Links 43

Schlagwörter: Cissexismus – Dan Savage – Arbeitslosigkeit – Lundy Bancroft – abusive Beziehungen – Drohnen – sexuelle Belästigung – Menstruation

Die Links einmal komplett auf Englisch.

Der Autor von „Why Does He Do That – Inside the Minds of Angry and Controlling Men“ hat einen eigenen Blog. Wegen des Themas sei vor Geschichten häuslicher Gewalt u.ä. gewarnt.

Besorgniserregende Entwicklungen in England: Langzeitarbeitslose müssen sich entscheiden entweder täglich beim Arbeitsamt zu erscheinen oder unentgeldlich zu arbeiten

Die Sicherheit von Menstruations-Produkten sollte tatsächlich einmal untersucht werden via @hanhaiwen

Sexuelle Belästigung jetzt per Drohne verfügbar via @nkjemisin

Dan Savage beschimpft junge trans Person und erwartet dann eine Entschuldigung von ihr via @Shanna_Katz

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Schlagwörter: Rassismus – Deutschland – Oury Jalloh – fat shaming – ableismus – Trans*feindlichkeit – selbstverletzendes Verhalten – Heilung – Negativität – Armut – Klassismus – Hartz IV – Arge – Cathy Brennan – Lily Allen – Outing – Knorkator – Männlichkeit – gender

Der Nutzen von Negativität – Warum soll man immer fröhlich sein, wenn man eine schmerzhafte Zeit durchmacht?
[Englisch]

Über die „Schuld“, die selbstverletzendes Verhalten hervorzurufen scheint
[Deutsch] von @lightsneeze

Klassismus

Warum arme Menschen Geld für Luxusgüter ausgeben und was Markenkleidung mit einer erfolgreichen Bewerbung zu tun hat
[Englisch] via @goldfish

Arbeitsamt versucht mit aller Macht zu verhindern, dass Kinder in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft Abitur machen
[Deutsch] via @inuido @antiprodukt

Wenn Träume mit Klassismus zusammentreffen
[Deutsch] via @_fluoreszent

Hate

Trans*feindliche „Feministin“ Cathy Brennan outet trans* Sexarbeiter*innen – Was bedeutet ein Outing?
[Englisch] via @goldfish

Musikerin Lily Allen als weitere weiße Frau, die Schwarze Frauen als Requisiten benutzt
[Englisch] via @_accalmie

Deutscher Rassismus

Die „linke“ Band Knorkator hat sich ein kolonial-rassistisches Motiv für die neue Kampagne ausgesucht. Nochmal ganz langsam, warum das nicht ok ist.
[Deutsch] von @atif_nour via @_accalmie

Neues Gutachten bestätigt: Oury Jalloh wurde in einer dessauer Zelle ermordet. Der deutsche Staat tut weiter nichts.
[Deutsch]

Körper, Geist, Gender

Gehen Dicke zum*r Árzt*in, kommen sie selten mit einer hilfreichen Diagnose hinaus
[Deutsch] via @halfjill_2010

Schlechte Menschen als psycho- oder soziopathisch zu bezeichnen, ist Ableismus
[Englisch]

Männlichkeiten* gehen auch ohne Raumeinnehmen und Gewalt
[Deutsch] von @baum_glueck

„Das unbestimmte Geschlecht“ oder goddammit, Deutschland ist langsam (Aktualisiert 19.8.)

Schlagwörter: Intersexualität – trans* – nicht-binär – Cissexismus

Nachtrag (18.08.13): Hier ist der Artikel von Zwischengeschlecht.org, den ich nicht mehr gefunden hatte. Er beinhaltet eine fundierte Analyse der Gesetzesneuerung und inwiefern die Intersexuellen irgendwie hilft, oder eben auch nicht. Danke @BettinaStefanie, @sigi_maurer, @maedchenblog.

…warnt vor den negativen Folgen für die Betroffenen, darunter erhöhter Druck auf die Eltern zu kosmetischen Genitaloperationen und selektiven Abtreibungen sowie staatliches Zwangsouting für die betroffenen Kinder.

Hier die Pressemitteilung der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM) via @BettinaStefanie

Statt die Geschlechtseintragung für alle, nicht nur intergeschlechtliche, Kinder einfach offen zu lassen, werden erneut Sondervorschriften geschaffen, die Ausschlüsse produzieren. Die Lebenssituation der allermeisten intergeschlechtlichen Menschen wird sich dadurch nicht verbessern.

Nachtrag (19.08.13): Ein weiterer Blickwinkel zum Thema. via @graceishuman @glitter_n_love

In der Süddeutschen wird mal wieder darüber berichtet, dass es nun die Möglichkeit geben soll für intersexuelle Kinder keinen Geschlechtseintrag vorzunehmen, das Feld bleibt leer. Natürlich zieht das in einem Land voller Bürokratie einige Probleme nach sich, denn wenn wir die Menschheit nicht mehr in Frauen und Männer einteilen können, was ist dann noch real??? Oder anders gesagt: Jetzt bemerkt man, dass andere Gesetze von „einer Frau und einem Mann“ (z.B. in der Ehe) reden und das mit einem nicht existierenden Geschlechtseintrag im Konflikt steht. Genau so ist die Lebenspartnerschaft auf gleichgeschlechtliche Paare beschränkt. Da fragt sich der Artikel verwirrt, ob sich dem Geschlechtseintrag nach Intersexuelle nun ausschließlich mit Intersexuellen verpartnern dürfen. Ich möchte hier kurz die Möglichkeit nutzen, um drauf hinzuweisen: Wenn Deutschland nicht so ein bigotter Scheißstaat wäre, indem man meint, man könnte die Zahl von Geschlechtern an einer Hand (bzw. 2 Fingern) abzählen, dann hätten wir diese lächerlichen Probleme gar nicht. Man stelle sich vor eine Ehe dürfte zwischen zwei (oder mehr, hallo Polyamorie) Menschen geschlossen werden. Aber das wurde ja letztens verhindert.
Ich finde es einfach lächerlich in Mainstream-Zeitungen zu lesen, wie die Autor*innen mit großen Augen erkunden, dass es mehr als Frauen und Männer gibt. Für Transsexualität wird im Artikel gleich mal ausgegeben, was eigentlich binäre trans* Menschen beschreibt. Während er also für eine breitere Leser*innenschaft eröffnet, dass wow, es intersexuelle Menschen gibt, reduziert er die Welt der Geschlechter dann quasi auf drei: binär männlich oder weiblich – oder halt intersex. Is halt falsch, weil es einen ganzen Strauß an Identitäten gibt, der nicht in diese drei Kategorien fällt (abgesehen davon, dass „intersex“ nichts über das gender einer Person aussagt).

(Disclaimer: Ich bin nicht intersexuell) Abschließend ist zu sagen, dass ich mir Sorgen mache, was so ein Geschlechtseintrag bewirkt. Ich finde es gut, wenn sich wenigstens ein bisschen tut. Nicht weil ich das Bisschen in irgendeiner Weise ausreichend finde, sondern weil es lange überfällig ist, dass etwas unternommen wird. Ich frage mich jedoch, welchen Problemen Menschen mit einem nicht weiblichen oder männlichen Geschlechtseintrag begegnen werden. Im täglichen Leben ist es bereits eine gefährliche Sache, nicht „richtig“ für das Geschlecht zu präsentieren, das Menschen einer*m zuschreiben. Durch den Geschlechtseintrag haben dann Behörden, Ärzt*innen und Polizei direkten Zugang zu Infos, mit denen verantwortungsvoll umzugehen ich ihnen null zutraue.
Das ist aber kein Argument gegen den dritten (weitere/andere) Geschlechtseintrag, sondern eine Handlungsaufforderung an die Politik. Wenn Menschen aufgrund ihrer Identität Gefahr von Übergriffen ausgesetzt sind, dann brauchst es mehr als „Seid doch bitte alle tolerant“ und halbherzige Kampagnen. (Nicht mal die gab es bis jetzt, was T*I¹-Menschen angeht.) Es braucht Leute, die Ahnung vom Thema haben (nicht durch ein verdammtes Studium Der Anderen(tm) in der Tasche!) in bestimmenden Positionen, die Gesetzesvorschläge, Kampagnen, Weiterbildungen etc. beraten, kritisieren und abnicken können. Es braucht nicht konservative Regierungsfuzzis, die in 30 Jahren nicht über ihren Cis-Sexismus und ihren schreienden (RW = Redewendung) Mangel an Bildung zum Thema hinweg kommen werden.

1 Trans* und intersexuelle Menschen

Cis-Privilegien

<< Klassenprivilegien

Wenn du nicht transsexuell bist, bist du cis-sexuell. *Mööööp* Falsch (vgl. Intersexualität). Danke @puzzlestuecke für den Hinweis. Lassen wir’s einfach die Leute erklären, die Ahnung haben. Auf Taking Up Too Much Space wird definiert

Cissexual denotes a person whose self-determination of hir sex is consistently validated and reinforced by institutions of power, particularly medical, legal, religious, and scientific institutions.

[Cis-Sexuelle*r bezeichnet eine Person, deren eigens festgelegtes Geschlecht konsistent von Machtinstanzen, besonders medizinischen, legalen, religiösen und wissenschaftlichen Institutionen, anerkannt wird.]

Wäre das geklärt.

Diese Liste basiert auf und ist teils eine Übersetzung der Cis Privilege Checklist auf Taking Up Too Much Space. Wer der englischen Sprache mächtig ist, kann sich für eine erschöpfendere und genauer formulierte Liste gleich dorthin wenden.
Für die anderen eine wie immer unvollständige Aufzählung von 20 Punkten. Unter bestimmten Umständen können die genannten Punkte auch bei Cis-Sexuellen nicht zutreffen, aber das macht die Liste nicht weniger relevant.

(1) Das mir auf meiner Geburtsurkunde Abstammungsurkunde* zugeordnete Geschlecht repräsentiert akkurat wer ich bin.
(2) Ich kann erwarten, dass meine privaten medizinischen Informationen privat bleiben, wenn ich mit Ämtern und anderen öffentlichen Einrichtungen zu tun habe, die ich nicht wegen medizinischer Probleme aufsuche.
(3) Ich werde mit dem richtigen Pronomen angesprochen. Ich werde nicht absichtlich mit dem falschen Pronomen angesprochen.
(4) Ich kann ohne Angst vor verbaler oder physischer Gewalt öffentliche Toiletten und Umkleiden sowie Duschen und Bäder benutzen.
(5) Institutionen und Autoritätsfiguren zwingen mich nicht dazu, mich einem Geschlecht, das sie mir zuordnen, entsprechend zu kleiden oder verwehren mir medizinische Behandlung.
(6) Informationen, die privat zu halten wichtig für mich sind, werden nicht durch alte Bilder von mir, eine Schwangerschaft, Periodenblut, meine Stimme, dem Anblick meines nackten Körpers, meines Gesichts, … verraten.
(7) Es wird als richtig erachtet, dass ich mich meinem zur Zeit gewählten Geschlecht (gender) entsprechend identifiziere, kleide und verhalte. Medizinische Behandlungen, die notwendig sind, um mein Aussehen diesem Geschlecht entsprechend zu erhalten, werden umgehend genehmigt.
(8) Ich muss keinem medizinischen/psychologischem Personal oder Gutachter*innen beweisen, dass das Geschlecht, mit dem ich mich identifiziere, das richtige für mich ist.
(9) Ich erwarte entscheiden zu können, ob und wie ich mich fortpflanze und die dafür angemessene medizinische Fürsorge zu erhalten.
(10) Körper wie meiner werden in Kunst und Medien dargestellt.
(11) Potenzielle Sexualpartner*innen erwarten, dass meine Genitalien etwa aussehen, wie sie es tun und haben das akzeptiert, bevor sie mit mir ins Bett gehen.
(12) Ich erlebe keine negativen Konsequenzen wegen des Zusammenspiels dessen wie ich mich identifiziere und wie andere meinen Körper wahrnehmen in der Familie oder Schule, auf Arbeit, Ämtern, auf der Straße oder wenn ich mich in medizinische Behandlung begebe.
(13) Ich erwarte in einer angemessenen Zeitspanne Kleidung für meinen Körpertyp zu finden, die meinen Wünschen entspricht.
(14) Die Identifikation mit meinem Geschlecht wird nicht als Krankheit bezeichnet.
(15) Menschen fragen mich nicht, welche Geschlechtsteile ich habe, ob ich plane sie zu verändern oder in welcher Form ich sie verändern lassen möchte.
(16) Es gibt keine Schimpfworte, die für cis-sexuelle Leute wie mich vorbehalten sind.
(17) Meine Geschlechtsidentifikation ist weltweit anerkannt.
(18) Die Kontrolle über meinem Körper ist nicht vom guten Willen unterdrückender Institutionen abhängig.
(19) Ich erwarte, dass Antidiskriminierungs-Richtlinien, die mich betreffen, existieren und sie die Probleme, denen ich begegne akkurat ansprechen.
(20) Ich erwarte, dass Menschen mit meiner Identität als alltäglich wahrgenommen werden und in den Medien, der Politik und der Medizin mitgedacht werden.

Danke für den Anstoß an Tina.

*Siehe Kommentar von Gwen Dragon. Geändert am 09.11.12

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Schlagwörter: Ableismus – Antirassismus – Assange – Cissexismus – how to – Klassismus – Rechtsstaat – Sexismus – unsere Gesellschaft – [Trigger Warnung] – [TW] R**e Culture

Anti-rassistische Sticker bzw. Karten zum ‚runterladen und selbst drucken


Was als Frau* im „Boy’s Club“ zu tun ist [Englisch]

Amnesty Ireland würde Sinéad O’Connor gerne als Performerin haben, aber sie soll bitte nicht ihre Meinung sagen oder sich verrückt verhalten [Englisch]

Hassverbrechen gegen Behinderte nehmen in England zu [Englisch]

Mitfilmen auf friedlichen Demos rechtswidrig [Deutsch]

Ihr lest also ironisch die BILD… [Deutsch]

Urheberrechtsabkommen blockieren Zugang zu Büchern für Blinde und Sehbehinderte [Deutsch]

Streit zwischen Krankenkassen und Feuerwehr: in Berlin müssen die Kosten für einen Krankentransport in Zukunft ausgelegt werden via @puzzlestuecke [Deutsch]

Frau* nach Mastektomie davon abgehalten oben ohne zu schwimmen via @IBlame @baum_glueck [Englisch]

Trigger Warnung für Thema sexualisierte Gewalt

man on a horse, the caption reads 'Trigger Warning'

Sehr relevanter, interessanter und lehrreicher Artikel zu den Strategien von Vergewaltigern¹ In den Kommentaren werden Erfahrungen diskutiert!

Kommt mir nicht mit Bullshit-Argumenten: Die Mythen um Assange via @sanczny

1 Absichtlich nicht gegendert