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[leichte Trigger Warnung] Kampagne, die Täter statt Opfer anspricht, führt zu merklichem Rückgang der Sexualdelikte [Englisch] (Leider durch Seitenbetreiber*innen unzugänglich gemacht, 08.03.2012)

Periodenblut in der Öffentlichkeit? Leute kriegen Panik [Englisch]

Geschichte der Heterosexualität [Englisch]

Keine Toleranz für Genitalverstümmelung von Intersexuellen

Kapitalismus ist ein Arsch [Englisch]

“Dubiose Praktiken einer Öko-Kosmetikkette” (zu beachten: älterer Artikel)

Ein kurzes klärendes Gespräch mit der US-amerikanischen Atheist*innen-Community [Englisch]

Warum “Es liegt in den Genen” meist kein sinnvolles Argument ist [Englisch]

Pocher suhlt sich im “Tabubruch” während er “mutig” die Mehrheitsmeinung wiedergibt via @kuebra

Über queere Frauen*, die eine heterosexuelle Beziehung eingehen [Englisch]

[TW] You can stop r**e: Schritt 2 – R**e Culture

Der zweite Schritt zum Ziel, Vergewaltigungen zu verhindern: lerne, was es heißt, in einer rape culture zu leben. Also in einer Kultur, die Verhalten gutheißt und unterstützt, das Vergewaltigungen begünstigt.

Für alle die englisch sprechen, empfehle ich diesen Artikel auf Shakesville. Ein Weiterlesen ist in dem Falle nicht nötig, weil dies der verständlichste und vollständigste Artikel ist, den ich je zu diesem Thema gelesen habe.
Für alle anderen versuche ich im Folgenden eine einleuchtende Beschreibung zur Verfügung zu stellen.


In einer rape culture wird zunächst angenommen, dass Frauen* mit sexuellen Avancen¹ einverstanden sind statt immer zuerst davon auszugehen, dass man sie nach ihrer Zustimmung fragen muss.
Es ist nicht gerne gesehen, wenn sie “Nein” sagen und die Gründe werden oft in Frage gestellt (diskutieren über die Gründe, warum eine Person etwas ablehnt, nennt man übrigens Manipulation) oder gar überhört.
Frauen* werden allgemein so erzogen, dass sie Konfrontationen aus dem Weg gehen und es anderen Recht machen wollen, während Männern* besseres Werkzeug an die Hand gegeben wird, um Ablehnung zu äußern und zu bekräftigen.

In einer rape culture wird nicht beachtet, wie fragwürdig es ist, wenn man Menschen als Sexualpartner wählt, die unter so starkem Drogen- oder Alkoholeinfluss stehen, dass es ihnen schwer fällt deutlich zu machen, ob sie Lust auf Sex haben oder “Sexualpartner” wählt, die gar bewusstlos sind.

In einer rape culture sagt man Frauen*, was sie tun sollen, um “nicht vergewaltigt zu werden” statt Vergewaltiger_innen zu sagen, dass sie nicht vergewaltigen sollen. Vergewaltigungsopfer werden gesellschaftlich sanktioniert² durch slut shaming (Beleidigung und Beschuldigung von Frauen* mit aktivem Sexualleben), rituelles in Frage stellen ihrer Erlebnisse und Vorwürfe, sie hätten sich selber in diese Situation gebracht, während Vergewaltiger_innen nicht konsequent aus ihren entsprechendem sozialen Umfeld ausgeschlossen werden und damit das Signal erhalten, dass ihre Strategie funktioniert und sie unbehelligt weitermachen können.

In einer rape culture denkt die Öffentlichkeit schneller an das Wohl und die Karriere eines potenziellen Vergewaltigers als das Wohlergehen des potenziellen Opfers, obwohl die Rate an falschen Beschuldigungen bei Vergewaltigungen nicht höher liegt als bei anderen Verbrechen auch, die Verurteilungsrate wahrscheinlich alarmierend darunter.

In einer rape culture sind Menschen der Meinung, dass es lustig sei, Vergewaltigungswitze zu reißen, obwohl es sich um eines der traumatisierendsten Verbrechen handelt, die man gegenüber einem Menschen verüben kann (siehe Seife bücken-Witze und “spaßige” Bemerkungen zu Vergewaltigung in Gefängnissen allgemein).

In einer rape culture glauben Menschen, es sei keine Vergewaltigung,

  • wenn hän Partner_in am Ende doch einwilligte
  • obwohl hän Partner_in keine aktive Zustimmung zeigte
  • wenn hän Partner_in körperlich oder geistig nicht in der Lage war, sire Zustimmung zu äußern
  • wenn jemand mit sirer_m Vergewaltiger_in in einer Beziehung lebte.

In einer rape culture wird Homosexualität mit (ausgelebter) Pädophilie gleichgesetzt und behauptet, gleichgeschlechtliche Partner könnten nicht vergewaltigt werden. Überhaupt führen einige Umstände zu Nichtvergewaltigbarkeit, wie zum Beispiel die Arbeit als Prostituierte_r, der Widerruf von vorheriger Einwilligung in sexuelle Handlungen, die falschen Klamotten, die falsche Gender-Identität.

In einer rape culture sind übergriffige “Spielereien” in Ordnung, wie eine Person zu kitzeln ohne ihre klare Zustimmung erhalten zu haben oder eine Möglichkeit für sie, dies zu unterbrechen. Es ist normal, dass Kinder Erwachsenen die Hand geben, sie umarmen oder ihnen gar einen Kuss geben müssen, auch wenn sie nicht möchten.

Einer rape culture fehlt das, was eine consent culture hat.

PS: Ich habe an einigen Stellen nicht die weibliche und männliche Form genommen, weil es mir entsprechend den Statistiken angemessen schien.

1 Annäherung, Angebote
2 bestraft

Edit 09.02.2012 13:00: Fußliebe korrigiert