Serien-Empfehlungen – Teil 1

Schalgwörter: Community – My Mad Fat Diary – Avatar

Hey! Lange nicht gelesen, wa? Hier bin ich jedenfalls wieder und weil ich in letzter Zeit in Serien ertrinke (ein gutes Problem – nicht wörtlich gemeint übrigens), dachte ich mir, ich schreibe mal darüber.
Ich wollte 10 Serien vorstellen und sie danach ordnen, wie sehr ich sie mag. Ich habe mich allerdings nicht entscheiden können, in welche Reihenfolge ich sie bringe. Also stellt euch die Abfolge als grobe Orientierung vor, aber wenn ihr an einer der Serien interessiert seid, bildet euch selbst eine Meinung. Ich beginne mit den Serien, die ich am liebsten mag und komme später zu den weniger beliebten, weil das überhaupt keinen Sinn macht und unintuitiv ist – mit anderen Worten: Ich habe schlecht geplant.
Teilweise benutze ich die Originaltitel, die im Deutschen verändert wurden, da ich einige Serien nur auf Englisch gesehen habe.
Hinter dem Seriennamen vermerke ich jeweils, ob ich fertig bin oder (grob), an welchem Punkt der Staffeln ich mich derzeit befinde. Wenn ich zu der Serie bereits etwas geschrieben habe, verlinke ich es nach der Vorstellung.
Spoiler versuche ich zu vermeiden.

My Mad Fat Diary (Anfang Staffel 2) – My Mad Fat Diary oder kurz mmfd, omg, oh my god! Zum Inhalt: Es geht um eine englische Jugendliche, Rae, die zu Beginn der Serie aus der Psychiatrie entlassen wird. Sie ist dick und hat infolgedessen mit Hänseleien, ihrem Körperbild und ihrem Verhältnis zu Essen zu kämpfen, sie hat in letzter Zeit irgendwie den Kontakt mit ihren Freund*innen verloren und das Verhältnis zu ihrer Mutter ist oft angespannt. Das ist der dramatische Teil dieser Dramakomödie. Sie schwärmt aber auch ausgiebigst für diverse Jungen/Männer, findet sich langsam in eine Gruppe von Jugendlichen ein und lässt sich nicht den Mund verbieten – dort beginnt die Komödie.
I fookin‘ lo‘ this series (oder irgendwie so, der englische Dialekt macht mich echt fertig). Die Serie spielt in den 90ern, alles ist so „ach damals“, es gibt so viele tolle Figuren, man verfolgt eine weibliche dicke Hauptfigur mit psychischen Problemen, die in den Mittelpunkt gerückt werden, wie cool/neu/ungewohnt ist das? Außerdem ist der Stil eine erfrischende Abwechslung zu anderen hochglanzpolierten Serien, wo man immer den Eindruck hat von außen hineinzusehen, weil alle so perfekt gekleidet und zurecht gemacht sind. (Gedankencredit geht an @baum_glueck)
Wie gesagt, ich liebe diese Serie. Sie bricht dein Herz, aber trotzdem willst du mehr.
Trigger-Warnung für selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, sexualisierte Gewalt (letzteres in Staffel 1 in weniger krasser Form, aber wohl Folge 5 Staffel 2 aufpassen).

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Avatar – Der Herr der Elemente (fertig) – Avatar habe ich vor langer Zeit beendet, aber die Serie bleibt mir immer noch in schöner Erinnerung. Es ist eine Kinder-/Jugendlichenserie (?), in der es um Aang geht, der als Avatar das Bändigen aller Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) erlernen muss, um die Welt retten zu können. So weit, so klassisch. Er zieht mit den Geschwistern Katara und Sokka eines Wasserstammes und später der Erdbändigerin Toph durch die Gegend.
Das Bändigen, wie auch die Kostüme, Nahrung und Gebäude der Serie sind an verschiedene asiatische Kampfkünste bzw. Nationen angelehnt. In dieser Serie ist also literally niemand weiß, amazing. Aber neben der Aufmerksamkeit für Details schätze ich vor allem den Humor der Serie, die gute Geschlechterverteilung und die entweder liebenswerten guten oder bewundernswert bösen Figuren. Stereotype werden auf den Kopf gestellt, wenigstens ein paar Charaktere mit Behinderung spielen eine Rolle (darunter Toph) und die Tiere sind einfach die niedlichsten. Koalaschafe? Schildkrötenten? Wer kann da Nein sagen. Alter Text zum Buch des Feuers (3. Staffel)

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Community (Anfang Staffel 5) – Ach Community, die Serie, in die ich vor nicht zu langer Zeit haltlos verliebt war.
Sie dreht sich um Jeff, den obligatorischen jungen weißen Hetero, ohne dessen Rolle wir alle kein Interesse an den anderen Charakteren hätten, und eine Gruppe von 6 weiteren Schüler*innen eines Community Colleges (scheint eine Mischung aus fortgeschrittener Schule und Volkshochschule zu sein). Sie alle lernen sich kennen, weil Jeff vorgibt eine Spanischlerngruppe zu leiten, um Britta, die weiße Feministin ™ der Show, ins Bett zu kriegen. Zum Verlauf von Jeffs Bemühungen möchte ich schweigen, aber die Gruppe selbst trifft sich von da an regelmäßig und zerbricht mindestens 6 Mal an lächerlichen Diskussionen über absurde Themen. Die Serie lebt dabei von Anspielungen an andere Filme und Serien, oft ist eine Folge selbst an ein bestimmtes Format angelehnt – Paintball-Folgen als Kriegsfilme oder wahlweise Star Wars, eine Kissenschlacht im Stil von Geschichtsdokus und der Tod einer Kartoffel wird ganz nach Law & Order – Special Victims Unit untersucht (Gott sei Dank ohne, you know, die sexualisierte Gewalt).
Mit der Diversity ist es ein bisschen komisch in der Serie. Die Gruppe vereint verschiedene Religionen und besteht aus 3 PoC und 4 Weißen. Des Rassismus tatsächlich bezichtigt werden allerdings auffällig oft nur die PoC (neben dem stereotypen alten weißen Rassisten). Auch gibt es einen bi- oder pansexuellen Charakter in der Serie. Der dient allerdings wegen seiner Fetische und Crossdressing-Tendenzen mehr als comic relief. Ye olde queer baiting¹ findet ebenfalls statt.
Community jedenfalls mag ich mal wieder wegen der Charaktere, aber auch wegen des guten Timings der Witze und wie man im Verlauf der Folgen ein komplexes Verhältnis zu den Figuren entwickelt. Die Referenzen auf Filme und Serien geben Community einen ganz besonderen Charme, den andere Serien in der Form nicht liefern können.

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So viel zu den ersten drei Serien meiner Liste, der nächste Artikel folgt hoffentlich bald.

1 Queer baiting: Eine Serie für queere Menschen interessant machen, indem man queere Charaktere/Beziehungen andeutet, aber nie tatsächlich bzw. ernsthaft umsetzt.

Avatar – Der Herr der Elemente (Feuer)

Da dieser Text seit sage und schreibe 5 Monaten in Englisch existiert, ich ihn bis jetzt aber nicht übersetzt habe, gehe ich davon aus, dass das auch nicht mehr passieren wird. Also heute ein Beitrag in Englisch.

On the left is a crossed out picture from avatar by James Cameron, on the right there is a poster from Avatar-the last airbender. The caption reads 'When I say avatar, I'm talking about avatar, the last airbender.'

I recently watched the three books of Avatar – The Last Airbender. No, I am neither talking about the movie on the left nor this fail.
Now, I would like to tell you why I do not like the book of fire. This is, by the way, unfortunate because I really enjoy these series; the episodes are funny, they are not as obviously western-centric as other productions and there are cool female characters (yes, that is outstanding), cute strange animals and sweet bending skills.

[Sorry, spoilers ahead. Unfortunately, it’s not possible to write a version without spoilers due to the nature of the post’s content.]

First of all, the third book is less funny. This is a crime in and of itself. During the book, the female protagonists lose more and more of their agency, culminating in a lot of disappointing passivity in the final battle.

Here comes what bothered me as well:

In one episode, the female characters (Toph and Katara) pick a fight, they generally do not act like friends but only get along. This episode appeared totally constructed because the group is usually good friends but, out of the blue, the girls could not stand each other. Due to the fact that there never was a tension before, I felt uncomfortably pushed in the direction of „women cannot get along, they always fight and hate on each other. There is no way women can support each other and discuss anything productively.“ This myth further alienates girls and women and is really harmful to the audience of these series, who are (apart from people like me) children and teenagers who are maybe infected by this crap.
With this episode, the producers went from the „we have an awesome group of friends“ terrain into „we just pick up on real-life tropes and do not care about our message“ country (yeah, awkward metaphor). That is disappointing.

Next point: Who’s breasts grew? Kataras! And why? WHO KNOWS. It is true, the friends are slowly becoming adults and I heard that women’s breasts sometimes grow in puberty, but hers are unnecessarily big by now (she is a teenager – do they really have to sexualize a teenager in a series that could live off its humor instead of teh sexay ladiez? Which by the way shows the female audience that they still have to be dead-on sexy instead of themselves, the latter being encouraged before this book).
I really appreciated how everyone always wore pants, even under their skirts and women displayed rather sensible armor (see the fire princess in battle), but women’s bodies became more and more disproportionate and less sensibly shaped (for, you know, stuff like breathing and standing upright without braking their back).
Some people may still not see any sexualization but what about this pointless scene in the episode with Toph’s and Katara’s „conflict“, where, when Soka and Toph talk about Katara, she overhears them while taking a bath in a lake? Yes, except for her naked shoulders and head, everything is under the water surface and her braids were lying over her imaginary breasts and maybe, just maybe, she even wore this white swimsuit surrogate, but you couldn’t tell. And I don’t get why this scene was even necessary because you can overhear people in a lot of places. And apart from this example, they usually managed to depict people bathing without having to hint at their nakedness.

When we’re still at problematic depictions of women, lets stop shortly at princess Azula’s. What was this shit with her going crazy? These last scenes were so offensive to me. It’s really hard to describe exactly how offensive. Where to start…

  • The only woman who is interested in power goes crazy.
  • Craziness as a trope in general, especially connected to women.
  • Women in general don’t want power – no, only crazy and dangerous women want power.
  • Azula is evil because of her „fate“. I’ll get to why this is not logical in a second.
  • When she is caught by Katara and tied to these metal bars, she lashes out and stares and screams and growls. This was the most offensive scene of the whole series to me and an inhuman depiction of the main-stream opinion on craziness. I could have puked.

So, like I mentioned, Azula is evil „because of fate“. There are no good reasons for people being evil, no, it’s in their blood or something.
The explanation goes a little like this: Azula’s and Suko’s grandfather, the former Fire Lord, went all „I will conquer the whole world“.
But when, all of a sudden, Zukos decisions were explained by the identity of his ancestors, things became completely ridiculous. Prince Zuko’s struggle to do the right thing which prompted him to go to the Avatar was explained with the difference in/of his grandfathers: Avatar Roku on the one hand and the evil Fire Lord on the other. Now think about it: He changes between being good and bad because there is the fight between the „good“ and the „bad“ side of his heritage. Okay. And Azula is his sister – not a half-sister, his sister. She has exactly the same heritage. And do her decisions resemble her brother’s? No, they don’t.
So why didn’t they follow the story ark they started with the party in the Fire Nation? The royal kids attend a party and afterwards, at the beach, each of them explains why they are like they are. Azula mentions that her mother always thought she’s a monster. I think that’s a good reason to have some inner conflicts. And it is much more sensible that she would have a problem with this fact than the „It’s all fate and bloodlines and shit“.
That’s why I was kind of disappointed they decided to take the easy road with „fate“ and „Fire Nation people just are evil“ (which doesn’t make a lot of sense in many episodes because they also meet harmless and nice inhabitants) instead of explaining their actions with their past and their family. That is how people actually work (i.e. they are shaped by their life experiences) and story telling which would have been less lazy.

The last thing I want to talk about, which I didn’t like, is the scene when the Fire Lord is finally defeated and Toph, Aang, Sokka etc. make fun of him. I know these are series for children and they are supposed to be funny, but you still have the duty to depict defeat in a human way and not forget you are writing about people. Fictional people, but still people. Like with Azula, they did not manage to walk the thin line in this final scene.
There just are situations which you cannot use to crack a joke. And this was one of them.

So the third book had several flaws which took the innocence of the characters away – taking the innocence away could have been logical in the context of the story because the protagonists are slowly coming of age and fighting a damn war, but that’s not what happened here. What happened is that the producers didn’t grasp the fine nuance between showing defeat and robbing a person of their dignity – which is problematic even if the person is „just“ an animated character: people are watching and they are learning about compassion … or not.