Links 45

Schlagwörter: wolfsbühne – hartz iv – fat positivity – behinderung – fettsein – orgasmen – raumeinnahme – rassismus – frauenhäuser – männliches privileg

„6 Dinge, die ich über meine Orgasmen lernte“
von @stavvers via @baum_glueck [Englisch]

„On Being Fat, Brown, Femme, Ugly, and Unloveable“
via @baum_glueck [Englisch]

Access intimacy als eine Form der Intimität in Verbindung mit Behinderung
von @miamingus via @baum_glueck [Englisch]

Der Aufenthalt in Frauenhäusern ist in Deutschland teils mit erheblichen Kosten verbunden
via @antiprodukt [Deutsch]

Über pseudo Pro-Fettsein – „All about that bass“
[Englisch]

Weitere Einschränkungen für Hartz IV-Bezieher*innen geplant
via @annalist [Deutsch]

Über selbstverständliche männliche Raumeinnahme
von @lightsneeze [Deutsch]

Die Berliner Theatergruppe Wolfsbühne und Publikum haben eine Gruppe von People of Color rassistisch beschimpft und teils körperlich angegriffen
via @fluxusx [Deutsch]

Links 44

Schlagwörter: Sexismus – Drohnen – Gebärdensprache – Fußball – Orange is the new black – Armut – Kritik – fat shaming – Sterbehilfe – Behinderung – Ableismus – Twilight – abuse – Polizei

Zeit für eine neue Linksammlung, denn es sind einige Artikel zusammengekommen. Heute gibt es ein ungewöhnlich breites Themenspektrum.

Über die Lebensrealität von LSBTTIQ in Baden-Württemberg
[Deutsch] von @Nele_Tabler via @iwedan

Berliner Polizei nutzt Drohnen im Einsatz
[Deutsch] via @BagaGam

Klarstellung: Fußballergebärden mussten auch zu dieser WM nicht neu erfunden werden
[Deutsch] von @EinAugenschmaus

Es finden sich nicht so viele Männer in Orange is the new Black – und das ist gut so
[Englisch] von @mister_goldfish via @goldfish

Angewohnheiten, die man entwickelt, wenn man arm aufwächst
[Englisch] via @kopfrechner_in

Captain Awkward zum Thema: Wie akzeptiere ich Kritik besser?
[Englisch]

„Geschichte von Fitness und Fatness in den USA“
[Deutsch] via @moder_dragon

Gegenargumente zur Sterbehilfe aus der Sicht von Menschen mit Behinderung
[Englisch] via @goldfish

1A-Erklärung: Worin liegt die Anziehungskraft von Twilight für Frauen*?
[Englisch] von @anamardoll
(CN r*pe wird erwähnt, allg. Thema abuse)

Warum es eine deutschstämmige Professorin wieder in die USA zurückzieht
[Deutsch] via @_tillwe_

Links 43

Schlagwörter: Cissexismus – Dan Savage – Arbeitslosigkeit – Lundy Bancroft – abusive Beziehungen – Drohnen – sexuelle Belästigung – Menstruation

Die Links einmal komplett auf Englisch.

Der Autor von „Why Does He Do That – Inside the Minds of Angry and Controlling Men“ hat einen eigenen Blog. Wegen des Themas sei vor Geschichten häuslicher Gewalt u.ä. gewarnt.

Besorgniserregende Entwicklungen in England: Langzeitarbeitslose müssen sich entscheiden entweder täglich beim Arbeitsamt zu erscheinen oder unentgeldlich zu arbeiten

Die Sicherheit von Menstruations-Produkten sollte tatsächlich einmal untersucht werden via @hanhaiwen

Sexuelle Belästigung jetzt per Drohne verfügbar via @nkjemisin

Dan Savage beschimpft junge trans Person und erwartet dann eine Entschuldigung von ihr via @Shanna_Katz

„Das unbestimmte Geschlecht“ oder goddammit, Deutschland ist langsam (Aktualisiert 19.8.)

Schlagwörter: Intersexualität – trans* – nicht-binär – Cissexismus

Nachtrag (18.08.13): Hier ist der Artikel von Zwischengeschlecht.org, den ich nicht mehr gefunden hatte. Er beinhaltet eine fundierte Analyse der Gesetzesneuerung und inwiefern die Intersexuellen irgendwie hilft, oder eben auch nicht. Danke @BettinaStefanie, @sigi_maurer, @maedchenblog.

…warnt vor den negativen Folgen für die Betroffenen, darunter erhöhter Druck auf die Eltern zu kosmetischen Genitaloperationen und selektiven Abtreibungen sowie staatliches Zwangsouting für die betroffenen Kinder.

Hier die Pressemitteilung der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM) via @BettinaStefanie

Statt die Geschlechtseintragung für alle, nicht nur intergeschlechtliche, Kinder einfach offen zu lassen, werden erneut Sondervorschriften geschaffen, die Ausschlüsse produzieren. Die Lebenssituation der allermeisten intergeschlechtlichen Menschen wird sich dadurch nicht verbessern.

Nachtrag (19.08.13): Ein weiterer Blickwinkel zum Thema. via @graceishuman @glitter_n_love

In der Süddeutschen wird mal wieder darüber berichtet, dass es nun die Möglichkeit geben soll für intersexuelle Kinder keinen Geschlechtseintrag vorzunehmen, das Feld bleibt leer. Natürlich zieht das in einem Land voller Bürokratie einige Probleme nach sich, denn wenn wir die Menschheit nicht mehr in Frauen und Männer einteilen können, was ist dann noch real??? Oder anders gesagt: Jetzt bemerkt man, dass andere Gesetze von „einer Frau und einem Mann“ (z.B. in der Ehe) reden und das mit einem nicht existierenden Geschlechtseintrag im Konflikt steht. Genau so ist die Lebenspartnerschaft auf gleichgeschlechtliche Paare beschränkt. Da fragt sich der Artikel verwirrt, ob sich dem Geschlechtseintrag nach Intersexuelle nun ausschließlich mit Intersexuellen verpartnern dürfen. Ich möchte hier kurz die Möglichkeit nutzen, um drauf hinzuweisen: Wenn Deutschland nicht so ein bigotter Scheißstaat wäre, indem man meint, man könnte die Zahl von Geschlechtern an einer Hand (bzw. 2 Fingern) abzählen, dann hätten wir diese lächerlichen Probleme gar nicht. Man stelle sich vor eine Ehe dürfte zwischen zwei (oder mehr, hallo Polyamorie) Menschen geschlossen werden. Aber das wurde ja letztens verhindert.
Ich finde es einfach lächerlich in Mainstream-Zeitungen zu lesen, wie die Autor*innen mit großen Augen erkunden, dass es mehr als Frauen und Männer gibt. Für Transsexualität wird im Artikel gleich mal ausgegeben, was eigentlich binäre trans* Menschen beschreibt. Während er also für eine breitere Leser*innenschaft eröffnet, dass wow, es intersexuelle Menschen gibt, reduziert er die Welt der Geschlechter dann quasi auf drei: binär männlich oder weiblich – oder halt intersex. Is halt falsch, weil es einen ganzen Strauß an Identitäten gibt, der nicht in diese drei Kategorien fällt (abgesehen davon, dass „intersex“ nichts über das gender einer Person aussagt).

(Disclaimer: Ich bin nicht intersexuell) Abschließend ist zu sagen, dass ich mir Sorgen mache, was so ein Geschlechtseintrag bewirkt. Ich finde es gut, wenn sich wenigstens ein bisschen tut. Nicht weil ich das Bisschen in irgendeiner Weise ausreichend finde, sondern weil es lange überfällig ist, dass etwas unternommen wird. Ich frage mich jedoch, welchen Problemen Menschen mit einem nicht weiblichen oder männlichen Geschlechtseintrag begegnen werden. Im täglichen Leben ist es bereits eine gefährliche Sache, nicht „richtig“ für das Geschlecht zu präsentieren, das Menschen einer*m zuschreiben. Durch den Geschlechtseintrag haben dann Behörden, Ärzt*innen und Polizei direkten Zugang zu Infos, mit denen verantwortungsvoll umzugehen ich ihnen null zutraue.
Das ist aber kein Argument gegen den dritten (weitere/andere) Geschlechtseintrag, sondern eine Handlungsaufforderung an die Politik. Wenn Menschen aufgrund ihrer Identität Gefahr von Übergriffen ausgesetzt sind, dann brauchst es mehr als „Seid doch bitte alle tolerant“ und halbherzige Kampagnen. (Nicht mal die gab es bis jetzt, was T*I¹-Menschen angeht.) Es braucht Leute, die Ahnung vom Thema haben (nicht durch ein verdammtes Studium Der Anderen(tm) in der Tasche!) in bestimmenden Positionen, die Gesetzesvorschläge, Kampagnen, Weiterbildungen etc. beraten, kritisieren und abnicken können. Es braucht nicht konservative Regierungsfuzzis, die in 30 Jahren nicht über ihren Cis-Sexismus und ihren schreienden (RW = Redewendung) Mangel an Bildung zum Thema hinweg kommen werden.

1 Trans* und intersexuelle Menschen

Nichts Neues und trotzdem kein Ende in Sicht: Rassistischer deutscher Gesamtzustand

Schlagwörter: Rassismus – Gewalt – Non-Citizens – Refugees – rechte Gewalt

Ich weiß nicht, was man noch groß dazu sagen soll. Deutschland ist gefährlich, wenn man nicht weiß ist. Auf Twitter rauschen immer wieder alarmierende Meldungen an mir vorbei, die alle schockieren und ungläubig stimmen – in meinem Falle begleitet von dem Luxus, dass ich nicht darüber nachdenken muss, was passiert, wenn ich mal an diesen Schauplätzen vorbei muss.

Berlin Marzahn-Hellersdorf steht nicht als einzige Meldung da.

Am 30.06.13 wurde das Protestcamp der Non-Citizens am Rindermarkt in München brutal geräumt. Vorgeschobener Grund war die angeblich medizinisch unzureichende Versorgung der Non-Citizens, die im Hunger- und Durststreik waren. Die Medical Group, die sich in Absprache mit den Non-Citizens um die gesundheitliche Versorgung gekümmert hatte, erklärt in einer Stellungnahme, dass die Versorgung – stadtbekannt– rund um die Uhr sichergestellt war.
Die Räumung des Camps war politisch motiviert, um die Gesundheit der Non-Citizens geht es hier kein Stück. Ich habe hingegen gehört, dass es der Gesundheit hilft, nicht abgeschieden im Nirgendwo drauf zu warten, ob man in diesem ungastlichen Scheißland bleiben darf.

In der Holstenstraße in Hamburg gab es Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und 15 Jugendlichen. Zumindest sagt die Polizei das. So richtig ist nicht klar, welche Verbrechen hier begangen worden sein sollen und was genau die verstärkte Polizei-Präsenz rechtfertigt. Ist es am Ende unser alter Freund, das Racial Profiling?

Auf einem Volksfest im bayerischen Kaufbeuren wurde ein in Bayern lebender Kasache¹ von einem Neonazi getötet. Er kam zu einer Schlägerei hinzu, in der 7 Rechte 3 Spätaussiedler (?) rassistisch beleidigten. Die Polizei hatte wie immer enorme Schwierigkeiten einen rechten Hintergrund festzustellen, geschweigedenn in den Vordergrund zu rücken.

In Berlin-Reinickendorf will eine Wohneigentümergemeinschaft verhindern, dass Flüchtlingskinder ihren meist unbenutzten Spielplatz nutzen. Kein rassistisches Bullshit-Argument („Seuchengefahr“) ist Anwohnenden zu absurd, um es zur Hetze gegen Refugees zu nutzen.

Zwei rechte Zeitsoldaten der Bundeswehr haben heute, am 22.07.13, kurz vor 3 Uhr im südthüringischen Arnstadt ein Asylbewerbendenheim mit Feuerwerkskörpern attackiert und die Bewohner*innen mit rassistischen Parolen beschimpft.

All diese rechte Hetze, die bei weitem nicht nur vom „rechten Rand“, sondern aus der Mitte der Bevölkerung kommt, gefährdet deutsche oder in Deutschland lebende People of Color, Non-Citizens und Refugees. Weiße Deutsche müssen sich zu mehr als „Toleranz“ und „buntem“ Zusammenleben bekennen, sondern sich aktiv solidarisch zeigen, zuhören, lernen, mit an Safe Spaces arbeiten und Rechte Gewalttaten nach Möglichkeit verhindern².

1 Ich vertrau der Presse nicht wirklich festzustellen, ob er tatsächlich ein in Deutschland lebender Kasache ist oder einen deutschen Pass oder doppelte Staatsbürgerschaft hat because you know, Presse. Ich kann hier nur übernehmen, was dort steht.
2 Editiert, siehe Comments.

Links 28

Schlagwörter: BDSM – Assange – Ableismus – Pille danach – Feminismus – Gehörlosigkeit – Consent – [Trigger Warnung] – [TW] r*** culture

Über einen Workshop, der Feminismus schreiben lernen verspricht. Hier habe ich mir „si:er“ und „di:er“ geklaut.
[Deutsch]

[Trigger-Warnung] Wie Fetlife Aufklärung bei Ver****l***ung verhindert und warum „falsche Anklagen“ Derailing sind
[Englisch]

[Trigger-Warnung] Weitere Gedanken zu den r*** joke-Zwischenfällen der letzten Zeit
[Englisch]

Ein Mann mit Brüsten. Der Text hat mich sowohl mitgenommen als auch mitgerissen.
via @hainhawen [Englisch]

Eine grundlegende Erklärung von „women“ vs. „females“
via @vivsmythe @hainhawen [Englisch]

10 Dinge, die du nie zu einer tauben Person sagen solltest
via @ennomane @zwzora [Englisch]

„Über Menschen mit Behinderungen berichten“ – Ein Online-Ratgeber
via alle [Deutsch]

Wir schützen dich vor dir selbst!! Die Pille danach ist in Deutschland nur schwer erhältlich.
[Deutsch]

Tolle Grundlagen zu Consent. Trigger–Warnung für Beispiele, besonders auch in den Kommentaren
[Englisch]

Assange, der Arsch (© Esme Grünwald) Ein praktischer Artikel, um ihn dem nächsten Anonymous-Fanboy in die Hand zu drücken, der erklären will, wie alles wirklich gelaufen ist. Trigger-Warnung because obviously, starke Empfehlung nicht die Kommentare zu lesen.
[Englisch]

Rassismus? Nah…

Schlagwörter: Rassismus – Polizei – Don’t be that asshole

Rassistische Sprache und Fehlschuldigungen folgend.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat einen rassistischen und pietätlosen Kalender herausgebracht. Schwarze werden nach westlichen Vorstellungen grotesk überzeichnet und reden in Phantasie-Schwarzendeutsch, Stereotype Bilder von Migrant*innen werden vermittelt, Selbstmörder*innen verspottet. Der Fokus berichtet darüber, wie sich in Bayern Widerstand gegen den Kalender regt.

Der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer hat seine Dienststellen angewiesen, den Kalender nicht mehr aufzuhängen […]

Der bayerische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft findet das Abgebildete hingegen voll normal und kann sich gar nicht vorstellen, wie man den Eindruck gewinnen könnte, das sei rassistisch! Wir doch nicht!
Hermann Benker, bayerischer Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft meint, das sei halt Polizeijargon und man könne doch nicht so tun, als gebe es den nicht. Also mit anderen Worten: Wenn die Beamt*innen rassistisch sind, muss man das doch unter dem Stempel Kunstfreiheit abdrucken dürfen. Dass es problematisch sein könnte, dass es diesen Jargon überhaupt gibt, scheint ihm nicht in den Sinn zu kommen.

Es gehe eher darum, den Frust der Polizisten bei der Arbeit zu verdeutlichen, sagte [eben dieser]. „Das ist eine Art Galgenhumor, mit dem unsere Kollegen seit Jahren mit den Engpässen in der deutschen Polizei umgehen. Das hat nichts mit einer Herabwürdigung eines Personenkreises zu tun.“

Okay … wir durchsuchen People of Color überdurchschnittlich oft und wenn Menschen, die wie Muslime aussehen, einen Koffer stehen lassen, ist der in Sekunden von einem Sprengstoffkommando umringt, aber wir würdigen doch keinen Personenkreis herab, indem wir durch Karikaturen rassistische Klischees befeuern! Dass der Tod eines schwarzen Deutschen des Asylbewerbers Oury Jalloh¹ im Dessauer Polizeigewahrsam bis jetzt nicht aufgeklärt werden konnte, hat definitiv auch keine systemischen Gründe. Es ist vollkommen gerechtfertigt, mit Stress und Überstunden fertigzuwerden, indem man jemanden erniedr… ach, Moment, man „würdigt“ ja niemanden „herab“. Mein Fehler.

Nun ja. Was diesem Artikel besondere Würze verleiht?

Karikaturen in einem Kalender der Polizeigewerkschaft in Bayern machen sich lustig über Alte, Selbstmörder und Ausländer.

[…] eine Karikatur mit einem festgenommenen Farbigen […]

(Formatierung meine.)
Es ist beim Focus noch nicht angekommen, dass „farbig“ seit Äonen nicht mehr als akzeptabler Begriff gesehen wird und auch, dass weder Schwarze noch Migrant*innen per default „Ausländer“ sind, meist sogar Deutsche. Ein bisschen Nachhilfe in Alltagsrassismus könnte hier wohl allen gut tun.

Und mit einer weiteren Perle möchte ich diesen Post beenden:

Seit sechs Jahren werde der Kalender herausgebracht, beschwert habe sich bislang niemand.

Souverän argumentiert.

1 Editiert 12:20, 01.03.2012, Zweisatz

Update: Weiterer Kalender in Online-Medien veröffentlicht. Unbedingt ernstzunehmende [Trigger-Warnung] für so ziemlich alle -ismen, ganz weit vorne Rassismus. klick.
Update zum Update: Die Echtheit und Herkunft des zweiten Kalenders wird in Frage gestellt. „[Die Bilder] stammen aber so oder so von einem Polizisten, der als Karikaturist tätig ist […]“ Weitere Informationen hier. (Danke Punkel)