denn das Gehirn reagiert widerspenstig darauf, heimlich in mehr Arbeit hineinmanövriert zu werden, als am Anfang zur Debatte stand. Zu Recht.

  • Wer den Raum verlässt, nimmt eine Sache mit

Zugegeben, für so einen Sprint muss man wenigstens ein bisschen Schwung aufbringen, machen wir es noch einfacher: Jedes Mal, wenn du auf dem Weg zu einem anderen Zimmer bist, denk kurz nach, ob du was mitnehmen könntest. Willst du ins Bad: Alte Wäsche, neue Mülltüte, Haarbürste verschleppt? Willst du in die Küche: Eine Tasse, etwas Müll?
Bitte nur nicht anfangen zu optimieren. Es geht nicht darum bei jedem einzelnen Weg etwas mitzunehmen. Auch ist es nicht schlimm, wenn man einen Plastikschnipsel mal übersehen hat, den man auch noch hätte einstecken können. Diese Strategie sollte fix von der Hand gehen – sie kann unterstützt werden, indem man Sachen schon in die Nähe der Tür/ins Sichtfeld stellt, wenn sie einer*m ins Auge fallen. Ziel ist es, nicht nach 3 Tagen vier halb verschimmelte Teller, sechs Tassen und drei prekär balancierte Gläser in die Küche tragen zu müssen, sondern dass ein ständiges „Kommen und Gehen“ herrscht.

  • Tu es halt

Manchmal habe ich diese eine Stelle, diese eine kleine Sache, die ich noch saubermachen/wegräumen/auswaschen wollte. Aber irgendwie vergesse ich immer wieder ihre Existenz und dann, wenn ich mit was anderem beschäftigt bin, fällt sie mir wieder ins Auge – und stört mich. Das kann teils wochenlang so gehen. In diesem Falle kann es das Beste sein, es jetzt einfach mal zu erledigen. Selbst wenn du gerade nicht in der Stimmung bist, selbst wenn du dafür etwas anders unterbrichst: Wenn es weniger als ~1 Minute dauert (Zeitmaß kann nach Bedarf angepasst werden) mach es halt. Das ist keine Verpflichtung mit irgendwas anderem weiter zu machen, kein bindender Vertrag. Aber diese eine kleine Sache ist dann erledigt und wenn du das nächste Mal vorbeiläufst, kannst du dich ein bisschen freuen.

  • Leerlauf

Dies ist eigentlich nichts anderes als ein kurzer Sprint, funktioniert aber möglicherweise für Leute besser, die einen Anstoß/eine Routine brauchen.
Im Tagesablauf können ein paar Lücken entstehen, in denen man nichts Bestimmtes zu tun hat, die aber immer wieder auftreten. Das kann z.B. Wasser kochen sein oder die Werbeunterbrechung der Lieblingsserie. Das nächste Mal kannst du versuchen herauszufinden, wie viele kleine Dinge du in dieser Pause erledigen kannst. Ein paar Sachen in den Müll tun, etwas auf dem Tisch ordnen, mal kurz über eine Oberfläche wischen? Und wenn der Moment vorbei ist, ist wieder gut und zurück zum Kaffee machen/Serie schauen.
Auch hier möchte ich vor Optimierung warnen: Wenn man gut aufpasst, wird man sicher einige Lücken im Tagesablauf finden. Aber es geht nicht darum um biegen und brechen (RW) jede Lücke zu nutzen. Es geht auch nicht darum, wirklich jedes Mal beim Wasserkochen Dinge zu erledigen. Wenn es sich als Routine entwickelt, schön. Aber wenn du morgens erstmal mit der schweren Aufgabe klarkommen möchtest senkrecht zu stehen, dann konzentrier dich besser darauf. Sinn und Zweck der kleinen Schritte ist, dass man sich nicht übernimmt.

Das war’s erst mal dazu. Im Sinne der kleinen Schritte mache ich hier eine Pause. In einem kommenden Artikel zum Thema möchte ich über Routine sprechen.

1 Vollständig, von Grund auf