Von Limbo bis Dead Space 2 [–o–]

<< Mass Effect 2

Schlagwörter: Rätsel – Videospiele – Leichen – Indie

In Teil 3 dieser die Gamer*innen-Seele hoffentlich erfreuenden Serie, geht es um

Limbo

Nun habe ich es versäumt, in den letzten beiden Artikeln zu erwähnen, um welche Art von Spielen es sich eigentlich handelt. Das liegt wohl daran, dass das fast die einzige Art von Spielen ist, die ich spiele: Third-person-Shooter. Hätten wir das geklärt.

Den gleichen Fehler möchte ich bei Limbo nicht machen, also kann ich gleich eröffnen, dass es sich nicht um einen Third-person-Shoother handelt. Es gibt sicher einen cleveren Namen für das Genre, ich werde Limbo jedoch einfach beschreiben.

In einer Welt aus meist sehr dunklen Grauwerten läuft man in Super-Mario-Manier der Unendlichkeit (na ja, dem Spielende) entgegen. Mit dem Unterschied, dass man auch nach links zurücklaufen kann, falls man eine komplexere „Szene“ noch nicht verlassen hat. Hauptziel des Spieles sollte es sein, die gegebenen Rätsel zu lösen, damit man weiterkommt. Aber es ist korrekter zu sagen: Rätsel lösen, damit man nicht schon wieder grausam krepiert.
Obwohl nicht einmal rot für Blut zur Verfügung steht, sind die diversen Todesfälle sehr, ähm, liebevoll gestaltet.
Hinterhältigerweise muss man mitunter sterben, um überhaupt herauszubekommen, wie man eben nicht stirbt.

Die Steuerung ist sehr minimalistisch und lenkt nicht ab, weil sie keiner großen Einarbeitung bedarf. Die Pfeiltasten dienen zum bewegen, auch springen, die Strg-Taste ermöglicht Aktionen. Das war’s. Da besonders im späteren Verlauf Timing oft wichtig ist, halte ich diese Steuerung für gelungen.

Die Schwere und Komplexität der Rätsel nimmt mit der Zeit natürlich zu, wobei einige Elemente sich wiederholen, andere hinzukommen und manche dich nur reinlegen, weil sie gleich aussehen, aber eine neue Funktion erhalten. Ich fand die notwendige Lernkurve in Ordnung, wobei ich ein wichtiges Detail nicht bemerkt habe, sondern mir habe flüstern lassen.

Die Optik ist sehr schön, wenn teils fast scherenschnittartig. Für mich gab es keine Probleme mich zu orientieren. In Verbindung mit der stark reduzierten, teils plötzlichen, musikalischen Untermalung, ergibt sich eine nette (das heißt je nach Gemütslage gruselige, bedrückende oder postapokalyptische) Atmosphäre.

Eine Geschichte kann man sich nur mithilfe von Interpretation zusammenreimen, selbst durch das Ende wird sie nicht sehr klar. In der Hinsicht würde mich interessieren, ob die Macher*innen etwas Bestimmtes aussagen wollten oder sich eher haben treiben lassen.

Finally ist zu sagen, dass das Spiel wahrscheinlich nichts für Arachnophobiker*innen ist. Auch nichts für Leute, die weniger gerne Menschen sterben sehen. Man sieht zwar wie gesagt kein Blut (bzw. ist es weiß in einer grau-in-grauen Welt) und Details lassen sich auch schwer erkennen, wenn deine Figur einfach schwarz ist, aber die Tode wurden definitiv mit … Liebe animiert und mit entsprechenden Geräuschen unterlegt. Man sollte auch kein Problem mit stilisierten (Kinder-) Leichen haben.

Alles in Allem ein entspannendes, aber geistig forderndes Spiel für Zwischendurch (wenn man auf sowas steht).

Bioshock 2 >>