38 Zitat der Woche 47

Schlagwörter: Rassismus – cultural appropiation – Schwarze Masken

Further, it has always struck me as interesting that there are white people who will attempt to wear what will signify “Blackness,” whether it is dreadlocks (which, in my opinion, should be cut off from every white person’s head), “gear,” or Black masks at rallies. There is a sick way in which white people want to emulate that which is considered “badass” about a certain existential position of Blackness at the same time they do not want the burden of living as a non-white person.

[Darüber hinaus hat es mich schon immer als interessant getroffen, dass es weiße Menschen gibt, die tatsächlich versuchen zu tragen, was „Schwarz-Sein“ anzeigt – seien es Dreadlocks (die, meiner Meinung nach, vom Kopf jeder weißen Person abgeschnitten werden sollten), „Kluft“¹ oder Schwarze Masken auf Demonstrationen. Es gibt diese furchtbare Art, auf die weiße Menschen das, was als „badass“ an einer bestimmten existenziellen Position von Schwarz-Sein aufgefasst wird, nachahmen wollen. Gleichzeitig wollen sie aber nicht die Bürde als nicht-weiße Person zu leben.]

Kil Ja Kim auf nathanielturner.com via jhameia

1 Gang-typische Klamotten würde ich meinen. Schwer zu übersetzen.

9 Gedanken zu “38 Zitat der Woche 47

  1. Ich hab mal bei Clara Rosa ein ähnliches Zitat gelesen, allerdings gings da um Klassismus. Aber ich glaube der Inhalt passt auch hier ganz gut.

    „Einige (Frauen) versuchen diesen Unterschieden und der Verantwortung für den Umgang mit den eigenen Privilegien dadurch zu entkommen, indem sie sich nach außen hin so geben, wie sie glauben als nicht zur Mittelschicht gehörend identifiziert zu werden. Auch sogenannte „Prolostereotype“ werden dabei ausgelebt: abgerissene Kleidung, kein sichtbarer Luxus, lässige Sprache (wie z.B. möglichst oft „Scheiße“ sagen, Schimpfwörter verwenden) etc. Meist handelt es sich hier lediglich um das Einnehmen einer Protesthaltung gegenüber den eigenen Eltern. Gleichzeitig wird aber ein klassistisches Bild von „Prolo“ transportiert, das zudem in üblicher Mittelschichtsmanier wieder zur Norm erhoben wird.“

    http://clararosa.blogsport.de/2012/07/05/pbl-und-gscks-oder-das-diskriminierende-verhalten-benennen-statt-neue-zuschreibungen-zu-machen/

    Ich persönlich finde Weiße mit Dread oder Rasta nicht schlimm, genausowenig wie Männer* in Röcken (oder so) – solange es nicht als Parodie getragen wird, sondern einfach zum eigenen Style gehört. Ich weiß nicht, ob das Beispiel angemessen ist und wenn ich das ganze auf Klassismus (wie oben im Zitat) beziehe, kriege ich vielleicht auch eine Ahnung davon, was genau davon Leute anpissen könnte. Trotzdem glaube ich, dass das eine individuelle Sache ist und nicht von einer_m auf alle geschlossen werden kann.
    Oder? :O

    1. Ah, gutes Zitat.

      Röcke bei Männern*: kein Problem. Bricht mit Geschlechterrollen. Alles fein, was mich angeht. Und das wird ja schon gesellschaftlich bestraft! Daran kannst du recht gut ablesen, was in Ordnung geht ;) Wenn die Gesellschaft es nicht mag, heißt das manchmal einfach, es ist gut.

      Dreads/Rastas/Cornrows: was ganz anderes. Z.B.

      Als Ausdruck tiefer Spiritualität und Abkehr von allem weltlichen (inklusive Kämmen und Bürsten) entstammen Dreadlocks sowohl dem afrikanischen (Rastafari) als auch dem indischen (Sage, Yogi) Raum. Erst zur Zeit der Sklaverei erhielten sie durch die unzähligen gefangenen und versklavten Personen aus Indien und Afrika Einzug in die USA, wo sie später von der Schwarzen Bürgerrechts- und Black Power-Bewegung der 1950er und 1960er Jahre aufgegriffen worden sind. Gemeinsam mit dem Afro-Look wurden sie zum Symbol des Widerstandes gegen Marginalisierung, Imperialismus und weiße Schönheitsnormen.

      Noch mehr Details in Virulettas Artikel.
      Weiße, die „gear“ und Dreadlocks tragen, sind nicht einfach das Problem, weil sie sich die „Coolness“ aneignen wollen, ohne die Gang-Gewalt erleben zu müssen. Sie nehmen sich Zeichen eines Lebensstils, sogar einer Widerstandbewegung gegen Weiße selbst so wie es ihnen passt, in guter alter kolonialer Tradition. Aus Fashion-Gründen, ohne der Geschichte hinter diesen Kleidungsformen/Haarschnitten/was auch immer Tribut zu zollen. Es ist einfach ein Zeichen von Respektlosigkeit. Und weißem Privileg natürlich.

      1. Jetzt müsst man mal Dreadträger fragen, ob sie von dem Hintergrund wissen oder die Frisur einfach irgendwo gesehen haben und toll fanden.
        Das ist schon relevant :-/

      2. Find ich nicht. Man muss etwas nicht auf eine bestimmte Art meinen oder in einem bestimmten Bewusstsein tun, damit es falsch ist. Klar ist es schlimmer, wenn man sich darüber bewusst ist und es trotzdem macht, aber am Ende tragen Weiße mit Dreads halt Dreads.

        Das Fragen macht trotzdem insofern Sinn, dass man als Weiße* die Gelegenheit nutzen kann, anderen nahe zu bringen, warum das scheiße ist.

      3. Ich glaub, ich verstehe, was du meinst. Die Frage ist für mich nur: wie scheiße kommt es bei Leuten an, wenn ich zB Braids (also Rastazöpfe) trage? Das mit Dreadlocks kann ich mit diesem politischen Hintergrund nachvollziehen, da werd ich wahrscheinlich auch noch n paar Diskussionen mit Leuten anfangen, aber gilt das deiner Ansicht auch für „unpolitische“ Frisuren (Braids haben, soweit ich weiß, keine politische Bedeutung, korrigiert mich, wenn das falsch ist)?
        Ich weiß, das sind alles „Baka Gaijin“-Fragen (supertolle japanische Bezeichnung für dumme, Weiße Menschen, die keine Ahnung von anderen Kulturen haben :D), aber ich brauch da Aufklärung um für mich selber in dem Thema (in dem ich als Weiße ja privilegiert bin) mehr awareness zu schaffen.

  2. ich las dass dreads nicht nur von schwarzen getragen werden sonden auch eine geschichte im hinduismus (yogi) haben und auch im sufismus. Daher würde ich auch als weiße dreads tragen-weil ich mich als sufi sehe(da ich aber für mich haare als unertäglich finde rasiere ich sie eh ab-oder trage meine kopftücher, so nerven mich die haare nicht.(dafür die gesellschaft aber die darf mir gerne den allerwertesten küssen(ugs). zudem finde ich die idee des transkulturalismus sehr schön, sehe druchaus abe das problem der kulturellen aneignung von codes duch die dominanzgesellschaft-z.b bei spezifischen tribalen tätowierungen wie denen der maori etc.
    ist eine schwierige sache-aber auch die frage-wer hat das recht auf die insignien einer kultur, können diese überhaupt jemandem gehören?

    1. Ich seh’s halt als Zeichen von Respekt gegenüber einer Kultur, nicht einfach bedeutungsvolle bzw. typische Frisuren/Kleidung/rituelle Gegenstände popkulturell verwurstet zu tragen.

      Bzw. gibt es halt eine lange lange lange Geschichte von Weißen, die Kulturen und Religionen zerstören, Menschen ausrotten und quälen, kulturelle Besonderheiten (Handlungen, Gewänder, Musik usw. usf.) stehlen und es dann auch noch wagen, so zu tun als hätten sie’s erfunden (surfen zum Beispiel). Ich find’s einfach extrem dreist (und halt … rassistisch), diese Geschichte zu ignorieren und keine Konsequenzen draus zu ziehen.

  3. ach, noch etwas-viele aneignung könnten einfach deshalb geschehen, weil stile, codes und frisuren einfach als ästhetisch, hübsch etc angesehen werden-ich z.b mag bestimmte dreads optisch. mir gefallen sie so wie mir mein kopftuch gefällt oder männer in schottenröcken oder lilane haare(beispiel-wobei ich alles davon mag^^)

    die weiteren bedeutungen die irgendwo in dieser frisur sind, sind für außenstehende nicht ersichtlich-die aneignung wird daurch erleichtert-bei anderen dingen, wo es eine eindeutliche verknüpfung gibt (ganz plakativ-hitlerbärtchen oder diese „babydoll“ zöpfchen(ich weiß nicht wie die heißen und hab den namen nicht gefunden, ich meine 2 pferdeschwänze die links und rechts über den ohren abgehen und jugend und kindlichkeit darstellen sollen) führt diese stärkere verknüofung dazu dass menschen, die die bedeutung nicht tagen wollen eher auf ein derartiges aussehen verzichten.

    ggf müsste man also um soclh eine aneignung zu verhindern eine stärkere verknüpfung schaffen, ob und inwiefern das möglich ist ist ein anderer punkt den ich nicht beantworten kann.

    1. Ich find‘ die Gründe für die Aneignung ziemlich zweitrangig. Wie ich oben schon schrieb, man muss nicht rassistisch handeln wollen/rassistische Gedanken pflegen, um es zu tun.

      Klar, wenn es eine stärkere Verknüpfung gebe, dann würden Menschen Dreads usw. (vielleicht? hoffentlich? wahrscheinlich?) weniger tragen, aber der Gedankengang hilft leider nicht weit. Deutschland bzw. der Westen ist halt weiß dominiert, da wird es nie besonders „in“ sein sich einen Dreck zu scheren, ob man Kolonialgeschichte weiterschreibt. Deswegen bin ich halt der Meinung, dass der Weg da liegt, dass Weiße sich mal auf den Hintern setzen (RW) und sich selbst zum Thema informieren/aufhören kulturelle Aneignung zu betreiben/andere Weiße informieren.

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