!♀ – Ich bin nicht dein Venussymbol

Schlagworte: Cissexismus – Cisfeminismus

Ist das nicht witzig wie sich die Perspektive verschiebt, wenn sich die eigene Identität ändert? (Spoiler: Ist es nicht.) Ja also ich identifizier mich seit einem Weilchen agender (ja, hallo, guten Tag, hoffe Ihnen geht es auch gut), derzeitiges Pronomen: sie*.

Vorher habe ich das mit diesem Cis-Sexismus schon irgendwie erkannt und auch ein paar Bemerkungen zum Thema fallen lassen. Jedoch macht es einen Unterschied, ob man sich „von außen“ (aus Cis-Perspektive – Cispektive, lol) den Mund fusselig redet (RW = Redewendung) oder von innen. Wenn Leute zum x-ten Mal von „Frauen“ reden, wenn sie Menschen meinen, die schwanger werden können, trifft das anders wenn man selbst du den 2% gehört¹.

Wegen der ganzen Mikroaggressionen, die mir entgegenschlagen, wenn ich mich bei „Feministinnen*“ belese: Get your shit together.

Eine (Mikro)aggression ist es, wenn in einem feministischem Post das ♀ (Venussymbol) verwendet wird, um anzuzeigen, wer zusammenhalten soll. Eine (Mikro)aggression ist es, wenn ein Uterus stilisiert abgebildet wird um „Frauenpower“ zu feiern. Eine (Mikro)aggression ist es, wenn von „Frauen“ geredet wird, wenn es um das Recht geht zu entscheiden, was mit den eigenen Fortpflanzungsorganen geschieht. Eine (Mikro)aggression ist es jedes Mal, wenn man eingreifen muss, um so etwas zu korrigieren und Leute so „Ach, ach so, ja“ reagieren, als wäre man nur ein Nachsatz.

Weil das also so verdammt schwer zu sein scheint, erkläre ich es noch einmal in einfachen Worten:
Menschen, die female assigned at birth (FAAB) sind oder als weiblich gelesen werden, können von Sexismus betroffen sein und haben ihren Platz im Feminismus. Frauen, die trans* sind, sind besonders gefährdet, was sexistische und trans*-misogyne Gewalttaten angeht und haben ihren Platz im Feminismus. Gar nicht davon zu reden, was passiert, wenn weitere Faktoren wie Armut, Behinderung, Rassismus usf. hinzukommen. Und wenn dein Feminismus zu engstirnig ist, um diese Perspektiven mitzudenken, gtfo.

„Cisters before sisters and siblings“ kann mir gestohlen bleiben.

1 2% ist angeblich der Anteil von trans* Menschen in der Bevölkerung. Gehe allerdings davon aus, dass binäre trans* Menschen gemeint sind und glaube, dass die Zahl für binäre und nichtbinäre zusammen höher ist.

9 Gedanken zu “!♀ – Ich bin nicht dein Venussymbol

  1. Herzi, da zieh ich um und du schreibst mal wieder einen grandiosen Blogpost. :) Danke dafür. Hatte jetzt auch gestern erst wieder ne Erfahrung in Sachen Mikroagression; jedesmal wenn cis Frauen das SCUM-Manifesto abfeiern von Valerie Solanas. Das failt ja in mehrerer Hinsicht, zB scheint es in einer Welt stattzufinden, in der es nur weiße Menschen gibt und Intersektionalität und damit die Tatsache, dass weiße Frauen gegenüber nichtweißen Männern privilegiert sind, nichtig wird. WHATEVER WHO NEEDS INTERSECTIONALITY. Aber dass Solanas absolut cissexistisch agiert und trans Frauen als Männer statuiert und dass dieser Text die Basis für viele Radfems ist, trans Frauen als „unsafe“ zu deklarieren und sie aus ihren Frauenräumen auszuschließen WHAT THE HELL. Wieso wird die Frau noch abgefeiert; ich verstehs nicht.

  2. Ich finde euch ziemlich ausschließend. Ich habe das Gefühl, ihr sprecht in einer Geheimpsprache. Es ist sehr anstrengend, wenn ich gefühlt jedes 3. Wort ergoogeln muss. Für manche Wörter findet sich keine Bedeutung. Was sind Redfems? Warum schreibt ihr nicht so, dass es jede und jeder verstehen kann? Vielleicht will ich aber auch nicht genug? Das hat Antja Schrupp, die auch in Rätseln spricht ja vor einiger Zeit festgestellt. Man muss einen Text nur genug verstehen wollen. Ich kann auch nicht so gut Englisch, deswegen verstehe ich die Erklärung zum Scum Manifesto nicht. Ich habe das Gefühl, ihr seid eine geschlosse und verschlossene Gesellschaft, der man sich erst annähern kann, wenn man sich umfangreiche Englisch- Fremdwort- und Szenewortkenntnisse angeeignet hat. Das finde ich schade, aber muss es wohl hinnehmen. gtfo Warum nicht einfach verpiss dich?

    https://www.google.de/search?client=ubuntu&channel=fs&q=redfems&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=xREqUsHkPIjOswaC9oGIAw

    1. Das Wort lautet „Radfems“, wie Bäumchen auch schrieb, das lässt sich auch ergoogeln (kurz für zumeist in den USA angesiedelte radikale Feministinnen*, die üblicherweise cissexistisch, d.h. trans*feindlich sind).

      Warum ich den Szenesprech benutze oder wo ich es zu vermeiden versuche, steht hier (Ab etwa der Hälfte, Absatz „Bevor wir uns ganz verheddern…“).

      Ich stimme dir zu, dass z.B. „gtfo“ unzugänglich ist, aber sich in einer feministischen Diskussion nicht auf das Scum-Manifesto beziehen zu sollen, weil Menschen das vllt. nicht kennen, ist etwas absurd? Warum ich „Intersektionalität“, „cis“ etc. verwende, steht hinterm Link.

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