Currently Watching, Queerulant_in + Filmbonus

Schlagworte: Serien – Filme – Queerulant_in

Ich habe so wichtige und schwierige Themen wie „Depression“ und „Red Flags für abusive Beziehungen“ hier herumliegen, aber fühle mich gegenwärtig nicht in der Lage über sie zu bloggen. Deswegen noch mehr Serienempfehlungen!!

Stand Queerulant_in

Vorher aber noch ein kleines Queerulant_in-Update: Ich habe für die aktuelle Ausgabe keine Frage beantwortet, sondern gleich handfeste Lebenstips verteilt. Die nächste Kolumne ist auch schon eingereicht, in der beantworte ich diesmal zwei Fragen – eine zum Thema Polyamorie und eine zum Thema Asexualität. Auf diese Kolumne werdet ihr aber noch ein bisschen warten müssen, bis die neue Ausgabe tatsächlich druckfrisch auf eurem Tisch oder in eurem Computer liegt.
Nicht warten müsst ihr auf die Queerulant_in-Lesetour. Die findet nämlich GENAU JETZT (Sa, 13.09. bis Mi 17.09.) statt! Wenn ihr in oder in der Nähe von Kassel, Marburg, Frankfurt (Main), Gießen oder Darmstadt wohnt, empfehle ich euch einen Blick auf den Link zu werfen. Mich werdet ihr auf den Veranstaltungen nicht treffen, aber ich verspreche, die anderen sind super nett und es werden sicher ein paar schöne Abende.

Serien

Nun aber wirklich zu den Serien. In der heutigen Runde werde ich vorstellen, was ich aktuell schaue sowie zwei Filme, die mir in letzter Zeit ins Augen fielen.

Bei Elementary bin ich endlich mit der ersten Staffel fertig. Das Doppelfolgen-Finale war eine emotionale Achterbahnfahrt für mich, die Auflösung hat mir aber gefallen. Elementary hatte ich bereits hier vorgestellt.

Suburgatory – Die jugendliche Hauptfigur wird von ihrem Vater in die US-amerikanische Vorstadt verschleppt. Dort lernt sie, dass auch Menschen, die keine Indie-Klamotten tragen und blonde Haare haben, ein Herz besitzen. Die Serie schaue ich ganz bestimmt nicht für die beißende soziale Kritik (gibt’s nicht) oder die tolle Repräsentation von Menschen of color (ausschließlich männliche Nebenrollen in Dienstleistungsberufen). Ich mag jedoch einige der Charaktere und den Humor und bis jetzt hat das gereicht. Die Transmisogynoir in Folge 7 war allerdings super scheiße, wie andere „edgy“ KKK-Witze auch.

Parks and Recreation – Kurz „Parks and Rec“ ist ein(e) Mockumentary, eine gestellte Dokumentarserie also (mit dem Unterschied zu deutschen gestellten Serien, dass sie witzig sein soll), für die man mit ein bisschen Fremdscham umgehen können muss. Normalerweise finde ich Fremdschämen sehr unangenehm, aber hier ist es recht schwach; vielleicht geht es anderen da anders.
Die Serie spielt in der Abteilung „Parks und Erholung“ eines kleinstädtischen Rathauses (Regierung? Regierungsgebäude??), wo die Hauptfigur Whats-her-face in der ersten Staffel versucht, gegen bürokratische Hürden eine Baugrube in einen Park zu verwandeln.
Die Serie hat tatsächlich feministische und zu einem geringeren Teil auch anti-rassistische Ansprüche, was man den Handlungssträngen anmerkt, versagt in der Hinsicht gleichzeitig oft spektakulär (v.a. beim Rassismus). Für mich ist es bis jetzt auch eine dieser Zwischendurchserien, deren Humor mir gefällt.

Orphan Black gehört technically gar nicht mehr in diese Liste, denn ich habe die beiden Staffeln bereits gesehen. Eine dritte ist in der Mache und für guck-ich-jetzt-nicht-nach angekündigt. Die Serie hat mich aber beeindruckt und sehr für die Charaktere eingenommen, deswegen spreche ich, nach allen anderen, auch mal diesen „Geheimtip“ an.
Die Handlung beginnt damit, wie die Hauptfigur beobachtet, wie eine Frau, die aussieht als wäre sie ihr Zwilling, sich vor ihren Augen vor die Bahn wirft. Sie kennt diese Frau nicht (noch wusste sie von Zwillingen) und beschäftigt sich erst einmal weiter mit ihren eigenen Problemen, bis sie von ganz anderen Problemen überwältigt wird.
Tatiana Maslany spielt in der Serie ~15 verschiedene Charaktere und jeder ist einzigartig. Nach sehr kurzer Zeit vergisst man, dass sie sich mit Luft oder Ersatzschauspieler*innen unterhalten haben muss, bevor die Szenen zusammengebastelt wurden. Das Genre ist irgendwo zwischen Drama, Polizeiserie, Action, Verschwörung, Thriller und Science Fiction angesiedelt. Vor allem beeindruckt war ich aber auch davon, wie viele Themen behandelt werden, wovon man in anderen Serien wenn überhaupt nur einzelne sieht: Adoption, alleinerziehende Mütter, Homosexualität, Transidentität, Drogen, Alkoholabhängigkeit, Heimerziehung, religiöser (christl.) Fundamentalismus, Ethik in der Forschung usw.
Ich habe es nicht so mit Science Fiction oder Storys, in denen lange alles schief geht, aber die Serie war einfach zu spannend, um in der Mitte aufzuhören.

Ich schaue auch noch Supernatural und Merlin, welche ich kurz zusammenfassen werde als: weiße Typen, dich sich gegenseitig an-emotionalisieren, auch Magie. Ja, da gebe es noch mehr zu sagen, aber ich hab ja noch die Filme!!

Filme

Dido Elizabeth Belle (Belle)
In Film Nr. 1 geht es nicht um Disneys Belle (hat jemand das geglaubt? NIEMAND HAT DAS GEGLAUBT), sondern eine historische Schwarze Figur, die in Großbritannien zur Zeit der Sklaverei in die weiße „gehobene Gesellschaft“ geworfen wird. Ihr Vater, ein weißer Kapitän, gibt sie in die Obhut seiner Familie, bevor er wieder zur See fährt. Als er stirbt, stellt sich die Frage des Heiratens, die natürlich durch race verkompliziert, wenn nicht unmöglich gemacht wird. Das ist aber nur der Jane Austen-Teil der Handlung.
Hinzu kommt die Geschichte der Zong, eines Schiffes beladen voll mit Sklaven, die kurz vor der Ankunft ertränkt wurden. Im Einklang mit der entmenschlichenden Sicht auf Schwarzes Leben wurden die Sklaven als Fracht versichert. Angeblich herrschte Wasserknappheit an Bord des Schiffes, aber Belles Ziehvater, der höchste Richter, muss entscheiden, ob die Versicherer tatsächlich zahlen müssen oder es sich um Versicherungsbetrug handelt.
Entstanden ist ein sehenswertes period drama plus race, das nicht nur die Regeln der Heirat für weiße Frauen beleuchtet, sondern eben auch die für eine Schwarze Frau in der oberen Mittelschicht (glaube ich, keine Ahnung von Schichten). Zusätzlich werden bedeutende Ereignisse behandelt, die der Abschaffung der Sklaverei vorausgingen.
Urteil: Kostüme very pretty, Dialog subtil und im Original teils lustig, gesellschaftliche Verhältnisse recht gut beleuchtet, historisch wissenswert.
Hier ist eine Rezension von @gradientlair. Ich möchte noch empfehlen, den Film im Original zu schauen, allgemein aber auf N-Wörter gefasst zu sein. Und Trigger Warnung für einen sexualisierten Übergriff.

Sag nicht wer du bist (Tom à la ferme)
Zu guter letzt noch Sag nicht wer du bist. Der schwule Frankokanadier Tom besucht die Familie seines verstorbenen boyfriends auf deren Bauernhof. Gleich am ersten Abend aber gibt ihm der Bruder des Verstorbenen zu verstehen, dass er auf keinen Fall verraten darf, dass der Tote sein Freund war. Im Verlauf des Filmes verfolgt man, wie die Familie sich als zunehmend bedrohlich entpuppt, während Tom von dem lebenden Sohn in eine abusive Nicht-Beziehung gezogen wird.
Ich bin dem Film mit einer gewissen Zurückhaltung begegnet, weil solche Thematiken mich normalerweise sehr runterziehen. Erstaunlicherweise ging ich recht guter Dinge aus dem Film, was nicht zuletzt seiner Erzählweise geschuldet ist. Dafür, dass es sich um ein Drama handelt, gibt es auch erstaunlich viele lustige/absurde Momente. Trotzdem ist emotionale/psychische Gewalt und Manipulation ein sehr großes Thema, zu geringeren Teilen auch physische und emotionale. Wie Tom eingewickelt und in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt wird, fand ich sehr gut dargestellt. Es war ein wenig unrealistisch, wie schnell es geschah, aber die Taktiken stimmen zu hundert Prozent (sagt die Person, die viele Bücher las). Auch die Art der Aufnahmen, der Beleuchtung, des In-Szene-Setzens fand ich großartig. Nicht umsonst wird der Regisseur, der auch die Hauptrolle spielte, hoch gehandelt. Wenn die Thematik euch nicht abschreckt, kann ich Sag nicht wer du bist zu 100% empfehlen. Gewarnt sei noch, dass tote Tiere im Film vorkommen.

So viel von meinem aktuellen Serienrundgang. Was hat euch in letzter Zeit mitgerissen? (Filme, Serien, Bücher, …)

Serien-Empfehlungen – Teil 2

Schlagwörter: Pushing Daysies – Elementary – Buffy

In meinem letzten Blogpost zum Thema hatte ich meine drei liebsten Serien vorgestellt, nun kommen wir zum nächsten Abschnitt der Liste.
Hinter den Titeln steht nach wie vor, wo ich mich gerade in der Serie befinde. Die Liste selbst ist nicht als absolut zu verstehen – welche Serien ich jetzt genau wie viel mehr mag als eine andere, kann ich nicht genau sagen. Ich stelle lediglich vor, was mir gefallen hat und das bedeutet, dass ich jede der genannten Sendungen aus irgendeinem Grund mochte, unabhängig von ihrem Platz in der Aufzählung.
Spoiler: Ich habe keine Namen nachgeschlagen, deswegen garantiere ich für nichts, was die Rechtschreibung angeht.

Elementary (Anfang Staffel 2) – Elementary ist die bzw. eine US-amerikanische Adaption von Sherlock Holmes. Lucy Liu spielt dabei Watson, was viele furchtbar und ich super toll fand(en). An Holmes selbst musste ich mich wegen des hohen Rosses, auf dem er sitzt (Redewendung), erst einmal gewöhnen, aber als er anfing seine eigenen Fehler einzugestehen, wurde es besser. Die Serie selbst betont weniger die Morde/Kriminalfälle, die in jeder Folge vorkommen, als das Verhältnis zwischen Holmes und Watson bzw. auch den anderen Charakteren.
Mir gefällt besonders die Ästhetik der Serie, die „komm mal runter“-Einstellung von Watson gegenüber Sherlock und generell die liebenswerten Charaktere. Und wenn ich ehrlich bin, dass im Intro ein Cello zu hören ist, spielt auch eine Rolle.
Viel mehr kann ich zu Elementary nicht sagen, weil der zeitliche Abstand zur letzten Folge zu groß ist. Ich will aber unbedingt weiterschauen.

Buffy (fertig) – Buffy, die Kult-Vampirserie aus den 90ern, aus der wahrscheinlich alle anderen Vampir-Serien hervorgingen und die uns über drei Ecken 50 Shades of Grey eingebrockt hat. Aber lassen wir das kurz beiseite, denn das ist eine Anklage, die man schwer wieder gutmachen kann.
Ich stimme zwar nicht mit der weit verbreiteten Meinung überein, dass Buffy dieses feministische Glanzstück ist (einige Aspekte ja, andere hell no), aber mit fortschreitenden Episoden war ich dann doch von der Story gefesselt (außer Staffel 6, bitte erinnert mich nicht an Staffel 6). Die Teenagerin und Ex-Cheerleaderin Buffy kommt jedenfalls an eine Highschool in Sunnydale, weil sie aus ihrer alten ‚rausgeworfen wurde. Grund: Sie hat „die Sporthalle angezündet“. Das ist zwar korrekt, aber ganz war das nicht ihre Schuld, denn die Sporthalle war voller Vampire. Da das wenig überzeugend klingt, ist sie trotzdem geflogen. Auf der neuen Schule muss sie sich dann erst mal wieder ins soziale Gefüge einfinden, aber wird vor allem gleich mit ihrer Bestimmung konfrontiert: die einzige Vampirjägerin auf der Erde zu sein und nun eine Schule zu besuchen, die direkt über dem „Höllenschlund“ liegt. Vermehrte Monster-Action ist angesagt (und ein paar Weltuntergänge). Mit ihren neu gefunden Freund/innen, ihrem „Watcher“ Giles und einer Erzfeindin macht sie sich dann (widerstrebend) daran, die ersten Vampire und anderen Monster zu töten.
Was ich an der Serie mochte, sind die unironischen 90ies-Klamotten (hehe), Figuren wie die Lehrerin (und mehr als das) Ms Calendar, die fiese (aber tolle <3) Cordelia und im Wesentlichen alle anderen Figuren, außer den Hauptfiguren. Die Monster sind abwechslungsreich, die Bösewichte häufig cool und an unterhaltsamen Wortgefechten und peinlichen bis guten Wortspielen wird nicht gespart. Weniger lustig war das Schmerzensmann-Edward-Vorbild Angel, Nice Guy Xander, der ganze schmerzhafte Rassismus, sexistische Storylines und der meiner Meinung nach recht deprimierende philosophische Unterton der Serie. Auch sollte man sich damit abfinden, dass die Regeln des Buffy-Universums sich im Verlauf der Episoden ab und zu ändern. Ich habe jedoch bis zum Ende durchgehalten und das soll wohl etwas heißen.
Weiteres Buffy-Lesefutter von mir + Die detaillierten und unterhaltsamen Buffy-Reviews von Jenny Trout – Jupp, das ist die Autorin von den 50 Shades of Grey-Reviews.

This is why I love Cordelia. It’s not that she’s oblivious to what’s going on with other people, it’s that she just doesn’t give a shit.

Ich auch, Jenny Trout, ich auch.

Pushing Daysies (fertig) – Pushing Daysies ist eine unglaublich farbenfrohe Serie mit Lee Pace als eine der Hauptfiguren, was ich erwähne, weil ich ihn super knuddelig finde (er hat auch Thranduil im Hobbit gespielt, da ist er weniger knuddelig). Die Serie ist erdacht von Brian Fuller, der auch Dead Like Me und Hannibal zu verantworten hat und gerade fällt mir auf, dass Brian Fuller darauf steht Serien mit Toten zu machen. In Pushing Daysies jedenfalls kann Lee Pace, der „Piemaker“ Nat, Ned, Nate? Gott, ich hab zu viel Six Feet Under geschaut… Es war wohl Ned. Jedenfalls Ned will zwar Kuchen in seinem Café „Pie Hole“ backen, aber kann auch tote Tiere, Früchte, Menschen wieder zum Leben erwecken. Das kleine Problem ist nur, wenn er sie nicht innerhalb der nächsten 60 Sekunden wieder berührt und zur ewigen Ruhe schickt, wird ein anderes Lebewesen etwa der gleichen Größenkategorie sterben, das sich im näheren Umkreis befindet (Insekt für Insekt, kleines Tier für kleines Tier, Mensch für Mensch). Wenn er das Lebewesen länger am Leben lässt, kann er es nie wieder berühren, sonst stirbt es und bleibt für immer tot.
Aus dieser Fähigkeit ergeben sich dann auch zwei Storylines: Der Privat-Ermittler Emerson Cod entdeckt zufällig Neds Fähigkeit und möchte mit ihm zusammenarbeiten, da es viel leichter ist Mörder zu schnappen, wenn man mit den Leichen reden kann. Eines der ersten Opfer, dessen Tod sie aufklären wollen, ist jedoch Neds Kinder- und Jugendliebe, die er ein wenig zu lange am Leben lässt. Tada, Konflikt.
Pushing Daysies ist jedenfalls eine erstaunlich fröhliche Serie dafür, dass es regelmäßig um Leichen geht. Man könnte sie auch morbid nennen. Ich finde die (wenn auch leicht überdrehte) Art der Charaktere sehr nett sowie die hellen Farben und den Humor (ihr müsst gut zuhören, sonst verpasst ihr die Hälfte). Die Geschichten der Todesfälle sind vor allem extrem kreativ, der Erzählstil ist näher an Märchen als an dem ernsthaften Ton der meisten Serien.
Leider wurde Pushing Daysies nach nicht allzu langer Zeit, zwei Staffeln müssten es sein, abgesetzt. Man erhält ein hastiges Ende, aber es lässt einen doch mit der Hoffnung auf mehr zurück. Auch wird ein bisschen zu sehr auf „Probleme kreieren, indem Leute nicht miteinander sprechen“ gesetzt, aber seien wir ehrlich, an Pushing Daysies stört mich nicht viel, außer dass die Besetzung mehrheitlich weiß ist.

Lee Pace wie er niedlich in der Ecke steht – und oh ja, all die anderen tollen Figuren (mehrere Gifs hinterm Link).