Ja, ich kann Männer* nicht leiden.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mir wiederholt ins Wort fallen, ohne sich zu entschuldigen.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mir Dinge erklären, ohne auf meine Einwände zu hören, dass ich sehr gut mit der Materie vertraut bin.

Ich kann Männer* nicht leiden, die meinem Vorschlag nur mit einem Ohr zuhören und begeistert sind, wenn sie oder ein anderer Mann* diesen Vorschlag wiederholt.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mich auf der Straße anglotzen, mir sinnlose Dinge zurufen oder mich nicht alleine lassen.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mich zwingen mich auf ein Drittel eines Zweiersitzes zu quetschen oder auf dem Fußweg immer drei mal mehr wie sie auszuweichen.

Ich kann Männer* nicht leiden, die meine Sicherheitsbedenken abtun.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mir erklären, dass Sexismus nicht existiert.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mir erklären, was Sexismus wirklich ist.

Ich kann Männer* nicht leiden, die sich weigern zu verstehen, dass sie in ihrem Leben positiv diskriminiert werden.

Ich kann Männer* nicht leiden, die diskriminierende Witze reißen und sich aufregen, wenn ich sie drauf hinweise.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mir nahelegen ich könne Dinge oder könne Dinge nicht, weil ich ja eine Frau* bin.

Ich kann Männer* nicht leiden, die nicht drauf achten, wie sie mit ihrem Körper und ihrer Stimme den Raum dominieren.

Ich kann Männer* nicht leiden, die ihre Freunde nicht zurechtweisen, wenn diese sich daneben benehmen.

Ich kann Männer* nicht leiden, die mich herablassender behandeln als sie andere Männer* behandeln.

Ich kann Männer* nicht leiden, die eine Tat anders bewerten, wenn sie von einer Frau* statt einem Mann* ausgeführt wird.

Ich kann Männer* nicht leiden, die Männern* vorwerfen, sich „verweichlicht“, „weibisch“ oder „wie ’ne Pussy“ aufzuführen.

Ich kann Männer* nicht leiden, die ihren Söhnen* verbieten zu weinen.

Ich kann Männer* nicht leiden, die ihren Töchtern* verbieten auf Bäume zu klettern.

Ich kann Männer* nicht leiden, die meinen die Betreuung von Kindern sei ein Wochenendjob ohne Verpflichtungen und das helfen in einem Haushalt eine generöse Tat.

Ich kann Männer* nicht leiden, die anderen Männern* drohen.

Ich kann Männer* nicht leiden, die Menschen drohen.

Ja, all diese Männer* kann ich nicht leiden. Aber vielleicht ist das Wort „Mann*“ hier gar nicht zentral¹.

1 https://highoncliches.wordpress.com/2012/08/23/ja-ich-kann-manner-nicht-leiden/#comment-649

24 Gedanken zu “Ja, ich kann Männer* nicht leiden.

  1. Jetzt dachte ich das wird wieder der übliche Standard-Rent, aber der letzte Satz hats in sich. Chapeau, gut geschrieben.

    1. Damit wir uns nicht missverstehen: ich distanziere mich damit nicht vom Inhalt des Artikels. Ich distanziere mich lediglich von der antifeministischen Rhetorik, die Feministinnen* vorwirft, sie hätten schlicht „etwas gegen Männer*“.
      [Edited to add]Das hier ist die übliche Rant.[/Edit]
      Ich habe etwas gegen „Männer*, die…“. Natürlich auch generell gegen „Menschen, die…“. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele der oben genannten Punkte tatsächlich nur bei Männern* wirklich störend sind, weil sie eben mit entsprechenden Privilegien einhergehen. Wenn diese nicht reflektiert werden, habe ich tatsächlich etwas gegen eine Person, weil sie das oben genannte Verhalten zeigt und männlich ist.

      1. Ich glaube ich hab schon verstanden was du sagen willst. Ich finde den letzten Satz einfach nur deswegen interessant, weil er mich im besonderen zum Nachdenken bewegt. Das ist alles was ich sagen wollte :)

  2. Das sind zum Teil Verhaltensweisen, die fast nur bei Männern vorkommen, wie z.B. die physische Dominanz und das Raum-Einnehmen im öffentlichen Raum (dazu zähle ich auch Unterbrechen, Erklären usw.).

    Vieles kommt aber genauso bei Frauen gegenüber Frauen vor. Der Punkt ist, dass es fast immer „gegenüber Frauen“ geschieht – übrigens auch gegenüber Kindern. Und gegenüber allen, denen die Gesellschaft einen niedrigen Status einräumt.

    Mich stört auch besonders an Männern, wenn ihnen nicht klar ist, dass sie von der Gesellschaft gepampert werden, und wenn sie dies völlig unreflektiert mir gegenüber ausnutzen – und das nichtmal bemerken.

    Wenn sie halbwegs intelligent sind, kann man sie aber mit einem gezielten verbalen Schlag zur Räson bringen, bzw. kann man sich auch ohne weiteres „wie sie“ verhalten – sprich unterbrechen, belehren, Raum einnehmen – ohne dass die Männer sich dafür rächen würden.

    Frauen dagegen nehmen es mir übel, wenn ich mich als Frau groß mache, wenn ich Raum einnehme, wenn ich mich nicht so klein mache, wie sie selber. Und von Frauen finde ich es noch ein bißchen schlimmer, wenn sie auf anderen Frauen herumhacken bzw. allgemeiner gesagt andere Frauen kleinmachen, weil sie ihr eigenes Geschlecht diskriminieren.
    Dazu dann der Neid-Faktor, wenn sie merken, dass eine andere Frau mehr Raum bekommt als sie selber.

    Was hier stört, sind die ungeschriebenen Gesetze unserer Gesellschaft in unseren allen Köpfen.

    In meinen Augen nehmen sich Männer und Frauen nicht sehr viel.

    Männer fallen bloß im öffentlichen Raum mehr auf, da sie mehr dürfen.

    Und sie sind nicht gezwungen, sich mit sich und unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen, wenn sie weiterkommen wollen. Daher gibt’s vielleicht ein bißchen mehr unreflektierte Männer als Frauen.

    Und das Aggressionspotential ist evtl. ein wenig höher bei Männern, daher fallen von den Männern, die auffallen, so einige leider negativ auf. Das ist natürlich total zum Kotzen. Aber das sind hoffentlich prozentual nur wenige [Schimpfwort nicht erlaubt, siehe Regeln. Zweisatz]. Man weiß es ja nicht genau.
    Ich denke, die allgemeine Mehrheit nervt nur deswegen, weil sie so unreflektiert und besonders im öffentlichen Raum so dominant sind. Alles von der beschissenen Gesellschaft erlaubte Verhaltensweisen.

  3. Wenn sie halbwegs intelligent sind, kann man sie aber mit einem gezielten verbalen Schlag zur Räson bringen, bzw. kann man sich auch ohne weiteres “wie sie” verhalten – sprich unterbrechen, belehren, Raum einnehmen – ohne dass die Männer sich dafür rächen würden. (priviligierte)

    Das mit der ausbleibenden Rache (eigentlich verdreht: meins ist ja schon die Rache, wär dann also „Gegen-Rache“ oder so) erleb ich anders. Cool, wenn das bei das bei dir hinhaut (wirklich!), als allgemeine Aussage aber daneben.
    Unterbrechen und belehren sind notwendige Gegenmaßnahmen, aber keine an sich erstrebenswerten Dinge. 
    Zur „Intelligenz“ empfehle ich diesen brillanten (ha) Artikel hier aufm Blog.

    1. Das war auch keine allgemeine Aussage. ;)
      Natürlich sind das keine erstrebenswerten Dinge. Das ist nichts als Notwehr. Muss ich aber in meinem Job leider regelmäßig anwenden, gezwungenermaßen. Um mir, was eigentlich überflüssig sein sollte, Respekt zu erkämpfen. Und über die Jahre hab ich soviel Übung darin bekommen, dass es funktioniert, ja.

      1. Dann wundert es mich, dass du Menschen in „halbwegs intelligent“ und sowas einteilst. Das war als Kritik gemeint.
        Und allgemeiner als „man“ wirds nicht – darauf hab ich hingewiesen, weil es von sonem Gedanken nicht mehr weit ist zum victim blaming.

  4. Da bleiben aber nicht besonders viele übrig, oder ;)?

    Bei der heutigen Sozialisierung wohl gar niemand. Daher wäre der letzte Satz nur „fair“ gewesen, wenn er ohne Sternchen da stehen würde.

      1. „Fair“ wie bei einer logischen Konsequenz. Jeder „Mann“ war sicherlich schon mindestens einmal auf dieser Liste – oder hat man 5 Freikarten, dass das zuerst einmal nicht zählt? Z.b. weil man das beim Lernen kopiert und zuerst einmal unreflektiert seine Umgebung nachmacht?

        Oder kennst du einen Mann, dessen Verhalten deiner Liste zu jedem Zeitpunkt seines Lebens sich nie auf der Liste gefunden hätte?

        Und ist es falsch, dass ich als Mann anderen Männern drohe, wenn ich zuvor bedroht wurde? Muss ich das immer akzeptieren?

      2. Oh, das war keine Nachfrage. Ich war amüsiert, dass du von Fairness redest.

        Edit: Ich möchte dich bitten, in diesem Thread nicht noch einmal zu kommentieren. Der nächste Kommentar wird als Derailing gelöscht.

  5. [Edit Zweisatz wegen Tone-Argument. Ich möchte das kein zweites Mal lesen.]

    Ich erkläre nochmal, was ich meine:
    „Wenn sie halbwegs intelligent sind, kann man sie aber mit einem gezielten verbalen Schlag zur Räson bringen, bzw. kann man sich auch ohne weiteres “wie sie” verhalten – sprich unterbrechen, belehren, Raum einnehmen – ohne dass die Männer sich dafür rächen würden.“

    „halbwegs intelligent“ ist etwas leichthin und halb Scherz, halb Ernst gesagt. Ich rede eigentlich von meinem Alltag, den ich einfach mal etwas verallgemeinert habe. Sorry, wenn es der Mehrheit nicht so gehen sollte, das wäre schade.
    Ich persönlich erlebe halt, dass ich Männer, die halbwegs Grips haben, verbal schnell in den Griff kriege. Ich muss das sehr oft machen, weil ich beruflich nur mit Männern zusammenarbeite. Und warum sage ich „halbwegs intelligent“ überhaupt? Männer, die wenig Selbstbewusstsein haben in verbalen Schlagabtauschen steigen eher wütend aus, da geht das dann nicht.

    1. Es geht darum, dass „halbwegs intelligent“ eine völlig unnötige Kategorisierung ist. „Dumm“ oder „intelligent“ sind keine Charakteristika, die irgendetwas über das Verhalten eines Menschen, dessen Kritikfähigkeit, Nettigkeit oder ähnliches Aussagen.

      1. Ja, offenbar habe ich mich hier missverständlich ausgedrückt. Ich bin mal eben kurz in ein wenig Ironie gewechselt und hätte gedacht, es ist zu erkennen. Offenbar war das aber am reinen Text nicht zu erkennen (Stimme und Mimik hätten wohl geholfen).
        Das war natürlich Ironie. Ich hab mich über Männer lustig gemacht, die belehren, unterbrechen und im Gespräch Raum einnehmen, ohne das zu merken. Ich habe niemanden ernsthaft kategorisiert, sondern das mit „halbwegs intelligent“ so im Scherz dahingesagt.
        Der strittige Absatz steht außerdem im Kontext mit den umrahmenden beiden Absätzen. Im obigen Absatz kritisiere ich das Verhalten der Männer, im nächsten mache ich mich einerseits darüber lustig und zeige zum anderen im Zusammenhang mit dem nachfolgenden Absatz, dass Männer oft sogar weniger kleinmachend agieren.
        Differenziertheit war mein Ziel, und nicht Kategorisierung.

        Ich wollte eigentlich im Kern in diesem Absatz nur sagen, dass die meisten „unbewusst-Frauen-kleinmachenden“ Männer sich oft sogar noch fairer als die meisten der „unbewusst-Frauen-kleinmachenden“ Frauen verhalten.
        Vielleicht ist das hier wieder eine persönliche Erfahrung von mir, und anderen Frauen geht’s anders. Das würde mich freuen, und bin an anderen Theorien sehr interessiert.

        Ich persönlich beobachte das in meinem Umfeld und auf der Arbeit schon seit vielen Jahren und hab mir das inzwischen damit erklärt, dass Männer im Durchschnitt ein höheres Selbstwertgefühl haben, und daher weder sich selbst so sehr klein machen, noch andere so sehr klein machen, wie es leider Frauen oft tun. Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl tendieren ja generell dazu, auch andere so schlecht wie sich selbst zu behandeln, daher verwundert mich das jetzt nicht.

        Bezeichnendes Beispiel gerade wieder: in Arizona hat eine Frau ein Gesetz durchgesetzt, dass besagt, dass eine Schwangerschaft zwei Wochen VOR der Befruchtung beginnt. Ziel: die Selbstbestimmung von Frauen über ihren Körper noch weiter einzuschränken als es eh schon der Fall ist.
        http://thenewcivilrightsmovement.com/pregnancy-begins-2-weeks-before-conception-now-the-law-in-arizona/politics/2012/04/13/37993

      2. Ich bin vertraut mit Ironie. Die Aussage ist auch im Scherz nicht in Ordnung. Das ist also würde ich jemanden „im Scherz“ -rassistisches Schimpfwort- nennen. Das Schimpfwort geht dadurch nicht in Ordnung.

      3. Habt Ihr eigentlich sonst noch was zu sagen, außer Kritik an eigentlichen Nebensächlichkeiten? Ich habe auch noch etwas anderes geschrieben, aber auf meine Hauptaussagen wird hier von Euch gar nicht eingegangen.

        Ich diene hier nicht als Ventil. Das möchte ich mal ganz klar sagen.

        Ich erlebe Euch hier im übrigens als kleinmachend, genau, wie es häufig von Frauen zu erleben ist.
        Genau diese Art, Nebensätze auseinanderzunehmen, und mit mir umzugehen, als würde ich irgendwas nicht „verstehen“, ist kleinmachendes Hickhack. Schade, ich hatte mich so auf eine fruchtbare Diskussion mit Euch gefreut.
        Habe sogar diesen meinen Blog hier nur eröffnet, weil ich einen Deiner Artikel so klasse fand, zweisatz.
        Und mit Samia hatte ich als unregistrierte „Kathrin“ schonmal woanders sehr gegenseitig unterstützend diskutiert.
        Aber Eure Wut ist wohl so groß, dass sie sich jetzt hier gegen mich richtet.
        Ich hab mittlerweile auch richtig Wut und Enttäuschung im Bauch und werde ich jetzt hier verabschieden.
        Ich find das total daneben, wie Ihr hier mit mir umgeht.

      4. Ich sage zu dem Rest nichts, weil ich damit übereinstimme. Und zu dem, zu dem ich etwas sage, sage ich etwas, weil ich es nicht mag, wenn diskriminierende Äußerungen auf meinem Blog unkommentiert stehen.

    1. Du schriebst

      Wenn sie halbwegs intelligent sind, kann man sie aber mit einem gezielten verbalen Schlag zur Räson bringen, bzw. kann man sich auch ohne weiteres “wie sie” verhalten.

      Du schreibst „man“, nicht „ich“. Das ist eine Verallgemeinerung. „[O]hne weiteres“ impliziert, dass es problemlos möglich ist. Von dieser Aussage ist es tatsächlich nicht mehr weit zum Victim Blaming. Denn angesichts dieser Formulierung müsste man annehmen, eine Frau*, bei der es nicht ohne weiteres möglich ist, hat etwas falsch gemacht.
      Deine Aussage ist überhaupt nicht problematisch, wenn du mit „man“ „ich“ meinst, aber Samia merkte richtig an, dass sie eben in dieser obigen Formulierung richtung Victim Blaming driftet.

      1. Siehe oben, wir haben uns offenbar missverstanden.
        Ich hätte wirklich „ich“ statt „man“ schreiben müssen.

        Es war eine persönliche Erfahrung, und „kann“ war außerdem absolut wörtlich gemeint, und keine Handlungsempfehlung an andere Frauen. Es war kein verkapptes „sollte“. Raum-wegnehmendes Verhalten wird natürlich nicht dadurch besser, dass es möglich ist, dieses Verhalten einzudämmen.

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