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Schlagworte: sex positivity – Adultismus – Rassismus – Antisemitismus – Ableismus – Geflüchtete – antimuslimischer Rassismus – creepers – trans – Solidarität

Der jüngste Link ist 27 Tage alt, deswegen poste ich mir die jetzt von der Brust. Inhaltswarnungen kann ich heute keine einfügen, weil ich durch das Alter der Texte nicht mehr viel vom Inhalt weiß. Ihr seid gewarnt.

„On feeling, acting or being a creep“
[Englisch] von @goldfish

„Are you being too sex positive?“
[Englisch]

10 einfache Dinge, die cis Leute tun können
[Englisch] via @cnlester

„Warum ich die Frage nicht beantworte“ – Wenn Menschen ihre Behinderung erklären sollen
[Englisch] von @goldfish

„Das diskriminierte Kind“ – Zum Thema Adultismus
[Deutsch] von @co_g via @ponypost

Studierende sind auch islamfeindlich und antisemitisch – Schockierende Neuigkeiten (ja, ich bin sarkastisch)
[Deutsch] via @grautoene

Die Anzahl der Angriffe auf Asylsuchenden-Unterkünfte nimmt drastisch zu
[Deutsch] via @diana_of_t

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Schlagwörter: Kinder – Adultismus – Eritrea – Geflüchtete – sexualisierte Gewalt – Inzest – Eve Ensler – Neokolonialismus – trans* – two-spirits – Konflikt – Tränen – Gendergap – Psychotherapie – hijras

Nicht-binäre Geschlechter „trans*“ nennen als kolonialer Akt
[Englisch]

Über Tränen und ihren Platz in der Welt
Von @goldfish [Englisch]

Eve Ensler von One Billion Rising entdeckt Intersektionalität für sich und „vergisst“ wie sie drauf kam
Von @prisonculture via @spelunkenjenny [Englisch]

Captain Awkward beantwortet: Wie richtig streiten in Beziehungen? (Vorsicht: heterolastig)
[Englisch]

„Der Gendergap beeinflusst nicht die Lesbarkeit von Texten. Es fühlt sich nur so an.“
[Deutsch]

„In Eritrea bleiben, heißt bei lebendigem Leibe sterben“
Von @sab_culture [Deutsch]

Warum ihr Kinder hasst
Von @JacintaNandi via @nightlibrarian [Englisch]

„Psychotherapie ist keine Operation an offener Seele“: Zur Einsparung von Psychotherapiestunden
Von @theRosenblatts [Deutsch]

Trigger Warnung für Inzest und sexualisierte Gewalt, Victim Blaming

Dieses Leben kann Spuren von Gewalt enthalten, Teil 1
Von @MikaMurstein [Deutsch]

Über das Unreif-Sein, Kapitalismus und Gedankensalat

Schlagwörter: Adultismus – Kapitalismus – Ableismus – Gedankensalat

Genauso wie „kindisch sein“, „werd‘ endlich erwachsen“ oder „du verhältst dich wie ein*e Vierjährige*r“ ist der Vorwurf unreif zu sein ein adultistischer. Kindern wird die vielgepriesene Rationalität abgesprochen, sie werden als überemotional dargestellt. Das geht mir auf die Nerven (RW)¹. Es dient, wie bei vielen anderen Formen der Diskriminierung dazu, die Gegenposition als irrelevant darzustellen und somit von der Hand zu weisen (RW). Es erkennt einer Gruppe unserer Gesellschaft die Menschlichkeit ab.
Und wie es sonst auch der Fall ist, wird eine künstliche Unterscheidung aufgemacht, die es Privilegierten verbietet, bestimmte Eigenschaften an den Tag zu legen (RW). (Vorsicht, ab hier wird es etwas „What about teh adults“)
Dadurch, dass bestimmte Eigenschaften Kindern zugeschrieben werden, erhalten sie eine negative Bedeutung und können – wie im Eingangsabsatz gesehen – dazu dienen, „Erwachsene“ zur Ordnung zu rufen. In dieser Ordnung ist das Hören auf eigene Bedürfnisse und Gefühle, impulsives Handeln und starke Ablehnung bestimmter Dinge, ohne sich zu erklären, nicht gerne gesehen.

Da ich schon einen verwirrenden Beitrag schreibe, der ab hier nicht besser wird, eine kleine Nebenbemerkung zur Ablehnung von Dingen: Unsere Gesellschaft ist scheiße im Akzeptieren von unterschiedlichen Bedürfnissen. U.a. begründet im Kapitalismus und sich sehr deutlich zeigend im Ableismus.
Wenn Anpassungen für Minderheiten vorgenommen werden, warten alle auf ihre Medaille, weil wir einfach so daran gewöhnt sind, dass das Persönliche nicht zählt. Dass es egal ist, wer woraufhin Kopfschmerzen oder Unwohlsein oder Desorientierung empfindet. Das Zugänglich-Machen von Medien für jedes Sinnesorgan, wird als vernachlässigbar und Sache der*s Einzelnen gesehen. Öffentliche Räume so zu gestalten, dass sich tatsächlich alle darin bewegen können, ist uns auch zu viel Stress. (Momentan kann sich uneingeschränkt ohnehin nur eine sehr kleine Gruppe unserer Gesellschaft bewegen, aber daran sind wir ja gewöhnt.) Wenn also Anpassungen vorgenommen werden, wird das nicht etwa als selbstverständliches Zeichen von Empathie gesehen, sondern einen riesen Aufwand, der bitte auch belohnt werden soll.
Wegen all dem also war ich letztens überrascht, als ich bei einer Übernachtung davon sprach, unter welchen Umständen ich schlecht schlafe und darauf ohne Hinterfragen oder Witze mit den entsprechenden Anpassungen reagiert wurde. Eigentlich sollte das immer so sein, aber dadurch ist mir bewusst geworden, wie wenig individuelle Bedürfnisse, selbst in meinem Freund*innenkreis, mitunter respektiert werden.

Und hier kommt mein Bogen zum Kapitalismus. Sowohl die Unterscheidung zwischen Kindern und Erwachsenen, als auch die Ablehnung des Individuellen leistet dem Kapitalismus einen großen Dienst und befeuert diverse -ismen.
Einerseits wird es als das höchste Gut gepriesen, auf eigenen Beinen zu stehen (RW) – üblicherweise eine Forderung, die an Erwachsene herangetragen wird. Wer, vor allem finanziell, von anderen abhängig ist, hat es Nicht Geschafft™, ungeachtet jeglicher Umstände. Entsolidarisierung ist völlig erwünscht, geplant und wird aktiv betrieben. Solidarität wird nur gefördert, wenn sie finanzielle Vorteile mit sich bringt (essentielle, aber ehrenamtliche Arbeit, hallo), Anerkennung wird sich selten finden. Natürlich auch, weil es sich bei ehrenamtlicher Arbeit meist um Pflege- und „emotionale“ Tätigkeiten handelt, die eine menschliche Gemeinschaft überhaupt erst zusammenhalten, aber „nichts bringen“, sich also nicht zum Geldmachen eignen.
Individualität zu akzeptieren, respektieren und zu fördern, ist natürlich ebenso „nutzlos“. Man denke an all die Mehrausgaben, die man leisten müsste, wenn Bildung, Kleidung und der Mensch an sich nicht mehr mit Massenabfertigung in Verbindung gebracht würden [\Sarkasmus]. Wenn wir uns erzählen, alle Menschen seien gleich (hätten also die gleichen Voraussetzungen im Leben und würden sich eine definierte Menge an „normalem“ Verhalten teilen), lassen sich so ziemlich alle Unterdrückungsmechanismen viel einfacher betreiben.

Ich weiß nicht, worauf ich hiermit hinaus will, vieles davon wurde schon gesagt. Vielleicht: ein*e jede*r hat das Recht darauf, dass sire ganz individuellen Probleme Beachtung finden.

Crossposted auf takeover.beta

1 RW = Redewendung

Adultismus – Wer sind die Bösen?

Schlagwörter: Intersektionalität – Eltern – Kinder – Adultismus – unsere Gesellschaft – Familie

[Meine Lektüre: Erich Fromm (so lala), Arno Gruen (okay), Alice Miller (schon besser), Marshall Rosenberg (dazu komme ich später)]³

Wenn Kinder sehr klein sind, sind sie abhängig von einer Bezugsperson/Bezugspersonen. Sie sind es in physischer Hinsicht, aber auch in emotionaler. Diese Bezugspersonen helfen ihnen idealerweise, ein Sinn für das eigene Ich zu entwickeln, dafür dass ihre Bedürfnisse zählen und wichtig sind und dass sie selbst liebenswert sind. Im Wortsinne: es wert, geliebt zu werden.
Mit zunehmendem Alter vollzieht sich eine Trennung von der Bezugsperson. Wenn die Beziehung funktioniert, ist die irgendwann vollständig: man steht sich als getrennte Personen gegenüber, die die Bedürfnisse der jeweils anderen anerkennen und für ihre eigenen eintreten.
Oft funktioniert es nicht.

Familie wird dennoch als der Nährboden für alles Gute dargestellt. „Blut ist dicker als Wasser“ und all dieser Unsinn. Ich habe jedoch bewusst „Bezugsperson“ und nichts von Eltern geschrieben, denn es besteht keine Notwendigkeit, dass dies (leibliche) Eltern oder ein Mann* und eine Frau* sein müssen. So weit mir bekannt ist, müssen es auch nicht zwei Personen sein oder nicht nur zwei. Was ein Kind aber braucht, ist, wie Alice Miller es nennt, ein*e Zeug*in. Eine Person (oder mehrere), die vermittelt, was ich im ersten Absatz beschrieb. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: das Leben mit leiblichen Eltern garantiert kein*e Zeug*in.

Warum die Einleitung?

Es gibt wenige Themen, die es einer*m so schwer machen können, den Durchblick zu erhalten. Weil die menschliche Psyche zu einem guten Teil daran glauben muss, dass die eigenen Eltern/Bezugspersonen gut waren. Das ist der Grund, warum einige Kinder nicht einfach davonlaufen, wenn sie 18 werden (also die meisten, meine ich), obwohl ihre Familie sie von außen betrachtet furchtbar behandelt haben. – Selbst diese Betrachtung von außen wird oft erschwert, weil man dran gewöhnt ist, „Schrulligkeiten“ in einer Familie eher zu dulden, auch wenn sie zwischen Partner*innen als emotionale oder körperliche Misshandlung eingestuft würden. Unter anderem natürlich auch wegen Adultismus selbst: weil Kindern keine körperliche und seelische Autonomie zugestanden wird.
Was ich sagen will: Familie und besonders Eltern sind in unserer Gesellschaft stark mit Bedeutung aufgeladen, die der Gesundung von vielen Kindern, [edit]die Probleme haben[/edit], im Wege steht und auch die Betrachtung von Adultismus erschwert, weil schmerzhaft macht. („Kinder“ ist hier durchaus als „alle Personen mit Eltern/Bezugspersonen“ gemeint – also auch Menschen weit über 18. Wenn ich von der Betroffenheit durch Adultismus schreibe, spreche ich aber nur von Personen bis 18.)

Heißt es immer Eltern vs. Kinder?

Jein. Auf der persönlichen Ebene haben Eltern¹ tatsächlich eine sehr wichtige Position, die ich oben erklärt habe: das emotionale Wohlbefinden der Kinder hängt von ihnen ab. Aber Adultismus² bezieht sich meinem Verständnis nach vor allem auf gesellschaftliche Strukturen, die Eltern z.B. moralisch in ihrer Machtposition bestärken. Damit meine ich konkret, Entscheidungen „für“ statt mit ihren Kindern zu treffen, ihnen Vorschriften zu machen, ihren Lebensweg bis zur Vollendung des 18. Lebensjahr vorzuzeichnen.
Eltern haben gesellschaftliche Rückendeckung dabei, über das Leben einer anderen Person zu bestimmen.

Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass gesellschaftliche Strukturen stark bestimmen, inwiefern ein Kind anti-adultistisch behandelt werden kann.
Auch Eltern, die ihrem Kind auf Augenhöhe begegnen möchten, müssen der Schuldpflicht nachkommen, können ihre Kinder keine wichtigen Dokumente selbst unterzeichnen lassen, bevor sie volljährig sind, können ihre Kinder nicht wählen schicken usw.

Eine andere Frage ist die nach sich überschneidenden Diskriminierungen der Eltern. Wie wirkt sich das auf die Fähigkeit der Eltern aus, ihr Kind anti-adultistisch zu behandeln? Meiner Meinung nach: so gut wie nicht. Es ist korrekt, dass z.B. Alleinerziehende/Geringerverdiener*innen mit mehreren Jobs schlicht und ergreifend weniger Zeit mit den Kindern verbringen können und gerecht ist das nicht (aus einer gesellschaftlichen Perspektive). Es hat aber keinen Einfluss darauf, wie (sprich: auf welche Art, nicht wie oft) die Eltern mit dem Kind umgehen. Ob sie si:hn an Entscheidungen beteiligen oder ob sie über siren Kopf hinweg entscheiden.
Anklagen wie Rabenmutterschaft und all das fällt zu einem guten Teil unter Sexismus und nicht Adultismus. Oft für das Kind nicht erreichbar zu sein, macht noch keine adultistischen Eltern. Es kann die Eltern-Kind-Beziehung schädigen, aber hier wäre die Schuldigkeit tatsächlich nicht bei Adultismus zu suchen, sondern bei den klassistischen, rassistischen und ableistischen Strukturen unserer Gesellschaft, die den Eltern verwehren, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen.
Jedoch: Kinder werden oft als Anschaffung betrachtet. Man plant sie ins Leben ein und dann sind sie da und man freut sich. Weniger beachtet wird, ob sie etwas zum Freuen haben. Viel zu viele Eltern sind meiner Meinung nach emotional überhaupt nicht in der Lage, damit umzugehen. Kinder als Accessoir oder Haustier? Adultistisch.

Dadurch, dass ich Adultismus mit der Einleitung vermischt habe, habe ich die Themen ein wenig vermengt. Ich weiß nicht, ob es als adultistisch zählt Kinder aufgrund von äußeren Umständen z.B. zeitlich zu vernachlässigen. Dies ist ein Thema für ein andermal, wenn ich vielleicht mehr weiß.

Ich habe noch einige relevante Links durch/von takeover.beta, hoffe aber, die in einem der nächsten Artikel einfügen zu können.

1 …/Bezugspersonen“ bitte ab hier dazudenken
2 Wobei zu beachten ist, dass das Konzept des Adultismus sich stark auf Weiße bezieht. Weiteres bei accalmie. (Warnung Adultismus)
3 Ich habe diese Autor*innen vor 2 bis 5 Jahren gelesen. Ich lese sie, bis auf Alice Miller, gar nicht mehr, aus Gründen.™ Sie stehen nicht da oben, weil ich sie empfehlen will (siehe Klammern), sondern weil ich mir, unter anderem anhand dieser Bücher, eine Meinung gebildet habe. Diese ist im Artikel nachzulesen. Ich kann aber nicht mehr sagen, welche*r Autor*in konkret welche Meinung beeinflusste, daher habe ich sie alle aufgelistet.

Crossposted auf takeover.beta

Adultismus bei Captain Awkward

Schlagwörter: Adultismus – Vernachlässigung – Privileg – Captain Awkward

Adultismus ist ein Thema, dass ich erst vor Kurzem durch die takeover.beta-Belegschaft, namentlich kiturak, näher kennengelernt habe. Insofern bin ich selbst noch am Erforschen und gehe relativ intuitiv vor: wenn es sich wie Adultismus anfühlt, wird es Adultismus sein.

Was ist das denn nun?

Adultismus ist, grob gesagt, Diskriminierung aufgrund von nicht vorhandener Volljährigkeit. Wobei „Volljährigkeit“ oder „Erwachsen sein“ von Land zu Land und Kultur zu Kultur anders definiert werden kann.

In diesem Artikel möchte ich allerdings nicht weiter auf Adultismus im Allgemeinen eingehen (das in einem der zukünftigen Artikel), sondern auf Adultismus bei CaptainAwkward.com. Denn so sehr ich von der Seite schwärme, geht mir der Umgang mit Adultismus gewaltig auf die Nerven.

Da wäre zunächst die Häufigkeit, mit der Kommentator*innen von „unreifem“ Verhalten sprechen. Vergleiche anführen wie „wie ein Kleinkind zu quängeln“ oder „ein Tobsuchtsanfall zu bekommen“, wenn sie unangemessene Reaktionen auf Kritik beschreiben möchten. Dies wird logischerweise als völlig legitim angesehen, während z.B. sexistische und rassistische Vergleiche gelöscht würden.
Derlei Formulierungen gibt es unzählige, die auch bei uns (das heißt in deutschsprachigen Ländern) weit verbreitet sind.

Was mir aber noch stärker auffiel und mich störte, war der Umgang von JenniferP/Captain Awkward mit Kritik an Eltern und ihren Methoden.
Es ist keine Frage, dass z.B. schwangere Frauen* unglaublich bevormundet werden. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass frische Eltern die unterschiedlichsten und vor allem widersprüchlichsten Ratschläge bekommen.
Die Fälle, in denen auf CaptainAwkward.com gemahnt wurde, man solle Eltern nicht reinreden, waren jedoch keine moralisch-drohend vorgebrachten Forderungen, sondern vorsichtige Einwände, dass nicht gut klinge, was man da gerade gelesen hat. Wenig überraschend habe ich diesen Einwänden zugestimmt.

Inhaltswarnung: (emotionale) Vernachlässigung von Kindern (Übersetzung der Zitate auf Anfrage)

Im ersten Falle erwähnte JenniferP beiläufig Bekannte

5) My good friends are training their 5-month old to sleep and to comfort himself if he wakes. So they ignore his cries at night (unless they go on for a certain duration and intensity = more than 10 minutes, a sharp upset cry vs. a “Hey, come hang out with me” cry) so that he’ll learn to soothe himself.

Ich fand die Stelle beunruhigend. In den Kommentaren wurde das auch von anderen erwähnt. JenniferPs Reaktion

The parents, kid, etc. are fine and happy, they are using a method suggested by their pediatrician, and their parenting choices aren’t really up for general judgment and discussion.

Also die Argumente sind: mehrere Erwachsene schätzen dieses Vorgehen als in Ordnung ein und das Kind zeigt keine unmittelbaren Anzeichen emotionaler Schädigung (außer schreien/nicht schreien, schätze ich…), deswegen ist das Vorgehen in Ordnung. Darüberhinaus: eine Person, die gelernt hat, was das Beste™ für Kinder ist, sagt, dass es richtig ist.
Was nun aber, wenn die Kritik von Menschen kommt, die wissen, wie es ist am anderen Ende dieser coolen Methode zu sein? Dann ist das irrelevant, weil Erwachsene einfach Bescheid wissen und die Methode von einer Autorität abgesegnet wurde.
Mehr Gedanken dazu auf Zmrzlinu.

Der zweite Fall trug sich letztens zu. Es ging um eine Person, deren Partner sie(?) und ihre(?) Kinder absolut vernachlässigte durch exzessives Videospielen. In den Kommentaren wurde von MHM dann vorsichtig folgendes angemerkt. („LW“ steht für „Letter Writer“)

I find myself feeling protective of the LW’s children […] Should they continue to be exposed to this lifestyle? I think it’s worth a discussion with a professional. A consultation with a psychologist could help the LW figure out if and how the addiction is impacting her children.

Das ist eine völlig relevante Frage, die auch stark auf der Hand liegt, wenn man sich den Brief durchliest. Es wird beschrieben, wie der Vater die Kinder mit „Später.“ abspeist und warten lässt während er Stunde um Stunde weiter Computer spielt, wenn sie etwas von ihm wollen. Der Beschreibung nach ist er nicht einmal emotional verfügbar, wenn er sie wäscht, weil er nebenbei Spiele auf dem Handy spielt.
Aber auch diese harmlose Frage wird damit abgebügelt, dass man „parenting styles“ nicht kritisieren soll. Entschuldigung, welcher „Stil“? Emotionale Verwahrlosung?

Was hier geschieht, und da wären wir wieder bei Adultismus, ist, dass es als wichtiger erachtet wird, die Eltern vor Kritik zu schützen als den Kindern ein sicheres, respektvolles und geborgenes Heim zu bieten. Und diese Art von Parteilichkeit sehe ich einfach nicht ein. Denn wenn es in jemandes Hand und Verantwortung liegt, dass es den Kindern gut geht, dann sind es die Eltern.

Ich bin mir sicher, dass dieses Thema, vor allem für Eltern, starke Emotionen auslöst. Die Kommentare sind aber nicht offen für eine Diskussion, wie es Eltern in dieser Gesellschaft schwer gemacht wird (was zweifelsohne der Fall ist). In diesem Artikel geht es darum, wie Kinder und Jugendliche ignoriert und bevormundet werden, also möchte ich nur Parteilichkeit auf deren Seite lesen. Erwachsen sein ist einfach mal ein Privileg. Bitte nicht vergessen.
Wer eigene Erlebnisse aus der Kindheit/dem täglichen Leben erzählen möchte, die zu passen scheinen, ist dazu eingeladen.