Eine Sache der Sicherheit

Wie hoffentlich bereits bekannt ist, gelten auf diesem Blog Kommentarrichtlinien, die mehr oder weniger bestimmen, in welcher Form meine Beiträge diskutiert werden können. Idealerweise sollen sie dazu beitragen, dass

  • zum Thema diskutiert wird
  • Kommentare kein schmerzhaftes Grundlagenlevel erreichen
  • alle sich beim Lesen der Kommentare sicher sein können, dass sie nichts lesen werden, was ihre Existenz/ihr Existenzrecht in Frage stellt oder ungestraft -istische Gedanken verbreitet

Idealerweise würde ich gerne einen Save Space schaffen. Wenn ich das recht verstanden habe, spricht man heutzutage oft schon von „Safer Space“, weil es nicht möglich ist, alles vorherzusehen und/oder zu erkennen. Ich will dennoch natürlich so viel Schlechtes wie möglich rausfiltern.
Ebenso ist es mir wichtig, meine Seite zugänglich zu gestalten, so weit mir das möglich ist. Wenn also gestalterische Apekte des Blogs/wie ich html benutze Menschen daran hindern, den Blog problemlos zu lesen, würde ich das gerne wissen.
Und letztendlich komme ich zu meiner Hauptfrage: ist meine Kommentarmoderation ausreichend oder gibt es Kommentare, mit denen ihr lieber nicht konfrontiert worden wärt? Habe ich vielleicht sogar selber Mist geschrieben? Wie streng oder lose sollte eine Kommentarmoderation eurer Meinung nach sein, damit ihr euch auf einer Seite wohlfühlen könnt?

Wer sich lieber nicht in den Kommentaren dazu äußern möchte, kann auch eine Nachricht an zweisatz {at} takeoverbeta{Punkt} de schreiben.

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.

11 Gedanken zu “Eine Sache der Sicherheit

  1. Eine schwierige Frage, und in jedem Fall eine Drahtseilwanderung. Die Schaffung eines Safer Space ist zweifelsohne wichtig, keine Frage. Das Problem ist aber, dass jede_r sich in anderen Räumen sicher oder unsicher fühlt. Triggerwarnungen mögen helfen, aber, wie wir neulich im Freund_innenkreis diskutierten, ist es unmöglich, zu antizipieren, was denn nun tatsächlich triggert. Häufig ist es sexualisierte Gewalt, aber…! Wir kamen zu dem Schluss, dass es hilfreich sein könnte, die Tags, die die Themen eines Beitrags definieren, über dem Artikel anzubringen. So kann jede_r selbst entscheiden, ob sich dahinter Triggerpotenzial verbirgt, und ggf., um welche Trigger es sich handelt.
    Dann, „Zensur“ ist ein hartes und sicher unangemessenes Wort, aber ich fände es schade, wenn ein Diskussionesraum, der ein Blog ja auch sein sollte/könnte…, dadurch gestört wird, indem zu stark moderiert wird. Trollbeiträge sollten entfernt werden, klar. Grundsatzdiskussionen darüber, ob denn Frauen und Männer nicht schon längst gleichberechtigt seien oder ähnlich Quasi-sexistisches sind sicher auch fehl am Platze. Wenn eine Moderation aber darin besteht, Diskussionsbeiträge zu entfernen, weil dort kritische (Nach-)Fragen oder alternative Meinungen geäußert werden, oder Teilnehmer_innen einfach mal abqualifiziert werden, weil sie nicht „auf Linie“ sind, finde ich das ärgerlich und, offengestanden, beschämend. Diese Erfahrung habe ich schon gemacht, aber nicht bei dir, wofür dir an dieser Stelle ein großes Lob ausgesprochen werden soll!, also sozusagen ein „weiter so!“ Ich fühle mich hier jedenfalls wohl.

    1. Ja, Trigger sind recht schwierig, aber ich denke, man kann recht viele Sachen schon einschätzen. Dass People of Color z.B. von rassistischer Sprache getriggert werden könnten, das gleiche gilt für ableistische oder heterosexistische Sprache, etc.

      Das mit den Tags ist tatsächlich eine gute Idee, ich fürchte nur, dass ich so viel Spielraum nicht habe. Allerdings könnte ich mir vorstellen, die Schlagworte, die automatisch unter einem Artikel angezeigt werden, auch einfach in den Kopf des Artikels mit hineinzuschreiben. Hilft im Großen und Ganzen ja auch dabei, festzustellen, ob man den Artikel wahrscheinlich thematisch interessant findet.

      Ich muss sagen, ich moderiere ziemlich stark, es ist mir jedoch sehr wichtig, für Kritik offen zu sein.
      Ich unterscheide auf jeden Fall stark, um welche Art Kritik es sich handelt. Ich habe bereits viele Kommentare gelöscht, die aus einer privilegierten Perspektive argumentierten.
      Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich tatsächlich was dazulernen könnte, lasse ich auch Kommentare durch, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie diskriminierend sind. Allerdings möchte ich das nicht ausarten lassen. Ich möchte ja nicht, dass andere sich durch solche Kommentare auf dem Blog unwohl fühlen, weil Positionen wiedergegeben, die sie schon im täglichen Leben benachteiligen.
      Tatsache ist, dass ich Kritik aus einer marginalisierten Position heraus viel wichtiger finde, als aus einer privilegierten (was insofern schwierig ist, weil ich ja nicht von allen Kommentator*innen verlangen kann zu sagen „Auf der Achse bin ich diskriminiert, auf der hier nicht etc. etc.“).

  2. (Das ist an die Allgemeinheit gerichtet, nicht an die veröffentlichten Kommentator*innen) Ich finde es unglaublich, wie oft man sich wiederholen muss. Hier, auf diesem Blog, möchte ich Minderheiten vor Diskriminierung schützen. Wer das für übertrieben oder „Kuschelpolitik“ hält, hat ein großes weites Internet, um sich auszutoben. Auf nimmer wiedersehen, wir hätten eh nicht zusammengepasst.
    Was solche Aussagen für mich bedeuten, ist, „Ich sehe nicht ein, warum ich andere Leute nicht diskriminieren und triggern darf, ich finde es ja auch nicht schlimm, mit Schimpfwörtern belegt zu werden, die nur für Gruppen gedacht sind, zu denen ich nicht gehöre.“ Sorry, bei so ’ner riesigen Latte vorm Kopf kann ich auch nicht helfen.

    1. Meinem Verständnis nach – ich weiß jetzt nicht, ob das der Feministische Zentralrat genau so sieht – handelt es sich dabei um Räume, in denen marginalisierte Personen davon ausgehen können, keinen diskriminierenden Handlungen oder Äußerungen zu begegnen. Würde also bedeuten, dass man es schafft, wirklich jede Form von Diskriminierung, von der Menschen betroffen sein können, zu erkennen und sich nicht daran zu beteiligen.

      1. Wer legt dabei fest, wer zum Kreis der „marginalisierten Personen“ gehört und wer nicht? Und welchen Bezugsrahmen setzt Du dabei an?

      2. Das legt im Großen und Ganzen unsere Gesellschaft fest. Die, die strukturell benachteiligt werden, sind marginalisiert. Dazu gehören, etwas unintuitiv, Frauen*, aber vor allem auch People of Color, Transsexuelle, Intersexuelle, Behinderte, Homosexuelle, Bisexuelle, Pansexuelle, Asexuelle, Muslime* & Muslima* und sicher noch einige andere. Hinzu kommt die Tendenz von Menschen, Leute darüber aufzuklären, wenn sie „zu dick“ oder „zu dünn“ sind. Diese Gruppen können sich dann wiederum überschneiden, was das Leben noch ein bisschen unangenehmer machen kann.
        Edit [10:54, 01.03.2012]: Und Genderqueere
        Edit [11:28, 01.03.2012]: Uuuuund natürlich Menschen mit wenig Geld.

      3. Wenn ich mir Deine Liste so betrachte, dann bleibt eigentlich niemand übrig der nicht zu den marginalisierten Personen zählt.

      4. Das ist möglich. Und? Der wichtige Teil ist ja der, dass du ein heterosexistisches Arschloch sein kannst, auch wenn du eine Behinderung hast. Du kannst sexistisch sein, obwohl du eine homosexuelle Person of Color bist. Das ist keine Liste von Unangreifbaren.

    1. Das kommt nur einmal durch. Ich nehme Linkspam mit in meine Kommentarrichtlinien auf.
      Ich bin mir sicher, dass du mit Hilfe des Links auch etwas ausdrücken möchtest, aber nicht alle haben Zeit, sich so etwas durchzulesen (inklusive mir), deswegen beim nächsten Mal bitte wenigstens einen Satz dazuschreiben, worum es geht/warum du es fürs Thema wichtig findest.

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